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Studenten beenden Besetzung des Rektorats – Uni Leipzig sieht Schwarz-Gelb in der Pflicht

Studenten beenden Besetzung des Rektorats – Uni Leipzig sieht Schwarz-Gelb in der Pflicht

Gegen 20 Uhr wird am Freitag der besetzte Raum in der ersten Etage des Rektorats wieder frei sein. Nach zwölf Tagen haben sich die Studenten der Theaterwissenschaft entschieden, ihre Besetzung zu beenden.

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Pressekonferenz der Besetzer im Rektorat der Universität Leipzig.

Quelle: Christian Nitsche

Leipzig. Die Gespräche, die sie diese Woche mit zwei Prorektoren geführt haben, blieben laut den Studenten ergebnislos. Zwar hätten sie nun die Schlacht verloren, aber den Kampf wollen sie trotzdem nicht aufgeben.

Vor einem vollbesetzten Zimmer haben die Protestierer am Anfang der Pressekonferenz am Freitag ihre rosa und grünen Masken fallen lassen. In den Gesichtern der Besetzer ist die Enttäuschung zu lesen. Ihre Forderungen zur geplanten Schließung des Instituts für Theaterwissenschaft und den insgesamt vorgesehenen Kürzungen habe das Rektorat nicht erfüllt. „Wir sind an einem Punkt, an dem wir glauben, dass der Dialog hier im Rektorat nicht weiter fortgeführt werden kann, sondern nur an anderer Stelle“, sagte Ina Lutz, Mitorganisatorin der Besetzung, „unser Protest wird weitergehen, mit Blick auf das Staatsministerium.“

Diese Woche haben die Besetzer die Prorektoren Thomas Lenk und Thomas Hofsäss getroffen. Aus Sicht der Studenten waren beide Gespräche enttäuschend. Es sei kein transparenter Dialog zustande gekommen. „Bis heute wurden keine tragfähigen Gründe genannt, welche die Gefährdung eines ganzen Instituts rechtfertigen. Im Gegenteil, die Entscheidungen des Rektorats, die über die Zukunft ganzer Institute richten, basieren auf einer erschreckenden Unkenntnis über die einzelnen Disziplinen und ihrer Arbeit“, teilten die Besetzer am Freitag mit. Die Studenten bedauern das Fehlen einer inhaltlichen und strukturellen Auseinandersetzung vom Rektorat mit der Theaterwissenschaft. Sie sprechen sogar über ein willkürliches, intransparentes Vorgehen und schließen ab: „Erst wird gekürzt, dann evaluiert.“ Das stimme nicht, so Prorektor Thomas Lenk: „Dieses Vorgehen tragen die Gremien mit. Wir haben unsere ohnehin marginalen Spielräume genutzt und eine Bewertung anhand von Kriterien vorgenommen, die eine Vergleichbarkeit ermöglichen.“

Uni-Rektorat sieht Verantwortung für Kürzungen bei Landesregierung

 

Als das Rektorat im Januar weitere Streichstellen für Personalabbau vorschlagen musste, hatte es fünf Stellen aus dem Theaterwissenschaftsinstitut benannt. „Das ist und bleibt ein schmerzhafter Einschnitt“, sagte Lenk. Das Rektorat muss die Sparvorgaben der sächsischen Landesregierung erfüllen. Dass nur Stellen mit einer langfristigen Perspektive die hohe Qualität von Forschung und Lehrer sichern können, ist auch die Meinung des Rektorats. „In diesem Punkt unterstützen wir ausdrücklich die Forderungen unserer Studierenden“, betonte Lenk. Man sei in einen konstruktiven Dialog mit den Protestierern im Rektorat getreten. Die Theaterwissenschaft habe eine Zukunft an der Universität Leipzig, nicht in Form eines isolierten Instituts, aber in einer Vernetzung mit anderen Disziplinen.

Am Freitag appellierte das Rektorat erneut an die sächsische Landesregierung, die aus dem Studierenden-BAföG frei werdenden Mittel zur Verhinderung des bis 2020 vorgesehenen Stellenabbaus an den Hochschulen einzusetzen. Die Stundenten der Theaterwissenschaft wollen sich ebenfalls nicht entmutigen lassen; sie sollten ihre Forderungen an das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst und an die Staatsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) richten.

Adeline Bruzat

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