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Bildung Wolkenforscher schicken in Leipzig grünes Laserlicht in den Himmel
Leipzig Bildung Wolkenforscher schicken in Leipzig grünes Laserlicht in den Himmel
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22:02 27.11.2016
Grünes Licht über Leipzig: Der Laserstrahl wird zu Forschungszwecken in den Himmel geschickt. Quelle: dpa
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Leipzig

Mit einem grünen Laserlicht sind Wissenschaftler des Leipziger Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung der Wolkenbildung auf der Spur. Seit inzwischen fast 20 Jahren schicken sie regelmäßig Lasermessstrahlen senkrecht 15 bis 20 Kilometer hinauf in die Atmosphäre, wie der wissenschaftliche Mitarbeiter Holger Baars sagte. Mit diesen LIDAR-Messungen («Light Detection and Ranging») sind die Leipziger Teil eines europäischen Messverbundes zur Atmosphärenforschung. Europaweit gibt es laut Baars rund 25 Stationen.

Die Messungen in der Atmosphäre basieren auf der Geschwindigkeit des Lichts, das sich immer konstant schnell ausbreitet - mit rund 300 000 Kilometern pro Sekunde. Aerosole in der Höhe reflektieren einen Teil des Lichts zurück. «Dadurch können wir genau messen, in welcher Höhe sich wie viele Partikel befinden», erläuterte Baars.

Genaugenommen schicken die Wissenschaftler nicht nur den grünen Laserstrahl nach oben, sondern noch zwei weitere im nicht sichtbaren Bereich. Auch der grüne Strahl ist nicht immer zu sehen. Das hänge von der Wetterlage ab, sagte Baars. Ist die Luft relativ feucht, ist der grüne Strahl am ehesten zu erkennen - und sorgt immer wieder für Nachfragen bei den Leipzigern nach dem Ursprung.

Anhand der gewonnenen Daten wollen die Wissenschaftler in erster Linie die Wolkenbildung verstehen, sagte Baars. Die Partikel in der Höhe beeinflussten aber auch die Sonneneinstrahlung. Und auch andere Nachweise können die Forscher führen. Zum Beispiel jenen, dass es Sahara-Staub im Sommer tatsächlich häufig bis nach Deutschland schafft. Und als Islands berühmtester Vulkan Eyjafjallajökull vor einigen Jahren den Flugverkehr lahmlegte, wiesen die Leipziger Troposphärenforscher mit ihren Messungen die genaue Höhe und Massenkonzentration der Vulkanasche nach.

LVZ

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