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Wissenschaft im Namen Humboldts: Forscher aus mehreren Ländern kommen nach Leipzig

Wissenschaft im Namen Humboldts: Forscher aus mehreren Ländern kommen nach Leipzig

Sie kommen aus Italien, Polen und Österreich, haben in verschiedenen Disziplinen promoviert und sind nun im Namen Humboldts an der Leipziger Universität aktiv.

Ausgestattet mit einem Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung haben Silvia Ottaviano, Agnieszka Blazek und Johannes Hackl an der Alma mater für zwei Jahre ihre wissenschaftliche Heimat.

Für die Neapolitanerin Ottaviano ist es das Uni-Institut für klassische Philologie und Komparatistik, an dem sie nun einem der Gründungsmythen des Römischen Reiches nachspürt. Im Fokus ihrer Untersuchungen steht ein Werk des Dichters Publius Vergilius Maro, der kurz Vergil genannt wird, im Jahre 19 vor Christus starb und als wichtigster Autor der klassischen römischen Antike gilt. Aus seiner Feder stammt das Aeneis-Epos über die Flucht des Aeneas aus dem brennenden Troya und seinen Irrfahrten, die ihn schließlich nach Latium führten, wo er zum Stammvater der Römer wurde. Doch es gibt noch Fragezeichen zum Epos, letzte Kenntnislücken, die es zu schließen gilt. Handschriften, die einst im Kloster Motecassino entstanden, könnten vielleicht Aufklärung bringen. In diesen Aufzeichnungen hofft Ottaviano bislang unbekannte Varianten des Aeneis-Textes sowie seiner Erklärung zu finden.

Sie kommen aus Italien, Polen und Österreich, haben in verschiedenen Disziplinen promoviert und sind nun im Namen Humboldts an der Leipziger Universität aktiv. Ausgestattet mit einem Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung haben Silvia Ottaviano, Agnieszka Blazek und Johannes Hackl an der Alma mater für zwei Jahre ihre wissenschaftliche Heimat.

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Tief in die Historie taucht ebenso Johannes Hackl ein, der aus Wien kommt und nun am hiesigen Uni-Institut für Altorientalistik seine Arbeiten zum Spätbabylonischen vorantreibt. In den sechs vorchristlichen Jahrhunderten war diese Sprache in Mesopotamien weit verbreitet, dann kam der Abgesang. Wie lange war sie noch lebendig? Darauf sucht Hackl Antwort und sondiert insbesondere Quellen aus dem 6. Jahrhundert vor Christus. Vor allem auf Tontafeln finden sich die Überlieferungen. Die darauf verewigten Texte seien zum Glück großteils schon über Publikationen zugänglich, erklärt Hackl. "Ich kann also in der Bibliothek arbeiten und muss nicht die vielen Museen aufsuchen, in denen die Tontafeln verstreut sind."

Ums Vokabular dreht sich auch das Forschungsprojekt von Agnieszka Blazek – allerdings ist der Wortschatz, den die aus Poznan an die Pleiße ge­kommene Expertin unter die Lupe nimmt, ein aktueller. Am Institut für Linguistik und angewandte Trans­latologie befasst sie sich mit dem Wandel der nationalen akademischen Fachsprachen unter dem Einfluss der europäischen Integration. Hintergrund: Im Zuge des Bologna-Prozesses zur Synchronisierung der Hochschulausbildungen bildete sich in den letzten zehn Jahren ein länderübergreifender Sprachkorpus heraus.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.12.2014.

Mario Beck

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