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Trance im Tomografen: Forscher sondieren Hirnaktivität bei Schamanen

Max-Planck-Institut Trance im Tomografen: Forscher sondieren Hirnaktivität bei Schamanen

Was spielt sich im Oberstübchen ab, wenn Schamanen trommeln und sich so in Trance versetzen? Wissenschaftler des Leipziger Max-Planck-Institutes für Kognitions- und Neurowissenschaften sind zusammen mit Fachleuten anderer Forschungseinrichtungen im In- und Ausland dieser Frage nachgegangen und berichten nun im renommierten Fachjournal Cerebral Cortex über die Ergebnisse der Studie.

Auftritt des Schamanen Tzamarenda Naychapi aus Ecuador vor der Fußball-WM 2006 im Leipziger Zentralstadion. Schamanen können sich sowohl in Extase als auch in Trance versetzen. Was sich bei dieser Reise ins Ich neurobiologisch abspielt, haben Wissenschaftler des hiesigen Planck-Institutes für Kongnitions- und Neurowissenschaften erkundet.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Gerätetechnisch wurden dabei alle Register gezogen: Zum Einsatz kamen sowohl die funktionelle Magnet-resonanz-Tomografie, mit der dem Gehirn quasi bei der Arbeit zugesehen werden kann, als auch Verfahren, die elektrophysiologische Daten liefern.

Ergebnis: Der Zustand völliger Entrücktheit spiegelt sich in Veränderungen jener Netzwerke im Hirn wider, die mit intern ausgerichteten Gedankenströmen und der kognitiven Kontrolle zu tun haben. Außerdem fanden sich Belege dafür, dass eine Entkopplung von der äußeren Wahrnehmung stattfindet.

Um zu erkunden, was neurobiologisch bei spiritueller Trommelmusik passiert, hatten die Leipziger Forscher fünfzehn erfahrene Schamanen aus Deutschland sowie Österreich zu Experimenten ans Institut in der Stephanstraße eingeladen. Nacheinander wurden sie im Magnetresonanz-Tomografen platziert und ihnen über Kopfhörer rhythmisches Trommeln eingespielt. Gebeten wurden sie zum einen, auf den Trance-Trip zu gehen, und zum anderen, es zu vermeiden. Denn nur so war es möglich, die Unterschiede zwischen der normalen Hirnaktivität und der in jener Phase festzustellen, die Schamanen oft als eine Reise ins innere Ich beschreiben.

In Erfahrungsberichten schildern sie auch, dass dann eine Bewusstseinserweiterung erfolgt, bei der das geistige Auge besonders klar blickt und Eingebungen erfolgen. Zudem zählt die sogenannte schamanische Praxistradition zu den ältesten Heilkünsten. Kulturübergreifend wird sie in der ganzen Welt genutzt. Trotz der apparativ-nüchternen Atmosphäre am Planck-Institut gelang es allen Probanden nach eigenem Bekunden, sich in eine "trommelinduzierte Trance" zu versetzen. Aus den Hirn-Scans konnten die Forscher herauslesen, was sich dabei unter der Schädeldecke vollzieht.

Wichtige Knotenpunkte des Nervennetzwerkes des Gehirns offenbarten sich in drei Regionen als verstärkt. Die Verbindungsdichte nahm in Bereichen zu, die in der Fachsprache als Posterior Cingulate Cortex (PCC), Dorsaler Anterior Cingulate Cortex und Insula bezeichnet werden. Letzteren obliegen Kontrollfunktionen für wichtige Informationsströme. PCC wiederum spielt bei innerlich orientierten Zuständen eine Rolle. Andererseits stießen die Wissenschaftler auf eine reduzierte Verknüpfung des auditorischen Signalweges bei den in Trance liegenden Schamanen, was die Abkopplung der äußeren Wahrnehmung erklären könnte. Ihre Veröffentlichung haben die Forscher mit mehreren Hirnaufnahmen illustriert, bei denen sich die betroffenen Areale farblich hervorheben.

Seitens des hiesigen Planck-Institutes waren Professor Robert Turner und Johannes Stelzer an der Studie beteiligt. Die jetzt publizierten Untersuchungen liegen schon einige Zeit zurück. Turner, der seit 2006 zum Institutsdirektorium gehörte, ist mittlerweile emeritiert und Stelzer ans Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen gewechselt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.08.2015
Beck, Mario

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