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Tausende Studenten auf Wohnungssuche in Leipzig - Andrang auf Wohnheime in Dresden

Tausende Studenten auf Wohnungssuche in Leipzig - Andrang auf Wohnheime in Dresden

Eine preiswerte Einraumwohnung, eine Wohngemeinschaft oder doch in ein Studentenwohnheim? Zu Semesterbeginn suchen wieder Tausende Studenten in Sachsen eine neue Unterkunft.

Dresden/Leipzig. In den meisten sächsischen Universitätsstädten übersteigt die Nachfrage nach Plätzen in Studentenwohnheimen das Angebot. Gerade in Dresden sorgt die Exzellenzinitiative für einen großen Andrang. Relativ entspannt ist dagegen die Lage in Leipzig.

Derzeit gebe es in der Messestadt keinen Mangel an Wohnheimplätzen, sagte Kai Hörig vom Studentenwerk Leipzig. Bisher stehen rund 1930 Bewerber den etwa 1900 Plätzen gegenüber. Dagegen ist in Dresden, wo die TU gerade Exzellenzuniversität wurde, der Andrang groß. 2118 freie Wohnheimzimmer vermittelt das Studentenwerk zum Semesterstart. „Bisher haben sich rund 2900 junge Menschen beworben“, sagte Sprecherin Heike Müller. „Wir würden gern mehr Plätze anbieten, Neubauten sind aber wegen der fehlenden Gelder nicht möglich.“ Rund 400 Bewerber hätten bereits eine Absage bekommen.

Auch in Freiberg und Mittweida gibt es für jeden der 450 freien Wohnheimplätze mehr als einen Bewerber. In Chemnitz und Zwickau warten 1198 Studenten auf einen Wohnheimplatz, 918 Verträge sind unterschrieben. „Wir vermitteln Bewerber, die nicht unterkommen, an private Vermieter weiter“, sagte Studentenwerk-Geschäftsführerin Anja Schönherr.

Zentrumsnah und Single-Wohnung: Ansprüche der Leipziger Studenten steigen

Die Situation in der Messestadt mit gestiegenen Bewerberzahlen, aber wenigen Auswirkungen auf Wohnsituation erklärte Hörig, Abteilungsleiter des Wohnservices beim Leipziger Studentenwerk gegenüber LVZ-Online: „Die Nachfrage steigt zwar leicht, aber gleichzeitig springen mehr Interessenten später wieder ab, beispielsweise weil sie eine Zusage für ein Studium in einer anderen Stadt erhalten haben." Deshalb, und weil die künftigen Mieter immer häufiger und konkretere Anfragen zur Ausstattung der Wohnheime stellten, erhöhe sich auch der organisatorische Aufwand.

„Wir stellen fest, dass die Ansprüche der Studierenden gestiegen sind“, sagte Hörig. Gefragt seien zunehmend innenstadtnahe Unterkünfte und Single-Wohnungen. „Deshalb schaffen wir kleinere Objekte im Zentrum, wie die kürzlich eröffneten Appartements in der Seeburgstraße. Aber grundsätzlich sehen wir keinen Bedarf, die Zahl der Wohnheime drastisch zu erhöhen.“ Das Studentenwerk stellt nach eigenen Angaben etwa 5150 Wohnheimplätze zur Verfügung. Im Jahresdurchschnitt liegt die Auslastung bei 96 Prozent. Zum Beginn des Wintersemesters gebe es Wartelisten, die aber bis zum November abgearbeitet seien, so Hörig.

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Sachsenweit zeigt sich folgendes Bild: Vor Beginn des Wintersemesters 2012/2013 im Oktober liegen bisher 6800 Bewerbungen auf derzeit rund 5400 Plätze vor, wie eine dpa-Umfrage ergab. Der Freistaat sieht indes keine Notwendigkeit, Neubauten zu fördern. Die Grünen im Landtag kritisierten in der ersten Debatte um den Doppelhaushalt 2013/2014 die unzureichende Ausstattung der Studentenwerke.

„Wir können mit dem bestehenden Angebot rund 14 Prozent der Studierenden unterbringen. Mehr ist in Zukunft nicht notwendig“, sagte der Sprecher des Wissenschaftsministeriums, Karltheodor Huttner. Das Ministerium geht davon aus, dass die Studentenzahl schon in diesem Winter ihren Höchststand erreicht. Zudem gebe es auf dem privaten Wohnungsmarkt ausreichend attraktive Angebote.

Entspannte Lage auf privatem Wohnungsmarkt - keine neuen Studentenwohnheime geplant

Noch ist der private Wohnungsmarkt im Freistaat entspannt, Zimmer sind noch relativ einfach zu finden. Zumindest in Dresden werde die Nachfrage bis zum Semesterstart aber anziehen, schätzt Studentenwerk- Sprecherin Müller. Ausländer finden allerdings nur schwer eine Bleibe außerhalb der Wohnheime, sagte Ministeriumssprecher Huttner. „In vielen Regionen herrschen durchaus Vorurteile.“ Derzeit studieren rund 11.500 junge Menschen aus aller Welt im Freistaat.

„Studierende aus dem Ausland sind eindeutig auf die Wohnheime angewiesen“, berichtete Leipzigs Studentenwerk-Sprecher Hörig. Zu den Hürden gehörten vor allem hohe Mietkautionen, Sprachbarrieren, fehlende Wohnungsausstattung und schlecht kalkulierbare Nebenkosten, zählte Studentenwerk-Chefin Schönherr auf. Derzeit sind in Leipzig und Dresden je gut ein Drittel der Wohnheimplätze an Ausländer vergeben, in Chemnitz liegt der Anteil leicht darunter. In Zwickau hat nur jeder zehnte Wohnheimbewohner einen ausländischen Pass.

Baumaßnahmen der Studentenwerke beschränken sich derzeit auf die Instandhaltung. Dadurch bekommen Dresden rund 210 und Leipzig rund 100 neue Wohnheimplätze zum Semesterbeginn. In der Messestadt sollen bis 2014 jährlich bis zu 100 Zimmer saniert werden. Chemnitz gewinnt ein saniertes Wohnheim mit 176 Plätzen und auch in Freiberg wird eine einst stillgelegte Wohnanlage saniert - mit 80 Plätzen ab 2013.

Kai Thomas, dpa / Michael Frömmert

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