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Bildung Viel Wirbel um die Wirbelsäule - medizinische Fachgesellschaft tagt in Leipzig
Leipzig Bildung Viel Wirbel um die Wirbelsäule - medizinische Fachgesellschaft tagt in Leipzig
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23:59 11.12.2014
Speziell an die Wirbesäule angepasstes Bett - für das Zentrum des menschlichen Rückens gibt es eine eigene medizinische Gesellschaft, die nun in Leipzig tagt. Quelle: dpa

Bis Sonnabend beraten etwa 1800 Mediziner und Wissenschaftler bei einem der europaweit größten Expertentreffen zu Wirbelsäulenerkrankungen im Congress Center Leipzig.

"Wirbelsäulenchirurgie zwischen Qualität und Quantität" lautet das Motto des Kongresses - und öffnet ein weites Themenfeld. "Ja, es gibt Fälle, in denen ein Patient mit Rückenschmerzen überflüssigerweise operiert wird, für den eine konservative Therapie wirkungsvoller gewesen wäre", beantwortet Christoph Josten die Frage nach vorschnellen und zu häufigen Operationen. "Wir erleben aber auch, dass Betroffene viel zu spät zu uns Chirurgen kommen. Ein paar Monate früher hätten wir viel besser helfen können", so der Mediziner. Das sei zum Beispiel bei Menschen mit Tumoren und Metastasen in der Wirbelsäule der Fall. Die Anwendung minimalinvasiver Operationstechniken, ein Themenschwerpunkt des Treffens, könne verhindern, dass es zu Wirbelbrüchen und damit zu Lähmungen und massiven Einschränkungen der Lebensqualität kommt.

Doch nicht nur um die chirurgischen, auch um die konservativen Behandlungsmethoden soll es auf dem Kongress gehen. "85 Prozent aller Rückenschmerzen sind unspezifisch", sagt Professor Michael Rauschmann, Leiter der Abteilung für Wirbelsäulenorthopädie an der Orthopädischen Universitätsklinik Friedrichsheim in Frankfurt am Main und designierter Präsident der DWG für 2015. "Diese Patienten sind die Klientel für eine konservative, das heißt nicht-operative Therapie." Dazu gehören: umfassendes körperliches Training, psychologische Schulung und ergänzende medizinische Maßnahmen wie Medikamente. "Allerdings ist so gut wie keine dieser Maßnahmen, die wir täglich einsetzen, wissenschaftlich bewiesen", sagt Rauschmann. In diesem Bereich kritisiert Josten die Politik: "Forschungsarbeiten, bei denen es darum geht, aktuelle Behandlungsmethoden hinsichtlich ihrer Wertigkeit und ihrem Nutzen für Patienten zu evaluieren, werden nicht ausreichend gefördert." Doch Fakt sei auch, so Rauschmann, dass Patienten oft nicht den langen Atem für eine konservative Behandlung, bei der sie selbst aktiv werden müssen, haben. Eine Operation, die schnelle Befreiung von Schmerzen bringen soll, schiene oft verlockend.

Um die Qualität der medizinischen Versorgung der Wirbelsäule zu steigern, vergibt die DWG das "Gemeinsame Zertifikat Wirbelsäule" an Ärzte, die zuvor ein Curriculum mit Modulen aus den Bereichen Orthopädie, Unfall- und Neurochirurgie durchlaufen haben müssen. Mehr als 500 Mediziner haben das Basiszertifikat bereits erhalten. Mit der Zertifizierung von Kliniken ab 2015 und der Errichtung eines Wirbelsäulenregisters sind weitere Maßnahmen zur Sicherung hoher Qualitätsstandards geplant.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.12.2014

Kleinod, Katrin

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