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Bildung Streit über Qualitätsverbesserung bei Kinderbetreuung
Leipzig Bildung Streit über Qualitätsverbesserung bei Kinderbetreuung
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17:42 17.09.2015
In Sachsen streiten Regierung und Opposition über Qualitätsverbesserungen bei der Kinderbetreuung. (Symbolfoto) Quelle: dpa
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Dresden

Die Opposition im sächsischen Landtag hat der Regierung Trippelschritte auf dem Weg hin zu einer besseren Kinderbetreuung vorgeworfen. Die von der schwarz-roten Koalition beschlossene Senkung des Betreuungsschlüssels in Kitas und Krippen sei zu begrüßen, komme aber viel zu spät und sei nicht ausreichend, sagten Abgeordnete von Linken, Grünen und AfD am Donnerstag in einer Aktuellen Debatte. Seitens der CDU wurden die Vorwürfe mit Hinweis auf die hohe Betreuungsquote in Sachsen zurückgewiesen.

Die SPD sprach von einem ersten Schritt auf dem richtigen Weg. Eine von der Bertelsmann Stiftung kürzlich vorgelegte Studie zur Kinderbetreuung in Deutschland, in der Sachsen den letzten Platz belegt hatte, spiegle nicht die Realität im Freistaat wider, sagte der Vorsitzende des Bildungsausschusses, Patrick Schreiber (CDU), da sie lediglich auf den Betreuungsschlüssel abhebe. Er gab zu bedenken, dass in Sachsen mehr als die Hälfte der Ein- bis Dreijährigen und über 98 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen in Kitas oder bei Tagesmüttern betreut würden.

Die Qualität messe sich an der Arbeit der mit der Betreuung befassten Menschen, sagte auch Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU). „Qualität, das ist die Zufriedenheit der Kinder und der Eltern.“ Und die sei nach ihren Erfahrungen in Sachsens Kitas hoch. Zum 1. September wurde der Betreuungsschlüssel in den Kitas von 13 Kindern pro Erzieher auf rechnerisch 1:12,5 gesenkt. Im kommenden Jahr soll er auf 1:12 sinken; in Kinderkrippen bis 2018 von momentan 1:6 auf 1:5. Die Änderung sei auch wichtig für die Koalition gewesen, sagte die familienpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Juliane Pfeil. Damit sei nach langem Stillstand Bewegung in die Sache gekommen. „Der eingeschlagene Weg ist deshalb noch längst nicht zurückgelegt.“

Die Absenkung des Betreuungsschlüssels sei ein „Tropfen auf dem heißen Stein“, meinte Annekatrin Klepsch von der Linken. Und die Hortbetreuung sei davon ausgenommen. „Der Hort ist das fünfte Rad am Wagen.“ „Die Bewegung der CDU kommt viel zu spät und die Schritte sind viel zu klein“, sagte auch der Grünen-Fraktionsvorsitzende Volkmar Zschocke. Die AfD warf der Koalition Halbherzigkeit vor. „Sie können doch die Qualität verbessern, Sie tun es aber nicht ausreichend“, sagte der Abgeordnete Andre Wendt.

LVZ

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