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Bildung Uni Leipzig gründet „Kompetenzzentrum für Theater“
Leipzig Bildung Uni Leipzig gründet „Kompetenzzentrum für Theater“
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13:47 20.10.2016
Das Institut für Theaterwissenschaft an der Universität Leipzig. Quelle: Kempner
Leipzig

Die einst von der Schließung bedrohte Theaterwissenschaft an der Universität Leipzig nimmt neuen Schwung auf. Am kommenden Donnerstag (27. Oktober) wird die Gründung eines „Kompetenzzentrums für Theater“ an der Universität Leipzig gefeiert. Das Zentrum ist nach den Worten des Direktors Prof. Günther Heeg einmalig in Deutschland. Für die Theaterwissenschaft – die die Uni-Leitung vor drei Jahren noch auf eine Streichliste gesetzt hatte, um Sparvorgaben des Landes zu erfüllen – bedeute es nicht nur die Sicherung ihrer Existenz, sondern auch eine Weiterentwicklung, sagte Heeg.

Das Zentrum ist eng mit dem Institut für Theaterwissenschaft verbunden. Kernaufgabe solle neben der Lehre und Forschung aus der Praxis die Vermittlung von Wissenschaft und ein Sich-Einschalten in kultur- und gesellschaftspolitische Diskussionen sein. Dazu würden Verbindungen mit Theatern regional und bundesweit geknüpft. Über Kooperationen sollen dann Projekte realisiert werden, die aktuelle Themen wie die Theaterarbeit mit Geflüchteten aufnehmen. Dafür gebe es eine große Nachfrage, sagte Heeg. „Theaterarbeit ist heute immer auch Sozialarbeit.“

Derzeit 240 Studenten im Bachelor und Master

Geld für das Kompetenzzentrum kommt vom Land Sachsen, der Universität Leipzig und über eine Projektfinanzierung auch vom Bund, wie Heeg sagte. Auch die Stadt Leipzig habe eine Unterstützung in Aussicht gestellt. Am Leipziger Institut für Theaterwissenschaft gibt es derzeit rund 240 Studierende. Angeboten werden ein Bachelor- und ein Masterstudiengang.

Der Weg von der angedrohten Schließung der Theaterwissenschaft hin zur Gründung des Kompetenzzentrums sei „hart, aber zunehmend auch konstruktiv und vertrauensvoll“ gewesen, sagte Heeg. Ein Jahr lang sei der Protest gegen die Sparpläne aufrechterhalten worden. Sogar eine symbolische Besetzung des Uni-Rektorats gehörte dazu. „Nicht zuletzt hat eine große Solidaritätswelle aus der Theaterlandschaft die Politik beeindruckt und den Weg freigemacht für eine so zukunftsweisende Einrichtung“, sagte der wissenschaftliche Geschäftsführer des Kompetenzzentrums, Dr. Micha Braun.

Von LVZ

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