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Bildung Uni-Rektorwahl: Kandidat Eduard Mühle zieht Bewerbung zurück
Leipzig Bildung Uni-Rektorwahl: Kandidat Eduard Mühle zieht Bewerbung zurück
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00:26 19.12.2015
Uni-Rektorin Beate Schücking wurde vom Hochschulrat nicht zur Wahl für den Spitzenposten an der Alma mater nominiert. Jetzt steht das gesamte Verfahren auf der Kippe.  Quelle: Christian Modla
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LEIPZIG

 Die Rektorkrise an der Leipziger Uni spitzt sich weiter zu – dem Hochschulrat ist einer der beiden von ihm für den Spitzenposten nominierten Kandidaten abhanden gekommen. Professor Eduard Mühle von der Uni Münster zog seine Bewerbung zurück. Der 58-jährige Historiker sagte am Mittwoch der LVZ, die jüngste Sitzung des erweiterten Senates der Alma mater habe wieder die fortbestehende Uneinigkeit der akademischen Gremien verdeutlicht. „Offenbar wurde erneut die tiefe Zerrüttung bei der inneruniversitären Kommunikationskultur“, erklärte Mühle. Ihn und Professor Tassilo Schmitt (54) hatte der von Professor Gerhard Grimm geleitete Hochschulrat auf die Wahlliste gesetzt, nicht aber Amtsinhaberin Professorin Beate Schücking. Seit einem halben Jahr dauert mittlerweile die Kontroverse darüber an.

Am Dienstag hatte der erweiterte Senat, dem letztlich die Rektorwahl obliegt, mehrere Stunden getagt und über eine mögliche Organklage gegen den Hochschulrat diskutiert. Zu einem Beschluss kam es nicht. Eingeladen war auch Grimm, der der Sitzung jedoch fernblieb. Nunmehr ist für den 12. Januar die nächste Zusammenkunft des Hochschulparlamentes anberaumt. Dann soll Grimm offiziell einen „rechtsfehlerfreien Wahlvorschlag“ vorlegen und ihn begründen, hieß es aus dem erweiterten Senat. Wie der aussehen könnte, ist nach Mühles Rückzug völlig unklar. Die Option, dass Kandidaten-Auswahlverfahren juristisch anzufechten, hält sich der erweiterte Senat offenbar weiter offen.

Mühle meinte, die ihm von einem Teil der universitären Gremienmitglieder und Amtsträger entgegengebrachten Umgangsformen hätten gezeigt, dass „für mich in Leipzig – anders als zunächst zu erwarten war – keine Perspektive für eine kooperative und auf das Gesamtwohl der Uni ausgerichtete Zusammenarbeit besteht“. Der Alma mater wünsche er eine raschen Ausweg aus der Krise. Angesichts der verfahrenen Situation dürfte sie aber andauern. Zumal Grimm mehrfach klargemacht hatte, dass der Hochschulrat nicht gewillt ist, Schücking doch noch zu nominieren. Die 59-Jährige leitet die Uni seit 2011, ihre Amtszeit läuft bis Ende Februar 2016. Grimm war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Sollte es der Hochschulrat bei dem nunmehr auf einen Kandidaten dezimierten Wahlvorschlag belassen und der erweiterte Senat eine Klage anstrengen, wäre diese wohl chancenreich. Denn 2010 hatte das sächsische Oberverwaltungsgericht in einem die Westsächsische Hochschule Zwickau betreffenden Fall eine „rechtswidrige Verengung“ auf nur einen Rektor-Kandidaten moniert. Das Wahlverfahren musste daraufhin neu eröffnet werden. Ein solches Szenario könnte auch der hiesigen Uni bevorstehen. Wer sie in dieser Phase dann leiten würde, steht dahin. Eine temporäre Amtsverlängerung für Schücking wäre ebenso möglich wie die interimsweise Übergabe der Geschäfte an einen der drei Prorektoren.

Von Mario Beck

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