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Bildung Wenn der gute Vorsatz verblasst - HTWK startet Online-Projekt "Lebenstil ändern"
Leipzig Bildung Wenn der gute Vorsatz verblasst - HTWK startet Online-Projekt "Lebenstil ändern"
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01:00 22.08.2013
Rebecca Schweier (Foto) hat mit ihrer Kommilitonin Cynthia Richter ein Online-Projekt entwickelt, das Kranken behilflich sein soll. Quelle: André Kempner

Doch wenngleich sich bei diversen Leiden wie koronaren Herzkrankheiten oder chronischen Rückenschmerzen Ärzte und Reha-Therapeuten den Mund fusselig reden, dass man - nachhaltig - dagegen ganz viel selbst tun kann: Mit dem "Gewohnheiten ändern" ist es halt ein Kreuz! Das an der Leipziger Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) entwickelte Online-Projekt "lebensstil-aendern.de" soll Betroffenen den Rücken stärken.

Das Projekt befindet sich in der Zielgeraden. Es wird seit 2010 von den Projektmitarbeiterinnen Cynthia Richter und Rebecca Schweier in Regie von Professorin Gesine Grande aufgebaut, soll November 2013 stehen. "Wir wissen, dass immer mehr Menschen, gerade ältere, das Internet nutzen, dort nach Gesundheitsinformationen suchen und insbesondere die Tipps anderer Betroffener schätzen. Also wollten wir eine entsprechende, kostenlos nutzbare Internetseite etablieren", sagt Schweier. "Da sind nun Interviewausschnitte von Betroffenen in Textform sowie als kurze Video- und Audioclips zu finden."

Gut 70 Beispiel-Patienten im Alter von 25 bis 82 Jahren mit besagten Krankheiten suchte sich das Team in ganz Deutschland, Italien und der Schweiz. Es mussten Frauen und Männer sein, die seit mindestens einem halben Jahr schon von sich aus einen Aspekt ihres bis dato gewohnten Lebens geändert hatten - und sich daraufhin besser fühlten. "Oft ging es dabei um die klassischen Risikofaktoren - Stress, Bewegungsmangel, falsche Ernährung und dergleichen. Die Patienten erzählten uns dann etwa, wie sie eine geeignete Sportart für sich fanden, ihre Zeitmanagementtechniken änderten, in der Küche zu gesünderen Rezepten fanden", so Schweier. "Der Fokus bei all dem lag allerdings darauf, wie sie es angestellt hatten, sich stets neu zu motivieren, Sport wirklich regelmäßig zu betreiben, Fette und ein Zuviel an Salz dauerhaft wegzulassen, das Gewicht zu halten. Und was sie tun - falls sie doch die Versuchung einholt und sie in alte Verhaltensmuster zurückfallen - um da wieder rauszufinden."

Aus den Interviews mit den Patienten entstanden an die 700 Tipp-Beiträge für die Website. "Wobei Mediziner, zumeist aus Leipzig, die Inhalte auch nochmal prüften. Natürlich hilft nicht jeder Tipp jedem Patienten gleich gut. Aber so können wir zumindest vermeiden, dass zu Dingen geraten wird, die nach medizinischem Wissen schädlich sind", erzählt Schweier.

Inzwischen ist das Vorhaben soweit gediehen, dass die Seite im Netz verfügbar ist. "Man kann sie sich gratis anschauen, kann sich in Foren austauschen, eigene Erfahrungen hinzufügen. Gepflegt wird sie weiterhin von uns. Zudem gibt es begleitend eine Evaluation, um Akzeptanz, Nutzung und Wirkung auch wissenschaftlich zu ergründen", so Schweier. Immerhin: Seit Anfang des Jahres gab es rund 3500 Zugriffe. Pro Woche wird sie 122 Mal aufgerufen, Tendenz steigend.

Schweier selbst erntete für die Sache schon mal jüngst auf einer großen E-Health-Konferenz (für Telemedizin) in Bern großes Interesse, als es um die Einsatzmöglichkeiten von Smartphones und Internet in der Medizin ging und sie das Leipziger Projekt vorstellte.

@lebensstil-aendern.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.08.2013

Angelika Raulien

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