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Bildung Toskana-Trip mit Wasser im Tank - Leipziger wollen Wettkampf gewinnen
Leipzig Bildung Toskana-Trip mit Wasser im Tank - Leipziger wollen Wettkampf gewinnen
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01:00 05.07.2013
Martin Böttcher (links) und Dimitri Dittmann mit Antriebskomponenten und einer Computersimulation ihres Fahrzeuges, mit dem sie beim Ferchau-Wettbewerb "Mobilität von Morgen" den Sieg einfahren wollen. Beim Finale in Italien gehen sie für die HTWK Leipzig an den Start. Quelle: Andreas Doering

Der versorgt die Fortbewegungsmotoren mit Saft und das Mobil schraubt sich förmlich durch die Gegend. Mit dem Projekt haben ein Student und ein Absolvent der Leipziger Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) jetzt die Teilnahme am Finale der Ferchau-Challenge in der Toskana in der Tasche - und geben sich siegesgewiss.

Das Vorhaben hat sie zusammengeschweißt: Maschinenbau-Student Martin Böttcher (25) und Dimitri Dittmann (29), der die Ausbildung hinter sich hat und ins Berufsleben eingestiegen ist, sind mittlerweile ein eingespieltes Entwickler-Team. Bei dem vom bundesweit vertretenen Engineering-Dienstleister Ferchau ausgelobten Wettbewerb "Mobilität von Morgen" geben sie Gas - mit einem Mobil, dem schwieriges Gelände nichts ausmacht. "Sand, Morast, Wasser - alles kein Hindernis", sagt Böttcher und Dittmann wirft auf dem Laptop eine virtuelle Animation an, um den innovativen Ansatz zu verdeutlichen.

Anregungen dafür holte sich das Duo bei einem einst vom russischen Militär aus der Taufe gehobenen Konzept. "Das haben wir hinsichtlich der Wendigkeit und des Power-Systems perfektioniert und bauen nun ein ferngesteuertes Modell, mit dem wir im September zum Challenge-Finale in der Toskana antreten", so Böttcher. "Da liegen aber noch einige Tüftler-Nachtschichten und Teile-Beschaffungen vor uns", schiebt Dittmann nach. Ferchau hat schon 1000 Euro gesponsert. "Gut investiertes Geld", meint der Leipziger Niederlassungsleiter Steffen Voigt, "in dem Fahrzeug steckt viel Know-how".

So zum Beispiel in jenen zwei mit Federn aus Formgedächtnismetall und Exzentern bestückten Rädern, die zu rotieren beginnen, wenn sie in ihrem Thermobehälter heißes Wasser als Treibstoff bekommen. "Die Betriebstemperatur beginnt bei etwa 50 Grad Celsius, aufgeheizt wird mit Solarkollektoren", beschreibt Dittmann die Technologie. Durch den Dreh wird ein Generator angekurbelt, dessen Strom vier Motoren speist, die in vier als Antrieb dienenden Wühlschrauben sitzen. Einzeln steuerbar, sorgen sie für eine enorme Beweglichkeit des Fahrzeuges.

Beim Wettkampf-Finale in Italien muss das per Funk navigierte Gefährt einen 400 Meter langen Parcours bewältigen, außerdem gibt es eine Bonusstrecke mit Steigungs-, Gegenwind- und Slalomeinlagen. Bepunktet wird von der Jury auch das Design. Den Gewinnern unter den fünf Finalisten-Mannschaften winkt ein Preisgeld von bis zu 5000 Euro. Dittmann: "Uns geht es aber vor allem ums Prestige - die HTWK ganz vorn, das wäre doch was."

Schon einmal hatte es ein Team der Hochschule bis in die Ferchau-Challenge-Endrunde geschafft. 2009 schickten die Studenten dabei auf Korsika ein Automodell mit einem Heißgasmotor ins Rennen, der durch per Linse gebündelte Sonnenstrahlen auf Touren kam. Allerdings nicht stark genug, um die Konkurrenz abzuhängen. HTWK-Professor Detlef Riemer fungierte damals als Projekt-Mentor - und stand nun auch Dittmann und Böttcher mit Rat und Tat zur Seite.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.07.2013

Mario Beck

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