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Uni-Journalistik in Leipzig: Professor Machill warnt vor Kürzungsfolgen

Uni-Journalistik in Leipzig: Professor Machill warnt vor Kürzungsfolgen

Am Leipziger Uni-Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaften (KMW) brennt die Luft: Professor Marcell Machill sieht gravierende Folgen für den Journalistik-Studiengang, wenn bei den wissenschaftlichen Mitarbeitern weiter ausgedünnt wird.

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(Archivfoto)

Quelle: André Kempner

Leipzig. Demnächst sollen zwei halbe Stellen wegfallen. Auch eine 0,25-Prozent-Stelle steht dann nicht mehr zur Verfügung. In einem am Institut kursierenden internen Schreiben, das der LVZ vorliegt, warnt Machill vor den Konsequenzen: Die Lehrredaktion Print/Crossmedia könne dann ebenso nicht mehr angeboten werden wie das einjährige betreute Volontariat. Außerdem lasse sich die Regelstudienzeit beim Journalistik-Master nicht mehr halten. Negative Auswirkungen hätten die Kürzungen auch auf den Bachelor-Studiengang Kommunikations- und Medienwissenschaft.

Dem Brandbrief ist als Anlage eine Auflistung der Lehrkapazitäten beigefügt, die aus Sicht Machills schon jetzt massiv überstrapaziert seien. Für eine Stellungnahme war er gestern Nachmittag nicht erreichbar - ebenso wie Institutsdirektor Professor Siegfried Lokatis. Angekommen ist die Hiobsbotschaft auch bei der Uni-Leitung. Prorektor Professor Thomas Lenk sagte auf Anfrage, das KMW-Institut habe vor anderthalb Jahren ein schlüssiges Zukunftskonzept unter Mitwirkung von Machill beschlossen. In diesem seien auch Stellen und Mittel für die Lehre in der Journalistik fixiert. "Es liegt nun in den Händen der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie und des Institutes, sie wie vorgesehen zu nutzen", so Lenk.

Im Zuge des Zukunftskonzeptes wird das Institut umstrukturiert. Der Hörfunk-Masterstudiengang ist ein Auslaufmodell, Hörfunk wird nun nur noch als Wahlfach für Bachelorstudenten angeboten. An der Abteilung Journalistik fiel nach der Emeritierung von Professor Michael Haller dessen Lehrstuhl weg, stattdessen wurde eine Juniorprofessur installiert. Die einzige verbliebene Journalistik-Vollprofessur hat Machill inne. Nach dem Ausscheiden Hallers musste die jährliche Zahl der Immatrikulationen drastisch heruntergefahren werden: von 44 auf aktuell 30, obwohl die Nachfrage stark ist. In diesem Jahr gingen 251 Bewerbungen ein, die höchste Zahl seit der Umstellung der Journalistik-Ausbildung von Diplom auf Master.

Schon um den Erhalt des Lehrstuhls von Haller hatte es einst eine heftige Kontroverse gegeben, in die sich Journalistenverbände einschalteten und von einem Raubbau an der traditionsreichen Leipziger Journalistik sprachen. Die Instituts- und Fakultätsgremien hielten aber an der Streichung der Professur fest.

Auch diesmal scheint Machill mit seiner Forderung nach einem Ersatz der wegfallenden Personalposten durch sogenannte Überlast-Stellen auf Granit zu beißen. Das Uni-Personaldezernat lehnte ab, auch die Instituts- und Fakultätsleitungen sehen offenbar keinen Handlungsbedarf - und die Stellenausstattung der Journalistik als ausreichend an.

Das Institut mit Sitz in der Burgstraße bietet neben dem Journalistik-Master noch Bachelor- und Masterstudiengänge in Kommunikations- und Medienwissenschaft sowie einen Master für Communication Management an.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.07.2014

Mario Beck

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