Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Bildung Torschrei in der Vorlesung - Videoclips aus dem Leipziger Uni-Leben auf Youtube
Leipzig Bildung Torschrei in der Vorlesung - Videoclips aus dem Leipziger Uni-Leben auf Youtube
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:15 06.01.2012
Leipzig

Munter doziert der Journalistik-Professor über die redaktionelle Verwertung von Texten, da springt ein Kommilitone auf, stößt einen Jubelschrei aus und kriegt sich vor versammelter Mannschaft gar nicht mehr ein.

Der plötzliche Gefühlsausbruch hat - wie sich in dem Filmchen zeigt - nichts mit einem impulsiv ausartenden Aha-Effekt bezüglich des vermittelten Lehrstoffes zu tun. Mit Kopfhörer und Laptop ausgestattet, hat der Studiosi nicht die Vorlesung, sondern ein Fußballspiel verfolgt und sein Umfeld dabei völlig vergessen.

  Als ein Tor fällt, hält es ihn nicht mehr auf der Hörsaalbank, er brüllt ein "Jaa" und erntet erst einen Lacherfolg beim Hörsaalvolk und dann Beifall. Nur rund 90 Sekunden dauert die Aufnahme des Geschehens, mehr als 190.000 Mal wurde sie bisher angeklickt.

"Chaos im Hörsaal der Anatomie" hat ein Filmschaffender sein 50-Sekunden-Video getitelt, das die Ausgabe der Zettel mit den Aufgaben für die Allgemeinmedizin-Klausur an der Universität dokumentiert. Zu sehen ist ein Begängnis und Bedrängnis, denn jeder der Studenten muss seinen Umschlag mit den Prüfungsfragen selbst von einen Tisch ganz unten im Saal abholen.    Erst geht es treppab, dann wieder treppauf für die Kommilitonen. Mehr als 43.000 Mal wurde die Szene bisher im Web abgerufen. Auch die Kommentare haben Unterhaltungswert. "Wer das Chaos nennt, der war noch nie in einer Gesamtschule", so ein Eintrag. Ein anderer: "Ich sehe da kein Chaos, ich sehe nur den ganz normalen Alltag wie in jeder Uni".

Nur auf 4000 Klicks bringt es zwar das bei Youtube hinterlegte Video-Interview mit Uni-Wirtschaftsprofessor Helge Löbler, aber eine krude Nummer ist das knapp zwei minütige Gespräch allemal. Es geht - am Rande einer Tagung - um die zentrale Frage. "Was heißt Studieren für morgen?" Und der Gelehrte lässt seinen Gedanken freien Lauf.

Quintessenz: Es gelte sich vom Ballast des klassischen Wissens zu befreien und Freiräume zu finden. Man müsse sich eben einen eigenen Reim drauf machen. "Wir schütten Studenten mit Wissen zu, ohne auf deren Fragen zu reagieren und können so auch keine Antworten geben." Schülern rät er: "Macht euch nichts daraus, wenn ihr schlechte Noten habt, denn schlechte Noten sind ein gutes Signal für eigenständiges Denken."

Mario Beck

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Sprachwissenschaftler aus der ganzen Welt tauschen sich derzeit in Leipzig über neue Entwicklungen in ihrem Fachbereich aus. Auf der 20. Conference of the Student Organization of Linguistics in Europe (ConSOLE) beschäftigen sich nach Angaben der Universität rund 80 Teilnehmer bis zum Sonnabend mit der theoretischen Linguistik.

04.01.2012

Der Forscher Dr. Markus Morawski erhält den Förderpreis der Alzheimer Forschung Initiative (AFI). Wie die Universität Leipzig am Donnerstag mitteilte, wird er damit ab sofort in seiner Forschungsarbeit unterstützt.

29.12.2011

Mit Professor Jens-Uwe Stolzenburg steht seit kurzem ein Leipziger Mediziner im Ehrenbuch der Moskauer Lomonossov-Universität. Wie die Universitätsklinik Leipzig am Mittwoch mitteilte, wurde Stolzenburg anlässlich eines Symposiums in Moskau mit der Auszeichnung geehrt.

28.12.2011