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Bildung Wanka: „Energieschub“ für Forschung durch neue Exzellenzinitiative
Leipzig Bildung Wanka: „Energieschub“ für Forschung durch neue Exzellenzinitiative
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22:44 29.01.2016
Forschungsministerin Johanna Wanka erhofft sich von einer Fortsetzung der Exzellenzinitiative nach 2017 „einen weiteren Energieschub für die Wissenschaftslandschaft“ in Deutschland. Quelle: dpa
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Berlin

Forschungsministerin Johanna Wanka erhofft sich von einer Fortsetzung der Exzellenzinitiative nach 2017 „einen weiteren Energieschub für die Wissenschaftslandschaft“ in Deutschland. Die CDU-Politikerin sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin: „Wir wollen insbesondere die Spitzenforschung stärken, damit die deutschen Hochschulen im internationalen Wettbewerb ganz vorn mitspielen.“ 

Eine vom Schweizer Wissenschaftsmanager Dieter Imboden geleitete Expertenkommission stellt am Freitag (29.1.) ihre Bewertung der vor zehn Jahren gestarteten Exzellenzinitiative von Bund und Ländern vor. Die große Koalition will für eine dritte Runde mindestens vier Milliarden Euro von 2018 bis 2028 sowie eine Milliarde Euro für bessere Karrierewege junger Wissenschaftler bereitstellen.

Wanka machte deutlich, dass sie ein gesundes Elite-Denken bevorzugt gegenüber einer zu breiten Streuung der Mittel. „Ich bin für Leuchttürme in der Spitzenforschung. Es hat sich seit Beginn der Exzellenzinitiative bewährt, wirklich Exzellenz zu fördern.“

Exzellenzinitiative: 4,6 Milliarden Euro für Spitzenforschung

Die bisher mit 4,6 Milliarden Euro ausgestattete Exzellenzinitiative wurde am 16. Juni 2005 per Bund-Länder-Beschluss aus der Taufe gehoben. Das Förderprogramm soll „den Wissenschaftsstandort Deutschland nachhaltig stärken, seine internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessern und die universitäre Spitzenforschung sichtbarer machen“.

Für diese Zielsetzung gab es in den Wettbewerben drei Förderlinien: die Graduiertenschulen für den wissenschaftlichen Nachwuchs, die Exzellenz- oder Forschungs-Cluster sowie Zukunftskonzepte zum projektbezogenen Ausbau universitärer Spitzenforschung an „Exzellenz-Unis“.

In der ersten Phase von 2005 bis 2012 stellten Bund und Länder 1,9 Milliarden Euro zur Verfügung, 85 Projekte wurden gefördert. Nach dem Beschluss vom 4. Juni 2009, die Initiative in ihrer bisherigen Struktur bis 2017 weiterzuführen, wurden nochmals 2,7 Milliarden Euro investiert. Diese Mittel stellen der Bund und das jeweilige Sitzland der Projekte im Verhältnis drei Viertel zu ein Viertel bereit.

In der zweiten, bis Ende 2017 laufenden Phase kamen 39 Universitäten aus 13 Bundesländern mit 45 Graduiertenschulen (33 Fortsetzungen und 12 Neuaufnahmen), 43 Exzellenz-Clustern (31 Fortsetzungen und 12 Neuanträge) sowie 11 Zukunftskonzepten zum Zuge.

Derweil warnen die Hochschulen vor zu viel politischer Einflussnahme. „Für uns ist vor allem wichtig, dass es weiter ein wissenschaftsgeleitetes Verfahren gibt, dass also die Wissenschaft das letzte Wort gegenüber allen anderen Interessen hat“, sagte der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Horst Hippler, der dpa. „Für uns als Hochschulen ist auch wichtig, dass sich die Förderungsdauer von bisher fünf Jahren erhöht.“

Sollte der Zeitplan für den mehrstufigen Wettbewerb bis zum Auslaufen der Exzellenzinitiative Ende 2017 - wie von Experten befürchtet - zu knapp werden, „wäre eine einjährige Überbrückungsfinanzierung die Lösung, keinesfalls aber Abstriche bei der Qualität des Verfahrens“, erklärte der HRK-Chef am Dienstag.

Konsens in den Parteien und im Wissenschaftssystem sei, „dass man die sogenannten Exzellenz-Cluster weiter fördern sollte“, so Hippler. Konsens sei ferner, „dass die Graduiertenschulen wohl wegfallen werden, weil jede größere Einrichtung und Hochschule so etwas inzwischen hat“. Die drei Förderlinien waren bisher die auch international sichtbaren Exzellenz-Cluster, Graduiertenschulen für die Qualifizierung herausragender Doktoranden und Zukunftskonzepte für den Ausbau universitärer Spitzenforschung an Exzellenz-Unis.

Der SPD-Bildungspolitiker und stellvertretende Fraktionschef Hubertus Heil sagte der dpa: „Das Herzstück der Initiative waren und sind die Exzellenz-Cluster - es gibt gute Chancen, unter dem Stichwort Exzellenzzentren diesen Ansatz fortzuführen.“ Außerdem müssten Bund und Länder von der „Kurzatmigkeit“ bisheriger Programme wegkommen.

Die hochschulpolitische Linke-Sprecherin im Bundestag, Nicole Gohlke, setzt auf „eine ehrliche und kritische Auseinandersetzung“ mit den Ergebnissen des Programms. Künftig gehe es um einen Dialog „auch mit denjenigen Hochschulen, die bislang nicht von der Exzellenzinitiative profitiert haben“, sagte sie am Dienstag. Die Hochschulfinanzierung müsse „sich an dem Ziel orientieren, der bereits existierenden Spaltung in strukturstarke und strukturschwache Regionen und dem Auseinanderdriften der Hochschullandschaft entgegenzuwirken“.

LVZ

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