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Vier Väter wollen Lehrern das Leben leichter machen

Leipziger Startups Vier Väter wollen Lehrern das Leben leichter machen

Am Anfang steht immer eine visionäre Idee. Bis sie zur Marktreife entwickelt ist, braucht es einen langen Atem, durchgearbeitete Nächte und die ständige Suche nach Finanzierungsquellen. Die LVZ stellt Gründer vor, die mit ihrem Startup auf dem Weg zum „richtigen“ Unternehmen sind. In dieser Folge: die Firma tutory, die eine Software für Lehrer zur Erstellung von Arbeitsblättern entwickelt hat.

Drei der vier Gründer von tutory, und alle haben selbst schon Kinder im Haus: Entwickler André Herrn (31), Marketingmann Thomas Haubner (29) und Entwickler Stephan Hoyer (35, von links). Es fehlt der in Berlin lebende Thomas Hoyer (35).
 

Quelle: André Kempner

Leipzig.  Tutory ist ein Fantasiewort, in Anlehnung an tutor, das englische Wort für Lehrer. Die vier Gründer von tutory haben zusammen acht Kinder – die teilweise schon in die Schule gehen –, von daher also ein persönliches Interesse an gutem Unterricht. Einer der vier, der in Berlin lebende eigentliche Ideengeber Thomas Hoyer (35), hat ein Lehramtsstudium für Deutsch und Geschichte absolviert. 2006 befasste er sich in seiner Masterarbeit mit dem Thema Arbeitsblätter, die er für ein ideales Mittel zur Unterrichtsgestaltung hält: Sie können ständig aktualisiert und auf die jeweilige Klassensituation angepasst werden.

Problem: „Bisher bewegen sich die Lehrer extrem im Graubereich“, erklärt Thomas Haubner (29), Marketingmann von tutory. Egal ob es um die Verwendung von Fotos, Grafiken, Texten oder Aufgabenstellungen geht – der Umgang mit Urheberrechten sei in Deutschland extrem kompliziert. „Normalerweise dürfen die Lehrer generell nichts verwenden, wonach sie nicht extra gefragt haben, wofür sie keine Bestätigung erhalten haben, dass sie es verwenden dürfen, oder wofür sie nicht bezahlt haben“, so Haubner. Viele Lehrer würden aber gar nicht durchblicken, was sie eigentlich dürfen und was nicht. Sie hätten auch nicht die Zeit, um alles aufwendig nachzuprüfen.

Hier will tutory Abhilfe schaffen: Jeder Lehrer kann auf die Plattform gehen, dort einfach und komfortabel Arbeitsblätter erstellen und dabei festlegen, ob er als Autor genannt werden will oder nicht. Außerdem kann er festlegen, unter welchen Bedingungen sein Material von anderen Lehrern weiterverwendet werden kann. Die einmal erstellten Dokumente können von Berufskollegen angeschaut, kostenlos verwendet und ergänzt werden. Für die nötige Qualitätskontrolle sorgen die Lehrer selbst, die damit arbeiten.

Bisher befindet sich tutory noch in der halbjährigen Testphase, die Ende Januar endet. Dann geht die Plattform für alle Nutzer online. „Wir sprechen vor allem die onlineaffinen Lehrer an, die für ihren Unterricht immer wieder nach neuem Material suchen“, sagt Thomas Haubner. Zum Start werden noch nicht alle Fächer und alle Klassenstufen abgedeckt sein – dieses Ziel soll bis 2017 erreicht werden.

Die vier Gründer sind die Zwillingsbrüder Thomas und Stephan Hoyer (35), André Herrn (31) und Thomas Haubner (29). Sie arbeiten im Social Impact Lab im Plagwitzer Stelzenhaus, habe noch keine eigenen Büroräume. Bisher haben sie rund 130 000 Euro in ihr Startup gesteckt – davon 126 000 Euro aus einem Exist-Gründerstipendium. Im Februar läuft es aus, danach hoffen die vier auf eine Anschlussfinanzierung durch ein Technologiegründer-Stipendium der Sächsischen Aufbaubank. Denn Geld verdienen sie vorerst noch nicht.

Dies soll später über eine Premiumversion möglich sein, die interessierte Lehrer – oder auch Schulen – dazu kaufen können. Das Premiumabo soll für Lehrer nicht mehr kosten als zehn Euro im Monat, für Schulen stehen die Preise noch nicht fest. „Wir schätzen, dass wir 2017 profitabel sind und uns selbst finanzieren können. Ziel ist, dass wir bundesweit das Arbeitsmittel Nummer eins für Lehrer werden“, so Haubner. Zahlreiche Weiterentwicklungen der Plattform sind für die Zukunft vorstellbar – beispielsweise ein Planer, mit dem Lehrer ihren Stoffverteilungsplan erstellen können, aber auch ein schülerseitiger Zugang.

Exklusiv für LVZ-Leser bietet tutory ab sofort einen freien Zugang zur Plattform an, die erst Ende Januar freigeschaltet wird:

www.tutory.de/lvz

Von Kerstin Decker

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