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"Wieder ein Nobelpreis für Sachsen!": Wilhelm-Ostwald-Gymnasium ist 30 Jahre alt

Schule feiert und träumt "Wieder ein Nobelpreis für Sachsen!": Wilhelm-Ostwald-Gymnasium ist 30 Jahre alt

Drei Jahrzehnte Wilhelm-Ostwald-Gymnasium (WOG) - wenn das kein Grund zum Feiern ist? Immerhin hat die Eliteschmiede Zeit ihres Bestehens Persönlichkeiten hervorgebracht, die weltweit von sich reden machen, ob als Preisträger oder Platzierte bei internationalen Olympiaden, nationalen Wissenswettbewerben oder als geschätzte Vertreter ihres Fachs.

Leipzig. Drei Jahrzehnte Wilhelm-Ostwald-Gymnasium (WOG) - wenn das kein Grund zum Feiern ist? Immerhin hat die Eliteschmiede Zeit ihres Bestehens Persönlichkeiten hervorgebracht, die weltweit von sich reden machen, ob als Preisträger oder Platzierte bei internationalen Olympiaden, nationalen Wissenswettbewerben oder als geschätzte Vertreter ihres Fachs.

Wen wundert's bei einem Kollegium, dem zwölf Jahre lang mit Schulleiterin Brigitte Heink immerhin die "Lehrerin des Jahres im Bereich Naturwissenschaften" 2006 vorstand? Sie wurde gestern von Schulleiter Steffen Jost, der seit fünf Jahren die Geschicke des Hauses lenkt, ebenso herzlich begrüßt wie der allererste Direktor Volker Petruschke.

Zur Festveranstaltung erschienen ehemalige und jetzige Ostwaldianer ebenso wie Förderer und Freunde der Schule, deren Geschichte 1985 mit der Bildung von zwei mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Spezialklassen begann. 37 Mädchen und Jungen der damaligen EOS Humboldt sollten dort besonders gefördert werden.

Allerdings: "Ostwaldianer können nicht nur Mathe", wie Schulleiter Jost betonte. Sie singen im Chor, spielen Klavier, Flöte oder Cajon, beherrschen fremde Sprachen, treiben erfolgreich Sport - doch sie lieben in besonderem Maße die Naturwissenschaften. Beispielsweise Sebastian Ronneberger. Der 18-jährige Absolvent ließ im Foyer mit seiner Arbeit zu Veränderungen humaner Brustkrebszellen staunen, für die er beim Bundeswettbewerb "Jugend forscht" einen vierten Preis und eine Forschungsreise nach Italien einheimste. Anerkennung gab's unter anderem von Holger Farcken (44). 1985 gehörte er zu den ersten Spezialschülern und erwarb 1989 das erste und einzige DDR-Abitur der Schule. Inzwischen ist er Commerzbank-Direktor und schickt Felix, den ältesten seiner vier Kinder, aufs WOG. Gleich zwei Kindern - Niklas, der die sechste Klasse besucht, und Hannah, die jetzt in die fünfte kommt - kann Ronny Ludwig (43) erzählen, wie es zu seinen Zeiten auf dem WOG war. "Ich habe mein ganzes Leben von dieser Schule profitiert", so der Software-Entwickler.

Reichlich 500 Mädchen und Jungen besuchen zurzeit die Spezialschule, die seit 1989 den Namen des Chemie-Nobelpreisträgers Wilhelm Ostwald trägt. "Wir blicken auf drei Jahrzehnte Begabtenförderung. Es ist Vergnügen und Privileg, mit diesen Schülern arbeiten zu dürfen", sagte Schulleiter Jost. Kultus-Staatssekretär Frank Pfeil überbrachte Glückwünsche aus Dresden und zitierte Ostwald: "Vergeude keine Energie, verwerte und veredle sie." Schüler und Lehrer könnten stolz sein. Ihre Schule gehöre nicht nur in Sachsen, sondern in Deutschland zu den erfolgreichsten im Bereich Naturwissenschaften.

Leipzigs Jugendamtsleiter Nicolas Tsapos lobte, die Schule sei nicht nur eine gute, sondern eine ganz besondere, ein Lern- und Lebensort, an dem junge Leute zu Höchstleistungen motiviert würden.

Knut Löschke, Vorsitzender der Wilhelm-Ostwald-Gesellschaft, PC-Ware-Gründer, Sponsor des ersten Computerkabinetts der Schule und Vater eines Ostwaldianers, schlug in seiner Rede den Bogen weit in die Vergangenheit, um Triebkräfte wissenschaftlicher Höchstleistungen aufzuzeigen. Doch er war sogleich visionär: "Machen wir die Schüler fit für die größte Aufgabe: Wieder ein Nobelpreis für Sachsen!"

Ex-Schulleiterin Brigitte Heink erinnerte an die Mühen des Anfangs auf dem Gelände eines ehemaligen Kinderheims. Mit ihren 30 Lenzen sei die Schule im Vergleich zu anderen "noch auf embryonaler Stufe, aber dafür weit entwickelt", lobte sie an diesem Tag, der gedacht sei, zu erinnern, zu feiern und in die Zukunft zu träumen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.07.2015

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