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Bildung Wer trägt künftig die Leipziger Uni-Rektorkette? – Sieben Bewerbungen für Spitzenposten
Leipzig Bildung Wer trägt künftig die Leipziger Uni-Rektorkette? – Sieben Bewerbungen für Spitzenposten
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23:59 12.05.2015
Stammt aus dem Jahr 1855, wurde 1909 um zwei Medaillons schwerer: die Kette des Rektors der Universität Leipzig. Quelle: Christian Modla
Leipzig

In der in der Wochenzeitung "Die Zeit" erschienenen Annonce hieß es unter anderem, gesucht werde eine wissenschaftlich ausgewiesene, führungsstarke Persönlichkeit von hoher Reputation mit einschlägiger Leitungserfahrung und Vernetzung im Hochschul- und Wissenschaftsbereich.

Es gelte das Profil der Uni weiter zu schärfen und ihre nationale und internationale Sichtbarkeit auszubauen. Die Bewerbungsfrist endete am 30. April - und die Zahl der Anwärter ist überschaubar. Auf LVZ-Anfrage sagte der Vorsitzende des Uni-Hochschulrates, Professor Reinhold R. Grimm, es seien sieben Bewerbungen eingegangen. Fünf davon stammen von Akademikern, die nicht an der Alma mater tätig sind, zwei aus dem Kreis der Uni. Damit hätte Amtsinhaberin Beate Schücking also auch einen internen Konkurrenten, denn die 59-jährige Professorin hatte bei einer Senatssitzung ihre Kandidatur für eine zweite Wahlperiode angekündigt.

Laut sächsischem Hochschulgesetz werden Rektoren im Freistaat für fünf Jahre gewählt, eine einmalige Wiederwahl ist möglich. Im November 2010 hatte der erweiterte Senat der Alma mater für Schücking, die damals noch an der Uni in Osnabrück arbeitete, votiert. Sie setzte sich damals gegen Professorin Sabine Kunst von der Uni in Potsdam durch, die ebenfalls kandidierte. In der über 600-jährigen Geschichte der Alma mater übernahm Schücking dann als erste Frau den Spitzenposten. Am 29. Februar 2016 endet die aktuelle Wahlperiode.

Wer dann das Ruder übernimmt, wird sich voraussichtlich im vierten Quartal dieses Jahres entscheiden. Meistens finden die Rektorwahlen an der Uni im November statt. Ein offizielles Datum gibt es aber noch nicht. Bis dahin müssen die Kandidaten ein mehrstufiges Auswahlverfahren durchlaufen. An dessen Ende macht der Hochschulrat im Einvernehmen mit dem Senat Wahlvorschläge. Das können bis zu drei sein, wovon mindestens einer der gelisteten Kandidaten ein externer sein muss - also nicht von der Uni stammt. Für den, der beim Votum des erweiterten Senats dann siegt, ist das aber noch nicht automatisch mit der Amtsübernahme verbunden.

Das sächsische Wissenschaftsministerium muss die Personalie noch absegnen. Denn Rektoren sind Wahlbeamte des Freistaates und müssen so beamtenrechtliche Maßgaben erfüllen. Von der Wahl bis zur Ernennung dauert es erfahrungsgemäß mehrere Monate, am 1. März 2016 beginnt die neue Amtszeit an der zweitältesten deutschen Uni. Erste wichtige Aufgabe danach ist die Suche nach Prorektoren. Derzeit haben die Professoren Thomas Lenk, Thomas Hofsäss und Matthias Schwarz diese Posten inne.

Wie das Rektoratskollegium künftig auch aussehen mag, eine personelle Konstante wird es geben - die Kanzlerin. Wie berichtet, ist Professorin Birgit Dräger seit Februar dieses Jahres Verwaltungschefin der Uni. Dauer ihrer Amtszeit: acht Jahre.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.05.2015

Mario Beck

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