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Uni-Medizinstudenten trainieren in einem Kurs den humorvollen Umgang mit Patienten

Uni-Medizinstudenten trainieren in einem Kurs den humorvollen Umgang mit Patienten

Mit der theoretischen Ausbildung beginnt das Medizinstudium, aber damit endet es nicht. Denn ein guter Arzt kann dem Patienten sein Wissen anschaulich vermitteln.

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Quelle: dpa

Leipzig. Die Universität Leipzig hat das erkannt und wird 2014 die Kommunikationskompetenz der Studenten in das Examen aufnehmen. Die Konversation zwischen Arzt und Patient will aber gelernt sein. Ein Medizinstudent der Uni hat dafür einen Ansatzpunkt gefunden: Humor.

Hektisch geht es zu im Krankenhaus, der Arzt eilt von einem Krankenzimmer zum nächsten. Da bleibt nicht viel Zeit für ein ruhiges Gespräch. Aber der Patient erwartet mehr, als zwischen Tür und Angel seine Diagnose zu erfahren. Die Kommunikation zwischen Arzt und Patient hat einen hohen Stellenwert und findet mittlerweile auch den Weg in die Ausbildung. Die Studenten an der Universität Leipzig nehmen im dritten und vierten Semester an Kursen zur Gesprächsführung teil. Dort lernen sie zunächst Kommunikationstheorien kennen, die sie in einem Aufbaukurs anschließend in die Praxis umsetzen. Das Gespräch zwischen Arzt und Patient wird dabei mit Hilfe von Videos, Rollenspielen und Schauspielpatienten geprobt.

Diesen Ansatz, Kommunikationstraining in den Lehrplan aufzunehmen, hat ein Leipziger Medizinstudent aufgegriffen und weitergedacht. Christoph Krause, Student im Praktischen Jahr, bezieht eine Sonderform der Kommunikation mit ein: Humor. Dafür hat er das Projekt "Arzt mit Humor" ins Leben gerufen. Unterstützung erhält er von der Diplom-Schauspielerin Katrin Hansmeier. Sie arbeitet als Kommunikationstrainerin am Deutschen Institut für Humor, das seinen Sitz in Leipzig hat. Die beiden haben einen medizinischen Humor-Workshop entwickelt. Die Kompetenz­schule der Uni Leipzig bietet diese Weiterbildung an - und pro Semester nehmen bis zu zwölf Medizinstudenten und -doktoranden auf freiwilliger Basis an dem zweitägigen Kurs teil. Die angehenden Ärzte trainieren darin vor allem ihre Schlagfertigkeit. "Humor ist eine Lebenshaltung und bedeutet für mich, den Schwierigkeiten des Alltags mit Gelassenheit zu begegnen", so Katrin Hansmeier. Mittels Improvisationsaufgaben üben die Studenten, kreativ mit unerwarteten Situationen umzugehen. Diese Herangehensweise, davon ist Christoph Krause überzeugt, wirke sich im Gespräch positiv auf den gestressten Patienten aus.

Das können die Studenten direkt am Krankenbett testen. Bislang liegt der Fokus der Ausbildung eher auf Diagnosen und Behandlungsmethoden als auf Gesprächsführung. Im Universitätsklinikum Leipzig ist das anders. Nach den "Trockenübungen" im Seminarraum können die Studenten ihren Witz und ihre Schlagfertigkeit an echten Patienten anwenden. Christoph Krause versucht, den Patienten schon mit knappen, spaßigen Bemerkungen zum Lachen zu bringen: "Ich bezeichne den Rollator der älteren Patienten gerne als Porsche. Obwohl das ein alter Hut ist, kommt der Spruch immer wieder gut an."

Unterstützung erhalten die Studenten von Professor Christoph Baerwald, dem Studiendekan an der medizinischen Fakultät. "Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ein freundlicher, witziger Umgang mit den Patienten hilfreich sein kann. Lachen beeinflusst den Heilungsprozess positiv."

Seine Erfahrung wird durch Studien aus den USA und der Schweiz gestützt. Anders als hierzulande beschäftigt man sich dort schon seit längerem mit der Gelotologie, der Wissenschaft des Lachens und seiner Wirkung in der Medizin. Howard J. Bennett, Kinderarzt an der Universität Washington, veröffentlichte einen Artikel im Southern Medical Journal. "Humor in Medicine" fasst Studien zur heilsamen Wirkung des Humors zusammen. Darin heißt es: Lachen, das durch Humor ausgelöst wird, stärkt das Immunsystem. Bennett weist darauf hin, dass die Zufriedenheit eines Patienten maßgeblich von der Dauer und der Qualität der Gespräche mit seinem Arzt abhänge. Zusätzlich sei es auch für den Kranken leichter, humorvoll über seine Schmerzen und Sorgen zu sprechen.

Aber es gibt an der Universität Leipzig auch Skeptiker. "Einige Ärzte meinen, der Patient soll geheilt und nicht auch noch bespaßt werden", sagt Christoph Krause. Auch sei es für viele seiner Kommilitonen wichtiger, beispielsweise den prüfungsrelevanten Röntgenschein zu machen, als ein zusätzliches Seminar zur Gesprächsführung zu besuchen. Aber auch wenn Humor in der Medizin kurzfristig kein regulärer Lehrstoff werden wird, ermutigt Baerwald die Nachwuchswissenschaftler, der medizinischen Wirksamkeit des Lachens auf den Grund zu gehen: "Humor ist kein Allheilmittel. Aber wenn der Arzt es schafft, auf der Ebene des Patienten zu kommunizieren, dann wirkt die 'Droge Arzt' besser."

Nancy Riegel, Dorothee Soboll

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