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Bildung Überbelegung ruiniert pädagogischen Ansatz - Grüne wollen Nachbarschaftsschule helfen
Leipzig Bildung Überbelegung ruiniert pädagogischen Ansatz - Grüne wollen Nachbarschaftsschule helfen
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23:59 14.08.2014
Leipzgs Grüne wollen das Konzerpt der Nachbarschaftsschule (Nasch) retten. Quelle: André Kempner
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Leipzigs

Eltern befürchten aber, dass die einzige Gemeinschaftsschule in Leipzig ihr Konzept künftig nicht mehr wie bisher umsetzen kann. Dagegen haben sie bereits im Vorjahr vorm Landtag demonstriert (wir berichteten).

Hintergrund: Die Initiative Nachbarschaftsschule Leipzig hat die Schule vor 25 Jahren gegründet, um ein reformpädagogisches Konzept zu verwirklichen. Inhalt: altersgemischte Eingangstufen bis zur 3. Klasse, gemeinsame Unterrichtseinheiten und Projektwochen bis zur 10. Klasse, ausgeprägte individuelle Förderung, selbstständiges Lernen. Mittlerweile hat die Nasch den Status eines Schulversuches, der aber bis 2017 befristet ist. Wegen steigender Geburtenzahlen wird der Druck auf die Bildungsstätten aber größer - das Kultusministerium zieht die Daumenschrauben an, die Klassen werden auch an der Nasch bis auf die vorgegebenen 28 Schüler aufgefüllt.

"Wir werden nicht sehenden Auges zulassen, dass das Land Sachsen eine ihrer profiliertesten Schulen opfert, weil in Leipzig die Plätze an Schulen knapp sind", sagt Grünen-Fraktionschefin Katharina Krefft. Epochenunterricht, Projekttage, Wochenplan, Ausflüge sowie der hohe Mehraufwand für die Lehrenden sei mit immer mehr Kindern nicht zu bewältigen. Ihre Fraktion hat daher beantragt, dass die Stadt mit dem Freistaat verhandelt, die Nasch komplett in kommunale Trägerschaft zu übernehmen.

Fürs Gebäude ist Leipzig zwar bereits zuständig. Die Grünen wollen aber, dass die Kommune ebenfalls die Personal- und Konzepthoheit übernimmt. Möglich ist das, so eine Zuständigkeit wird bei Freien Schulen praktiziert. "In kommunaler Trägerschaft besteht die Chance, das Schulkonzept der Gemeinschaftsschule zu retten und deren weitere Entwicklung zu unterstützen", so Krefft. Die Stadt Jena betreibe zwei solcher Schulen.

In Sachsen gab es einst neun Gemeinschaftsschulen, von denen noch zwei in der einstigen Form übriggeblieben sind. Begründet wird das damit, dass viele Reformversuche in reguläre Schulprofile eingeflossen sind. Die Grünen loben hingegen die Bilanz der Nasch. Kaum ein Schüler verlässt diese ohne Abschluss - im Unterschied zu vielen staatlichen Einrichtungen. Die Anmeldezahlen sind vielfach höher als die Kapazität. Der Stadtrat muss über den Antrag der Grünen beraten. Diese wollen, dass Leipzig mit dem Freistaat über eine Übernahme der Kosten verhandelt sowie die Personalhoheit an die Nasch delegiert.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.08.2014

Mathias Orbeck

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