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Bildung Unterrichtsausfälle in Leipzig: GEW fordert Reserve-Lehrer
Leipzig Bildung Unterrichtsausfälle in Leipzig: GEW fordert Reserve-Lehrer
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17:10 19.05.2015

Dort hat sich laut Cornelia Falken, der Kreisvorsitzenden der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), das Problem ebenfalls verschärft.

Theoretisch liest sich das alles gut: Der Unterricht ist zu hundert Prozent abgesichert. Das gilt meist für den Schuljahresbeginn. "Doch inzwischen gibt es extrem hohe Ausfälle, vor allem in Leipziger Grundschulen. Die Zahlen des Kulturministeriums entsprechen nicht den Realitäten", sagt die Leipziger GEW-Vorsitzende Cornelia Falken, die für die Linken im Landtag sitzt. Bereits im November/Dezember 2012 seien die Zahlen "erschreckend" hoch gewesen. Spitzenreiter war laut offiziellen Angaben aus dem Ministerium im November die 31. Grundschule mit 21,6 Prozent Ausfall, im Dezember die Geschwister-Scholl-Grundschule mit 12,6 Prozent. Das mögen Extremfälle sein, die Erkrankungen geschuldet sind. Doch Ausfallquoten zwischen vier und zehn Prozent sind keine Seltenheit. "Im März gab es drei Leipziger Grundschulen, die nur noch eine Notbetreuung absichern konnten", betont Falken. Eltern erzählen immer häufiger, wie Klassen aufgeteilt werden müssen - oft kommen auch Kinder aus benachbarten Schulen. Lehrern wird von der Behörde erzählt, sie sollten sich auf den Unterricht konzentrieren, dafür Projekte weglassen. "Die Belastung für Pädagogen erhöht sich - deshalb nimmt auch die Zahl der chronisch Kranken so zu", sagt die Gewerkschafterin. Weil das Ministerium Geld spart, könne der Unterricht nicht abgesichert werden. Erst Anfang 2013 hatten sich allein für den Grundschulbereich 36 Absolventen für zehn Stellen in Leipzig beworben. Später seien neun weitere eingestellt worden. "Der Rest versucht sein Glück in anderen Bundesländern. Das können wir uns nicht leisten", so Falken.

Sie fordert einen Reservepool für alle Schularten. Das Ministerium soll zusätzliche Lehrer als "Springer" einstellen, die bei drohendem Ausfall wie eine Feuerwehr eingesetzt werden.

Roman Schulz, der Sprecher der Bildungsagentur, hält dies für unrealistisch: "Die Lehrer müssten die unterschiedlichsten Fächerkombinationen abdecken." Er verweist darauf, dass die Bildungsagentur flexibler geworden sei, um auf Ausfälle zu reagieren. So gebe es einen Honorarfonds. Daraus werden zum Beispiel pensionierte Lehrer bezahlt, die aushelfen, falls von den Lehrkräften jemand zur Kur muss oder eine Lehrerin in den Schwangerschaftsurlaub geht. Es können aber auch Honorarkräfte von der Uni sein, die eine Zeit lang den Sprachunterricht abdecken. "Natürlich: Unsere Personaldecke ist nicht groß, viele Reserven haben wir nicht", räumt Schulz ein. Mathias Orbeck

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.04.2013

Orbeck, Mathias

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