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Bildung Tag der Stipendien an der Uni Leipzig zeigt den Studenten Möglichkeiten auf
Leipzig Bildung Tag der Stipendien an der Uni Leipzig zeigt den Studenten Möglichkeiten auf
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08:50 10.12.2009
Leipzig

Gerald Whittle klapperte alle Tische im Foyer des Geisteswissenschaftlichen Zentrums in der Beethovenstraße ab, suchte das Gespräch, packte Informationsmaterial ein. Der in England geborene, in Freiburg beheimatete und an der Alma mater "American Studies" belegende Kommilitone fahndete nach einer Möglichkeit, seine Eltern, die ihm finanziell aushelfen, zu entlasten. "Es geht aber nicht nur ums Geld, mit den Stipendien sind ja auch umfängliche Begleitprogramme verbunden."

Hilfestellung fand er allenthalben, etwa bei Holger Zemanek, der für die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung ins Beraterrennen ging. Als Uni-Doktorand profitiert er selbst von einem Promotionsstipendium der Stiftung, die Beihilfen für Studenten in Höhe des Bafög-Satzes, aber auch Probestipendien für Abiturienten ausreicht. Zwei Auswahlrunden müssen die Kandidaten absolvieren. "Das Bewerbungsgespräch geht dann wirklich in die Tiefe", meinte Zemanek, neben dem sich Tobias Wissmann mit einem Stapel in Grün gehaltener Flyer platziert hatte. Die Farbe der Hoffnung für jene, die ein Stipendium der Heinrich-Böll-Stiftung anstreben, die sich den Bündnisgrünen verbunden fühlt.

Wissmann, Student an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur und Böll-Stipendiat, erzählte allen, die es wissen wollten, über die Bewerbungsmodalitäten und die in Aussicht stehenden Leistungen: Mentoring-Programm, Zuwendung in Bafög-Höhe oder ein Promotionsstipendium. Rund 15 Prozent der Bewerber bekommen den Zuschlag. "Einen Versuch ist die Sache allemal wert."

Vor einer Bewerbung nicht zurückzuschrecken, das riet auch Benjamin Wieland. "Die Hürden können genommen werden", so der Geschichtsstudent an der Uni, der ein Stipendium der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung bekommt, Das Leistungsangebot reiche von der Begabten- und Graduiertenförderung bis zur Unterstützung ausländischer Studierender. Wieland: "Und das Stiftungsnetzwerk sorgt für viele Kontakte."

Es brauche schon etwas Überwindung, sich dem Auswahlprozedere zu unterziehen, "aber wenn man es geschafft hat, lässt sich entspannter studieren", meinte Andrea Englisch, die an der Uni Psychologie belegt und Stipendiatin der Friedrich-Ebert-Stiftung ist, die sich an die SPD anlehnt. Probestipendien, Grundförderungen oder Promotionsstipendien werden vergeben. Jeder vierte Bewerber komme zum Zuge, gab Englisch auch Stipendiensucher Whittle mit auf den Weg und wünschte "viel Glück".

Mario Beck

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