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Bildung Studie: Unterricht an Sachsens Schulen ist langweilig - zu wenig Sport
Leipzig Bildung Studie: Unterricht an Sachsens Schulen ist langweilig - zu wenig Sport
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17:03 30.05.2011
Quelle: dpa
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Chemnitz

Dabei seien Eigenständigkeit, Freude, soziale Einbindung und körperliche Bewegung für gutes Lernen ungemein wichtig, sagte der Hirnforscher von der Universität Ulm (Baden-Württemberg), Manfred Spitzer, bei der Vorstellung einer Studie am Montag in Chemnitz.

Dabei wurden von Anfang 2009 an zwei Jahre lang 957 Schüler im Alter von drei bis zwölf Jahren befragt, beobachtet, gefilmt und zum Teil die Herzfrequenz gemessen. Die Studie ist Teil des Projektes „Fokus Kind“, mit der die Landesregierung das Lernverhalten der Jungen und Mädchen untersucht. In dieser Phase A des Projektes waren auch Eltern, Lehrer und Erzieher einbezogen. Diese Studie kostete 400.000 Euro.

Die Studie hat laut Spitzer gezeigt: Im Kindergarten und in der Grundschule sind die Jungen und Mädchen zumeist noch mit Feuereifer bei der Sache. Aber in Mittelschule und Gymnasium geht der Spaß am Lernen immer mehr verloren. „Die Langeweile nimmt von Schuljahr zu Schuljahr zu. Dabei ist Freude am Lernen im Gymnasium ebenso wichtig wie im Kindergarten.“ Es fehle körperliche Bewegung. Die Kinder lernten vormittags meist sehr intensiv. Aber gerade dann sei deren körperliche Aktivität besonders gering. „Das ist paradox.“ Es gebe zu wenig Schulsport. „Jeden Tag einen halbe Stunde Bewegung am Morgen wären gut.“

Aus der Sicht von Spitzer sind zunächst die Lehrer persönlich gefordert - aber nicht nur sie. „Die Lehrer können es. Das zeigen sie in den Ganztagsschulen am Nachmittag.“ Aber manchmal sei vielleicht der Leistungsdruck zu hoch. Da hätten die Pädagogen dann eventuell mehr den Unterrichtsstoff und den Lehrplan Blick. „Dabei verlieren sie das Kind aus den Augen.“ Spitzer plädierte zudem für kleine Schulen. „Wenn jeder jeden kennt, schmiert keiner die Wände voll. Das traut sich dann keiner. Kleine Schule sind gut.“

„Unserer Vermutungen haben sich durch die Studie bestätigt“, sagte Kultusminister Roland Wöller (CDU). In einer zweiten Projektphase B solle versucht werden, die Erkenntnisse der Studie praktisch umzusetzen. Bis Ende 2012 sollen Modelle und entwickelt und erprobt werden, die den Schulalltag für die Jungen und Mädchen schöner machen.

dpa

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