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Bildung Streit um die Leipziger Uni-Plätze: Fast alle wollen Medizin studieren
Leipzig Bildung Streit um die Leipziger Uni-Plätze: Fast alle wollen Medizin studieren
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23:59 28.10.2014
Justitia muss abwägen, inwieweit zusätzliche Anwärter auf den Äskulapstab in Leipzig studieren dürfen. Quelle: Montage Patrick Moye
Leipzig

Abgelehnte Betroffene wollen nun jedoch auf juristischem Weg einen Studienplatz ergattern.

Gestrigen Angaben des Verwaltungsgerichtes Leipzig zufolge hoffen 790 Abiturienten, den Numerus clausus (NC) - die zahlenmäßig beschränkte Zulassung in manchen Studienfächern - noch zu knacken. Und täglich gehen weitere Eilanträge am Gericht ein. Die zuständigen Richter rechnen noch bis Ende dieses Jahres mit derartigen neuen Verfahren, sagte Gerichtssprecherin Susanne Eichhorn-Gast.

Vor allem auf den Bereich Medizin an der Leipziger Uni haben es die Bewerber abgesehen. 490 Antragsteller wollen per Eilverfahren einen Studienplatz für Humanmedizin, weitere 111 für Zahn- und 32 für Tiermedizin sowie 71 für Psychologie einklagen. Das sind rund 90 Prozent aller Anträge. Der Rest betreffe verschiedene Studiengänge, in wenigen Fällen auch an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK).

Die Bewerber mit Ambitionen auf den Traumberuf Arzt machen vor allem geltend, dass die Uni ihre Kapazitäten nicht ausgeschöpft habe oder das Auswahlverfahren nicht ordnungsgemäß erfolgt sei. "Wir prüfen dann, ob die Kapazitätsberechnungen richtig sind. Dabei sind unter anderem die Anzahl der Lehrkräfte, Stellenkürzungen sowie Ausbildungsplätze zu berücksichtigen", erklärt Eichhorn-Gast. Beispielsweise gehe es auch darum, wie viele Zahnarztstühle zum "Üben" zur Verfügung stehen.

Die Sprecherin verwies gestern auf Fälle aus dem Jahr 2010. Da hatte die Uni bei Humanmedizin 310 Studienplätze vorgesehen. Laut Richter-Auffassung mussten aber weitere vorgehalten werden. Bei einem Vergleich einigten sich die Beteiligten auf weitere 25 Plätze. "2012 ergab dann jedoch die Überprüfung, dass die Kapazitätsberechnungen der Uni rechtmäßig sind", so die Gerichtssprecherin. Im Vorjahr sei es schließlich guter Wille der Alma mater gewesen, unter 312 Antragstellern für das Erstsemester noch fünf Humanmedizin-Studienplätze zu vergeben. Des Weiteren einigten sich bei Vergleichen 128 Bewerber für Zahnmedizin auf vier Plätze sowie 35 Bewerber für Tiermedizin auf drei Plätze. Im Übrigen werden diese unter den Betroffenen verlost. Die Auslosung ist ein in der Rechtsprechung anerkanntes Verfahren.

Bezüglich der aktuellen Eilverfahren bei Zahnmedizin plant das Gericht für kommenden Dienstag einen nicht öffentlichen Erörterungstermin. "Ziel ist eine Einigung und der Abschluss eines Vergleiches", so Eichhorn-Gast. In den anderen Studiengängen - insbesondere Humanmedizin - werde die zuständige 2. Kammer wohl durch Beschluss entscheiden.

Nach Angaben des Verwaltungsgerichtes war die Anzahl der NC-Verfahren vor Jahren noch größer. Die Spitze lag 2010 bei etwa 1800 Eingängen. Eine Ursachenforschung zum Rückgang betreibe das Gericht nicht. Hintergrund könne jedoch sein, dass das neue Stellen- und Strukturkonzept der Uni einer gerichtlichen Überprüfung standgehalten - und sich das bei potenziellen Anwärtern sowie auf dieses Thema spezialisierten Anwälten herumgesprochen - habe, heißt es. Zudem könne es eine Frage des Geldes sein. Sich bei Gerichten an verschiedenen Hochschul- und Uni-Standorten in Deutschland einklagen zu wollen, dürfte mehrere Tausend Euro kosten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.10.2014

Kreuz, Sabine

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