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Uni-Rektorwahl gescheitert – Stelle wird neu ausgeschrieben

Universität Leipzig Uni-Rektorwahl gescheitert – Stelle wird neu ausgeschrieben

Nach monatelanger Kontroverse ist das laufende Wahlverfahren zur Besetzung des Rektorpostens an der Leipziger Universität endgültig geplatzt. Mit Tassilo Schmitt zog auch der zweite nominierte Kandidat seine Bewerbung zurück. Nun wird die Stelle erneut ausgeschrieben.

Unirektorin Beate Schücking (Archivbild)

Quelle: André Kempner

Leipzig. Nach monatelanger Kontroverse ist das laufende Wahlverfahren zur Besetzung des Rektorpostens an der Leipziger Universität endgültig geplatzt. Mit Professor Tassilo Schmitt aus Bremen zog auch der zweite vom Hochschulrat für das Spitzenamt nominierte Kandidat seine Bewerbung zurück. Im Dezember hatte bereits Professor Eduard Mühle von der Uni Münster das Handtuch geworfen. Er begründete das unter anderem mit der fortbestehenden Uneinigkeit der akademischen Gremien. Es gebe „eine tiefe Zerrüttung bei der universitären Kommunikationskultur“, hatte Mühle erklärt. Schmitt sagte, er habe leider auch erfahren müssen, dass die Uni-Leitung am Scheitern des Verfahrens mitgewirkt habe.

Als zweiter Kandidat zog nun auch Geschichtsprofessor Tassilo Schmidt aus Bremen

Als zweiter Kandidat zog nun auch Geschichtsprofessor Tassilo Schmidt aus Bremen

Quelle: privat

Der von Professor Reinhold Grimm geleitete neunköpfige Hochschulrat zog am Donnerstag die Reißleine und kündigte eine Neuausschreibung der Stelle an, die seit März 2011 Professorin Beate Schücking inne hat. Ihre Amtszeit läuft noch bis Ende Februar 2016. Sie hatte sich für eine Wiederwahl beworben, war aber vom Hochschulrat nicht auf die Kandidatenliste gesetzt worden, ebenso wie der Dekan der Fakultät für Physik und Geowissenschaften, Professor Jürgen Haase. Während dieser seine Bewerbung später aufgab, hielt Schücking, die am 14. Januar den 60. Geburtstag feiert, ihre aufrecht. In letzter Zeit spitzte sich der Streit um die Kandidatenauswahl durch den Hochschulrat dramatisch zu. Der Erweiterte Senat drohte mit einer Organklage gegen den Rat, Schücking erwog nach LVZ-Informationen ebenso rechtliche Schritte. Im Juli 2015 hatte sie ihre Nichtnominierung öffentlich gemacht – seitdem schlugen die Wellen hoch. Das Klima zwischen dem Senat und dem Hochschulrat vereiste zusehends und von der Studentenschaft wurde mehrfach der Rücktritt des Rates gefordert.

Alles auf Anfang: Grimm kündigte nun an, dass ein neuer Anlauf genommen und der Posten wieder ausgeschrieben werde. Zur nächsten Sitzung des Hochschulrates am 21. Januar soll das genaue Vorgehen diskutiert werden, zu der Debatte sind auch die Mitglieder des Senates und des Erweiterteten Senates eingeladen. „Ich würde mich freuen, wenn sie zahlreich kommen“, sagte Grimm und schlug so einen kooperativen Ton an. Erfahrungsgemäß dauert ein Wahlverfahren an der Alma mater von der Bewerbungsphase über die Kandidatensichtung und -nominierung bis zum eigentlichen Votum fast ein Jahr. Bis zu drei Kandidaten können vom Hochschrat nominiert werden, mindestens einer davon muss ein externer sein. Der Senat hat keine Vetorecht gegenüber der Nominierungsliste des Rates, sondern kann dazu nur eine Stellungnahme abgeben. Bei dem nun beendeten Verfahren fiel diese negativ aus und die Senatoren forderten unter anderem, der Amtsinhaberin eine Chance auf Wiederwahl einzuräumen.

Schücking ist in der Geschichte der 1409 gegründeten Alma mater die erste Frau an ihrer Spitze. Vor ihrer Wahl im November 2010 wirkte sie an der Uni in Osnabrück und setzte sich beim Votum für das Rektorenamt an der hiesigen Universität gegen Professorin Sabine Kunst durch, die damals an der Uni Potsdam arbeitete.

Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) sagte, sie wünsche sich nun ein sach- und zielorientiertes neues Wahlverfahren. Nach den Maßgaben des Hochschulgesetzes bleibe das bisherige Rektorat im Amt, bis letztlich eine Neuwahl erfolgt ist. „Es tritt also keine Lücke ein.“ In diesem Zusammenhang verwies sie auf die in den nächsten Monaten bevorstehenden Aufgaben wie die Verhandlungen zur Hochschulentwicklungsplanung. Wie berichtet, steht dem Rektorat in diesem Jahr auch die schwierige Aufgabe bevor, gegenüber dem Wissenschaftsministerium weitere 29 Stellen zum melden, die perspektivisch wegfallen sollen. Uni-Sprecher Carsten Heckmann erklärte, Rektorin Schücking stehe für die Weiterführung der Geschäfte bereit.

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Von Mario Beck

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