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Bildung Symposium zum Abschied für Park-Klinikum-Chefarzt Edelhard Thoms
Leipzig Bildung Symposium zum Abschied für Park-Klinikum-Chefarzt Edelhard Thoms
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23:59 19.01.2015
Edelhard Thoms Quelle: André Kempner

Inzwischen wurde daraus das Helios Park-Klinikum Leipzig. Und hier nun vollendet Thoms, Jahrgang 1948 und gebürtig in Isernhagen, sein berufliches Wirken.

Altersbedingt, wie es hieß, scheidet er Ende Januar aus. Für Freitag erwartet die Klinik namhafte Referenten und Gäste aus ganz Deutschland - der Kollege, Arzt und Wissenschaftler soll mit einem öffentlichen Fachsymposium gewürdigt werden. Immerhin wirkt er auch in vielen renommierten Gremien mit. Aktuell ist er unter anderem Deutschland-Vorsitzender der "Gesellschaft für Seelische Gesundheit in der Frühen Kindheit", die in der Bundesrepublik, Österreich und der Schweiz tätig ist.

Thoms zählt zu den Vorreitern bei der Erkennung und Behandlung von Beziehungsstörungen zwischen jungen Eltern und ihren Sprösslingen im Alter von null bis drei Jahren. Die Focus-Ärzteliste listete ihn in ihrem bundesweiten Ranking mehrfach unter die Top-Experten seines Gebietes, unter anderem als einen der führenden Suchttherapeuten Deutschlands. Vor Ort an der Pleiße engagierte er sich fürs Kindeswohl, etwa als Mitglied des Netzwerkes "Kinderschutz und frühe Hilfen in Leipzig". Er hielt - auch in zig LVZ-Beiträgen - nie hinterm Berg, kritisch die städtische Jugend- und Drogenpolitik zu hinterfragen. Leidenschaftlich. Und immer mit viel Herz.

Das Symposium ihm zu Ehren findet am Freitag von 10 bis 17 Uhr in der Turnhalle der Psychiatrischen Kliniken in der Morawitzstraße 2 statt. Mit "Quo vadis Kinder- und Jugendpsychiatrie" ist es überschrieben. Und wer Thoms kennt, weiß nahezu, was da inhaltlich zur Sprache kommen soll - ein Thema, für das er stets focht: das Spannungsfeld zwischen medizinischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekten in der Versorgung seelisch kranker Kinder und Jugendlicher. Die Kollegen am Rednerpult wollen das wohl gern aufgreifen. Ihre Vorträge widmen sie Aspekten der Eltern-Kind-Beziehung und übergreifenden Versorgungsstrukturen ebenso wie konkreten Fragen bei der Behandlung von Suchterkrankungen und psychischen Störungen des Nachwuchses. "Es ist belegt, dass in Deutschland jedes fünfte Kind seelische Probleme hat", so der scheidende Chefarzt. "Das bedeutet nicht automatisch, dass jedes dieser Kinder zwingend behandlungsbedürftig ist, aber es wächst definitiv die Notwendigkeit psychiatrischer und psychotherapeutischer Interventionen."

"Unter der Führung von Chefarzt Thoms gelang es, die hier ansässige Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie mit guten Behandlungsstrukturen und innovativen Behandlungsangeboten zu einer Vorzeigeeinrichtung zu entwickeln", lobt Park-Klinikum-Geschäftsführerin Kerstin Ciossek. Thoms Nachfolge werde nun ab Februar der niederländische Professor Andries Korebrits antreten. Thoms selbst meinte gestern gegenüber LVZ, die Hände längst nicht in den Schoß legen zu wollen. Er bleibe samt Lebensgefährtin in Leipzig (seine sechs Kinder seien bereits aus dem Haus) und behandele in einer Privatpraxis Patienten weiter. Nicht zuletzt sei er am Sächsischen Institut für Psychotherapie und Psychoanalyse eingebunden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.01.2015

Raulien, Angelika

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