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Bildung Umfrage ergibt nur Mittelmäßige Noten für das Schulessen in Sachsen
Leipzig Bildung Umfrage ergibt nur Mittelmäßige Noten für das Schulessen in Sachsen
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15:03 15.09.2012
Knapp zwei Drittel der Schüler in Sachsen nehmen laut Studie regelmäßig am Mittagessen in der Schule teil. (Archivbild) Quelle: dpa
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Dresden

Die Hauptkritikpunkte: Es gibt zu viel Fleisch und verarbeitete Kartoffelprodukte, zu wenig frisches Obst und Gemüse. Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte finde man hingegen kaum auf den Speiseplänen, sagte Sorg.

Oft seien zudem die Speiseräume überfüllt, den Schülern bliebe wegen der knapp bemessenen Pause kaum Zeit für eine ruhige Mahlzeit. „Da verzichten manche lieber ganz“, so Sorg. Positiv sei dagegen zu bewerten, dass in Sachsen nahezu flächendeckend ein warmes Mittagessen für die Kinder und Jugendlichen angeboten wird.

Auch eine 2010 veröffentlichten Studie zur Schulverpflegung vom Freistaat zeigt, dass es noch Nachholbedarf gibt: Nur 35 Prozent der Speisepläne sehen demnach täglich frisches Gemüse oder Rohkost vor, Jägerschnitzel, Hackbällchen und Co. kommen dagegen in 97 Prozent der Einrichtungen deutlich häufiger auf den Teller, als es die Deutsche-Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt. Die DGE sieht vor, dass es viermal pro Monat Fisch gibt - Fleisch dagegen höchstens achtmal. Süße Hauptgerichte wie Grießbrei oder Milchreis sind zweimal pro Monat im DGE-Speiseplan vorgesehen.

Knapp zwei Drittel der Schüler in Sachsen nehmen laut Studie regelmäßig am Mittagessen in der Schule teil. Während es in den Klassen 1 bis 4 noch knapp 73 Prozent sind, essen in der 11. und 12. Klasse nur noch rund 23 Prozent der Jungen und Mädchen in der Schule - viele weichen lieber auf den Kiosk oder Imbiss aus.

Gekocht wird kaum an den Schulen: In Dresden etwa werden in den städtischen Einrichtungen die Speisen heiß angeliefert und ausgegeben oder gefrorenes Essen vor Ort erhitzt. Zwar könne auch einiges in der Schule vorbereitet werden. „Aber von Kochküchen kann man nicht sprechen“, hieß es. Im vergangenen Schuljahr hat nach Angaben der Stadt jeder zweite Schüler am Mittagessen teilgenommen. Auch in Leipzig beliefern Caterer die Schulen vor allem mit warmem Essen, zehn Prozent der Einrichtungen werden mit Tiefkühlkost versorgt, die dann vor Ort erhitzt wird.

„Gesundes Schulessen und Catering-Service schließen sich nicht unbedingt aus“, sagte eine Sprecherin der DGE. Dafür müsse das Essen allerdings innerhalb von drei Stunden von den Kochtöpfen des Anbieters auf dem Teller der Kinder landen - sonst bleibe von Vitaminen nicht viel übrig. Studien hätten allerdings gezeigt, dass das Essen nicht selten bis zu vier Stunden lang warm gehalten wird - und das nach Vorschriften der Hygiene bei 65 Grad Celsius. „Wie Kartoffeln und Brokkoli dann aussehen, kann man sich vorstellen.“

Leif Wetzel-Dresch, Vorsitzende des Chemnitzer Stadtelternrates, sieht das Problem allerdings auch bei den Eltern, die nicht mehr für die gesunde Verpflegung ihrer Kinder zahlen wollen oder können. Es habe bereits Gespräche mit Versorgern gegeben, die sich vorstellen können, vor Ort an den Schulen zu kochen. Für den Service  müssten die Eltern allerdings tiefer in die Tasche greifen. Das sei für viele nicht möglich. „Wir unterstützen deshalb die Idee eines steuerfinanzierten, kostenfreien Schul- und Kita-Essens.“ Dann wäre die Kostendiskussion vom Tisch und man könnte sich endlich auf die Qualität des Essens konzentrieren, so Wetzel-Dresch.

Christiane Raatz, dpa

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