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Bildung Tausende Leipziger Schüler erhalten kostenlose Taschenrechner
Leipzig Bildung Tausende Leipziger Schüler erhalten kostenlose Taschenrechner
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00:18 19.03.2016
Die Mathematik-Fachlehrerkonferenz des Leipziger Kant-Gymnasiums hatte sich bereits 2014 für das Modell Casio Class Pad II entschieden. (Symbolbild) Quelle: dpa
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Leipzig

Es ist eine Geschichte mit zumindest gutem Ende. Soeben wurden in den 8. Klassen des Kant-Gymnasiums die ersten 87 grafikfähigen Taschenrechner kostenlos ausgeteilt. Wahrscheinlich dauert es jetzt nicht mehr lange, bis alle Leipziger Schüler, die solche nicht ganz billigen Geräte gemäß Lehrplan benötigen, damit versorgt sind. Aber der Reihe nach.

Die Stadt Leipzig ließ sich viel Zeit damit, ein entsprechendes Urteil vom Oberverwaltungsgericht Sachsen (OVG) in die Tat umzusetzen, meint Helge Burghardt. Der Rechtsanwalt aus der Südvorstadt vertrat zwei Schülerinnen des Kant-Gymnasiums bei diesem Thema juristisch. „Das OVG hatte in einem anderen Verfahren am 2. Dezember 2014 entschieden, dass das Bereitstellen grafikfähiger Taschenrechner eine Pflichtaufgabe des Schulträgers ist“, erklärt er. Bis dahin habe die Stadt Leipzig alle Kosten für die modernen Geräte, die im Einzelverkauf zwischen 70 und 170 Euro liegen können, auf die Eltern abgewälzt. Eine Rückerstattung des Kaufpreises an die Eltern lehnte das OVG im selben Urteil aber ab.

Laut dem sächsischen Schulgesetz, so die Bautzner OVG-Richter weiter, sind die modernen Rechenmaschinen Lernmittel, welche der Schulträger in folgenden Bildungseinrichtungen gratis zur Verfügung stellen müsse: ab der 8. Klasse in allen Gymnasien, zudem in Berufs- und Abendschulen.

Etwa 2350 Schüler in Leipzig haben allein im laufenden Schuljahr 2015/16 einen Anspruch darauf. Das prophezeite die Stadt in einer „eilbedürftigen“ Vorlage vom Mai 2015. „Die Schultaschenrechner müssen zu Beginn des Schuljahres 2015/16 bereit stehen“, hieß es damals weiter.

Aber sie trafen keineswegs im August 2015 vor Ort ein. Vielmehr erst im Februar 2016, kritisiert der Rechtsanwalt. „Dann waren Winterferien und das Kant-Gymnasium musste dazu noch unentgeltliche Verleihverträge mit den Schülern beziehungsweise Eltern abschließen“, berichtet Burghardt. Folglich konnten die 87 Achtklässler ihre Geräte vom Typ Casio Class Pad II (siehe Foto – deren Verwendung hatte die Fachlehrerkonferenz für den Bereich Mathematik schon im Mai 2014 beschlossen) erst vergangene Woche in Empfang nehmen. „Mehr als ein halbes Jahr lang blieb der ordnungsgemäße Unterricht aber unmöglich. Die Eltern vertrauten ja darauf, dass die Stadt Leipzig ihre Verpflichtungen schnell erfüllt.“

Wahrscheinlich würden die Schüler noch heute warten müssen, wenn nicht zwei von ihnen – nach einer negativen Auskunft der Kommune vom Oktober 2015 – geklagt hätten. Im November entschied das Verwaltungsgericht Leipzig dazu per einstweiliger Anordnung, die Stadt müsse sofort zumindest den beiden Klägerinnen je ein Casio Class Pad II kostenlos zur Verfügung stellen. Es bedurfte indes etlicher Nachfragen, Mahnungen und der Androhung weiterer Gerichtsverfahren, bis die Kommune sich im Dezember bereit erklärte, den zwei Mädchen ihre Geräte kurz vor Weihnachten zu liefern. Nach erneuter Intervention teilte das Rathaus am 16. Dezember mit, zum Liefertermin 19. Januar erhielten alle Achtklässler ihr Class Pad. „Doch auch dieser Termin verstrich fruchtlos“, so Burghardt.

Immerhin sind sie jetzt da. Mittlerweile stellte die Stadt 487 000 Euro für das laufende und für das nächste Schuljahr zum Kauf von Taschenrechnern zur Verfügung. Mit einem kleinen Teil dieser Summe werden auch einfachere Geräte für die 5. Klassen an den Ober- und Förderschulen finanziert, obwohl die Kommune hierzu nicht gesetzlich verpflichtet ist.

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