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Bildung Uni Leipzig: Kritik am neuen Logo
Leipzig Bildung Uni Leipzig: Kritik am neuen Logo
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08:00 28.12.2017
Uni-Rektorin Beate Schücking (links) und die damalige Leiterin der Stabsstelle für Universitätskommunikation, Madlen Mammen, präsentierten im Juni 2017 die neue Hausfarbe und das neue Logo der Alma mater. Quelle: Dirk Knofe
LEIPZIG

Am neuen Logo der Leipziger Universität scheiden sich die Geister: Bis Mitte dieses Jahres wurde an der Alma mater beim Signet ganz auf Tradition gesetzt, das historische, filigran ausgeführte Siegelbild war ihr Markenzeichen. Im langen Gewande kamen die beiden Schutzheiligen des einstigen Bistums Merseburg, Laurentius und Johannes der Täufer, darauf daher, Ziersäulen und Fensterstäbe des Merseburger Doms waren schön ausgeformt, viele künstlerische Attribute offenbarten sich beim genauen Hinsehen dem Betrachter. Als Rektorin Professorin Beate Schücking im Juni das neue Corporate Design der Uni öffentlich präsentierte, wechselte nicht nur die sogenannte Hausfarbe von vormals Grau auf Dunkelrot, auch das Logo wurde geliftet. Es betone nun noch stärker, die für die Universität prägenden Eigenschaften „Tradition“ und „Moderne“, hieß es damals.

Doch die Neugestaltung trifft nicht bei allen auf Gegenliebe, formiert hat sich die Initiative „Der Rost muss zurück“. Ihr Credo: Das Siegel hat beim Relaunch durch die Berliner Agentur Aperto zeichnerisch und inhaltlich gelitten. Zu denen, die sich mit der stark vereinfachten Darstellung nicht anfreunden können, gehören unter anderem die Fachschaftsräte der Fakultät für Mathematik und Informatik und die Ortskuratorin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz Brigitte Kemper-Stecher. „Nicht jeder Rost ist ein altes Eisen“, ist die Kampagne überschrieben. Und das führt zu einem der Kritikpunkte hin. Denn ursprünglich war bei Laurentius zwischen seiner rechten Hand und dem rechten Fuß ein Rost, also ein Metallgitter, zu sehen, das der digitalen Retusche nun zum Opfer fiel. Dadurch wird der Heilige in seiner Haltung entstellt und sein Umhang mutet wie ein Halbfabrikat an.

Auch der nebenstehende Johannes hat die Neuschöpfung nicht folgenlos überstanden. Was sich um seinen Kopf rankt, ist nicht mehr als Heiligenschein erkennbar, sondern wirkt wie eine überbordende Haarpracht. Eine durchgezogene Bodenlinie durchtrennt den linken Fuß von Johannes, sein rechter Arm scheint wie in Gips gelegt, und das von ihm auf dem anderen Arm getragene Lamm ist nur mit viel Fantasie als ein solches identifizierbar. Auf der extra eingerichteten Internetseite http://neinzumrostraub.de machen die Aktivisten gegen die Darstellung von Laurentius und Johannes als „Zwitterwesen zwischen Moderne und Tradition“ mobil und klären auch auf, warum der Rost zu Laurentius gehört. Als Märtyrer wurde er im Jahre 258 auf einem glühenden Eisenrost zu Tode gefoltert.

Als das Logo in seiner stark vereinfachten Form in Umlauf kam, wurden dafür auch pragmatische Gründe ins Feld geführt. Es lasse sich so besser auch kleinformatig auf Studentenausweisen oder auf Visitenkarten wiedererkennen.

In der langen Historie des Uni-Signets gab es vor der drastischen Veränderung 2017 nur einen kleinen Eingriff: Vor dem 500. Geburtstag der Alma mater anno 1909 wurde „1409“ in den unteren Siegelbereich eingefügt – und damit das Gründungsjahr der Uni in dem Logo verewigt.

Von MARIO BECK

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