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Studentenproteste beim Blick ins Leipziger Augusteum - Grandiose Aussicht für Informatiker

Studentenproteste beim Blick ins Leipziger Augusteum - Grandiose Aussicht für Informatiker

Leipzig. Begleitet von Studentenprotesten ist am Freitag erstmals das Neue Augusteum der Universität Leipzig vorgestellt worden.

Herzstück ist der Haupthörsaal mit 800 Plätzen. Unklar ist noch immer, wann der gesamte Komplex fertig gestellt wird und wie hoch die Kosten dafür sind.

„Der Citycampus ist der mit Abstand größte Abschnitt einer Universität in Sachsen“, sagte Finanzminister Georg Unland (CDU). Bei einem Rundgang mit Universitätsmitarbeitern und Pressevertretern kam der Gast aus Dresden ins Schwärmen. „Hier wurden Elemente aus dem Flugzeug- und Automobilbau verbaut“, erklärte der Politiker und zeigte auf mit Glasfasern verstärkte Baustoffe in der Eingangshalle.

Trotz seiner Begeisterung für die futuristischen Formen zeigte sich Unland auch kritisch. Vor allem mit Planung und Ablauf war er bei dem Projekt nicht einverstanden. „In Zukunft müssen wir da anders bauen“, erklärte der Ressortchef.

Vor allem der Streit und die Ablösung des niederländischen Star-Architekten Erick van Eggerat habe „unterwegs zu vielen Problemen geführt, so der Minister. Ihm lägen noch immer keine Zahlen vor, was der Neubau in der Leipziger Innenstadt letztlich kosten wird, fügte Unland an.

Vor Gericht streite der Freistaat mit van Eggerat noch immer über größere Summe. Konkrete Zahlen nannte Unland dabei nicht. Die angepeilten 200 Millionen Euro für das Projekt werden vermutlich deutlich überschritten. Zur Kostensteigerung habe neben dem Rechtsstreit auch ein Wassereinbruch im Keller während der Bauphase geführt.

Studentenproteste im Audi Max

Bei allem Komfort im neuen Audi Max mit Internetanschlüssen an jedem Sitzplatz und Dolmetscherkabinen für Kongresse im Hintergrund, sind genau die Kosten der Hauptkritikpunkt bei den Studenten. Sie nutzten am Vormittag eine Festveranstaltung zum dies academicus anlässlich des 602. Gründungstages der Hochschule, um auf Missstände hinzuweisen. Vor allem die Kürzungen bei Lehrkräften wollen die angehenden Akademiker nicht hinnehmen. „Wir fordern das Rektorat auf, eine klare Stellung gegenüber der Landesregierung zu beziehen“, sagte Politik-Student Milan Matthisen. Die vorgesehenen Kürzungen machten die Universität kaputt. Symbolisch versteigerte er mit seinen Kommilitonen ein Modell des Augusteums für 220 Millionen Euro.

Rektorin Beate Schücking nahm den Protest im großen Hörsaal gelassen hin und lobte wie „aktiv und einfallsreichen“ die Studierenden seien. Minister Unland wurde später deutlicher. In den kommenden Jahren greife der Geburtenknick von Anfang der 1990er Jahre. Dafür würden jetzt im Hintergrund die Pläne erstellt, um dann „das Personal herunterzufahren“.

Der momentane Ansturm auf die Universitäten werde durch die Abschaffung der Wehrpflicht und die Streichung des 13. Schuljahres begünstigt. Mit Bundeshilfe, so Unland, wird deshalb die Zahl der Mitarbeiter noch konstant gehalten.

Eine deutliche Absage erteilte der Finanzminister dagegen Studiengebühren in Sachsen. Der Freistaat habe gemessen an der Zahl der Abiturienten doppelt so viele Studienplätze. Deshalb müsse bundesweit um kluge Köpfe geworben und sie möglichst auch anschließend in der Region gehalten werden. Zu seiner eigenen Vergangenheit meinte der CDU-Politiker: „Ich stände heute nicht hier, wenn ich Studiengebühren hätte bezahlen müssen“, so der gebürtige Bocholter. Da sage doch alles, wie er zu diesem Thema stehe.

Beeindruckender Ausblick für Mathematik- und Informatikstudenten

Freuen dürfen sich bald die Leipziger Mathematik- und Informatikstudenten. Sie genießen während Seminaren einen spektakulären Blick über den Augustusplatz und die Dächer der Stadt. Ihr Unterrichtsraum befindet sich in der achten Etage, 40 Meter über dem Erdboden. Einen Wettstreit darum habe es aber nicht gegeben, so Schücking. Da der Raum nicht allzu groß sei, hätten nur kleine Fachbereiche eine Chance gehabt. Die Naturwissenschaftler nutzen künftig auch den Felix-Klein-Hörsaal. Der Raum ist von außen gut auszumachen und befindet sich genau hinter der Kalksteinrosette des angrenzenden Paulinums.

Heinz Lohse, einst Mathematikdozent an der Universität und inzwischen 83 Jahre alt, ist von den Studienbedingungen begeistert. Er besuchte Ende der 1940er Jahre noch das Mathematische Institut in der Talstraße. „In einem Winter war es dort so kalt, dass der Professor im Mantel unterrichtete und ihm die Kreide aus den steifen Fingern fiel“, erinnerte sich Lohse. Heute sei das undenkbar.

Wann die Leipziger Studenten das Augusteum tatsächlich nutzen dürfen blieb auch am Freitag unklar. „Wir wollen möglichst schnell fertig werden“, sagte Finanzminister Unland. Spekulationen um eine Verzögerung bis ins Jahr 2014 wollte er nicht bestätigen.

Matthias Roth

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