Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Bildung Uni Leipzig behält Apothekerausbildung und bindet sie in die Medizin-Fakultät ein
Leipzig Bildung Uni Leipzig behält Apothekerausbildung und bindet sie in die Medizin-Fakultät ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:26 03.11.2016
Demo für den Erhalt des Pharmaziestudiums in Leipzig   Quelle: André Kempner
Anzeige
Leipzig

Das jahrelange Gezerre um die Apothekerausbildung an der Leipziger Uni ist beendet. Nachdem sie seit 2012 auf der Kippe stand und die Immatrikulationszahl gesenkt wurde, ist ihre eigenständige Zukunft nun gesichert und das angedachte Kooperationskonstrukt mit der Uni in Halle vom Tisch. Rektorin Beate Schücking kündigte am Donnerstag einen „Modellstudiengang für Pharmazie innerhalb der medizinischen Fakultät“ an. Dabei sollen die Kommilitonen auch für die Kooperation zwischen Arzt und Apotheker beim Management von Arzneimitteltherapien geschult werden.

Der nun gefundenen Lösung seien lange, konstruktive Verhandlungen mit der Staatsregierung vorausgegangen, meinte Schücking. Vorbehaltlich der Zustimmung des Landtages wird der Freistaat das Projekt auch finanziell unterstützen. Darauf verständigten sich die Koalitionsfraktionen von CDU und SPD. Für die Neuformierung der Pharmazie sind bis zu drei Millionen Euro pro Jahr nötig. 2017 will der Freistaat zunächst 1,5 Millionen Euro aus dem Haushalt beisteuern. Diese Summe soll ab 2018 auf jährlich zwei Millionen Euro steigen. Die Uni wird pro Jahr etwa eine Million Euro aus Eigenmitteln aufbringen. Aufgrund des innovativen Studiengang-Formates werde auch „auf Fördermöglichkeiten von Bundesseite“ gehofft, sagte Professorin Schücking. Sie kündigte eine Aufstockung bei der Immatrikulationszahl an. „Wir werden in der Pharmazie wieder mehr als die derzeit 36 Studierenden pro Jahr aufnehmen können. Allerdings ist dafür noch etwas Aufbauarbeit zu leisten.“

Mit dem Bekenntnis zur Finanzierung seien nun „die ersten Weichen“ für den neuen Studiengang gestellt, erklärte Medizin-Dekan Professor Michael Stumvoll. Nun gelte es, mit allen Partnern und universitären Gremien die weiteren Schritte zu besprechen, damit ein „in jeder Hinsicht tragfähiges Konzept“ zustande komme. Einer der Schwerpunkte liege auf der Arzneimittelsicherheit. Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) sieht viel Potenzial in dem Vorhaben: „Es ist eine alte Forderung, Medizin und Pharmazie in der Ausbildung zusammenzuführen.“ An der Universität Leipzig werde das deutschlandweit erstmalig gelingen. Ihre für Soziales und Verbraucherschutz zuständige Ministerkollegin Barbara Klepsch (CDU) merkte an: „Ich freue mich, dass unser Beharren zum Erhalt der Apothekerausbildung in Leipzig am Ende von Erfolg gekrönt worden ist.“ In der letzten Legislaturperiode hatte vor allem das Sozialressort mit seinem Veto die Abwicklung des Pharmazie-Institutes verhindert. Außerdem gab es massive Proteste der Studentenschaft und von Apothekerverbänden gegen die Schließungspläne.

Mit dem neuen Studiengang habe das Uni-Rektorat hat nun eine „für sächsische Verhältnisse einmalige Chance zur aktiven hochschulpolitischen Gestaltung“, betonte Felix Ramberg vom Studentenrat. Daraus ergebe sich die Verpflichtung, die Fehler der vergangenen Jahre rückgängig zu machen, um die Pharmazie unter einem neuen Dach zukunftssicher neu aufzubauen.

Von Mario Beck

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Eine internationale Gruppe von Archäologen hat in Kairo mehrere bedeutende Relikte aus der Zeit der Pharaonen geborgen. Mit unter den Forschern war Dietrich Raue, der Kustos des Ägyptischen Museums – Georg Steindorff – der Universität Leipzig.

16.02.2017

Zum kommenden Studienjahr 2016/17 können erstmals insgesamt 100 Deutschlandstipendien an leistungsstarke und über ihr Studium hinaus engagierte Studierende der Universität Leipzig vergeben werden.

01.11.2016

Die Dekan-Wahlen an der Leipziger Universität sind in vollem Gange – und inzwischen zeichnet sich ein Führungswechsel an der Mehrzahl der 14 Fakultäten ab. In einem Fall gibt es die ungewöhnliche Konstellation, dass der neue Dekan nicht dem Fakultätsrat angehört, der für ihn votiert hat.

23.10.2016
Anzeige