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Uni Leipzig streicht Studiengänge – Archäologie und Theaterwissenschaft vor dem Aus

Uni Leipzig streicht Studiengänge – Archäologie und Theaterwissenschaft vor dem Aus

Die Universität Leipzig setzt den Rotstift an: Wegen vom Freistaat geforderter Stellenstreichungen stehen die Institute für Klassische Archäologie und Theaterwissenschaft vor dem Aus.

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An der Uni Leipzig stehen mehrere Studiengänge vor dem Aus. Die Institute für Theaterwissenschaften und Klassische Archäologie sollen schließen.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Die entsprechenden Studiengänge, in denen derzeit noch rund 400 Studenten eingeschrieben sind, sollen eingestellt werden. Dies gab Uni-Rektorin Beate Schücking am Dienstag im Senat bekannt. Auch die Fakultät für Chemie ist von erheblichen Sparmaßnahmen betroffen.

„Der verordnete Stellenabbau zwingt uns zu weiteren schmerzhaften Einschnitten“, sagte Schücking. Das sächsische Wissenschaftsministerium fordert von der Uni, ab 2015 insgesamt 24 Stellen einzusparen. „Es ist uns wieder sehr schwer gefallen, diesen erneuten Stellenabbau auf den Weg zu bringen“, so die Rektorin. Bereits 2013/2014 waren 48 Stellen an der Hochschule den Sparzwängen zum Opfer gefallen. Beschlossen wurde unter anderem das Aus des Instituts für Pharmazie.

Betroffene Studenten sollen fertig studieren können

Von den nun 24 auf der Streichliste stehenden Stellen entfallen fünf auf das Institut für Theaterwissenschaft, wo derzeit noch rund 230 Studenten eingeschrieben sind. Das Institut für Klassische Archäologie mit derzeit 160 Studierenden ist mit drei Stellen betroffen. Die Studiengänge an beiden Einrichtungen sollen zum „nächstmöglichen Zeitpunkt“ eingestellt werden, hieß es. Neueinschreibungen seien dann nicht mehr möglich. Es werde jedoch sichergestellt, dass alle Kommilitonen ihr Studium ordnungsgemäß abschließen könnten, betonte die Rektorin.

Weitere vier Stellen – eine Professur und drei Mitarbeiter – sollen am Institut für physikalische Chemie eingespart werden. Hinzu kommen zwölf von bislang 74 Auszubildenden-Stellen in der Verwaltung. Schücking betonte, dass nicht mit dem „Rasenmäher“ gekürzt werde. „Wir haben unsere Lehr- und Forschungseinheiten einer Bewertung unterzogen“, erklärte die Rektorin. Die erforderliche Stellenstreichung sei nur durch die „Schließung von Struktureinheiten“ zu erreichen. Das Tanzarchiv sowie das Antikenmuseum sollen jedoch erhalten bleiben, stellte die Rektorin klar.

Schücking: „Wir amputieren ganze Muskelgruppen“

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Uni-Rektorin Beate Schücking: "Inzwischen amputieren wir ganze Muskelgruppen.“

Quelle: Matthias Schaette

„Schon 2010 habe ich gesagt: Wir haben keinen Speck mehr, den man einfach wegschneiden kann. Inzwischen sind wir bei den Muskeln angelangt und amputieren ganze Muskelgruppen“, kritisierte Schücking die Vorgaben des Freistaats. Die Anziehungskraft der Hochschule ist indes ungebrochen: 2012 und 2013 wurden an der Uni Leipzig jeweils mehr als 7000 Erstsemester immatrikuliert. Derzeit zählt die Alma mater 28.138 Studierende.

„Grundsätzlich ist zu befürchten, dass sich das Abbau-Diktat bis 2020 fortsetzt“, befürchtet die Uni-Rektorin. Nach Plänen des Wissenschaftsministeriums sollen bis dahin an den Hochschulen des Freistaats – die TU Dresden ausgenommen – mehr als 1000 Stellen wegfallen, davon etwa 300 bis Ende 2016. Weitere Instituts-Schließungen und Streichungen von Studiengängen scheinen damit vorprogrammiert.

Senat und SPD kristisieren Sparmaßnahmen

Im Akademischen Senat stießen die Pläne auf Kritik. Es werde "missbilligend zur Kenntnis" genommen, dass tragende Säulen in den betroffenen Instituten "unter dem Druck der Stellenstreichungsvorgaben des Freistaates Sachsen" gestrichen würden. "Der Senat stellt zum wiederholten Male fest, dass das den Stellenstreichungen des Freistaats im Hochschulbereich zugrundeliegende Zahlenmaterial der Realität nicht entspricht und im Widerspruch zur Rolle der Universität Leipzig als Wirtschaftsfaktor der Region und des Freistaats steht", hieß es in einer Mitteilung.

Mit der Theaterwissenschaft verschwinde in Leipzig der letzte Studiengang in den neuen Ländern, kritisierte auch Holger Mann, Sprecher für Hochschule und Wissenschaft der SPD-Fraktion im Landtag. Von einer abgestimmten Fächerplanung, wie im Hochschulentwicklungsplan angekündigt, könne kaum die Rede sein, sagte er. Der von der schwarz-gelben Landesregierung verordnete Stellenabbau sei "in Zeiten von Studierendenrekorden kontraproduktiv".

Der StudentInnenrat (Stura) der Uni Leipzig bemängelte eine zunehmende "Vernachlässigung der geisteswissenschaftlichen Fächer". Künftigen Studierenden werde "ein immer kleiner werdendes Spektrum an Wissenschaftlichkeit geboten", sagte Geschäftsführerin Katja Seifert.

Robert Nößler

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