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Bildung Zahl der Lehrbeauftragten ist an der Universität Leipzig stark gestiegen
Leipzig Bildung Zahl der Lehrbeauftragten ist an der Universität Leipzig stark gestiegen
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23:59 12.02.2015
Die Universität Leipzig (Archivbild) Quelle: Conrad Ziesch

Hintergrund: Die außertariflich beschäftigen Dozenten sind trotz ihrer hohen Qualifizierung und oft langer Berufserfahrung die Billiglöhner im akademischen Betrieb.

Nachdem sie protestiert hatten, wurde die Grünen-Fraktion im Landtag aktiv. Deren hochschulpolitische Sprecherin Claudia Maicher, die an Leipzigs Uni studiert und promoviert hatte, wollte im Zuge einer kleinen parlamentarischen Anfrage von Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) wissen, wie es genau um die Lehrbeauftragten an den vier staatlichen Unis und fünf Fachhochschulen des Freistaates bestellt ist. Aus der Antwort, die der LVZ vorliegt, geht nun unter anderem hervor, dass die Anzahl der Lehrbeauftragten alleine zwischen 2011 und 2013 um mehr als 200 auf 1628 stieg. Vor allem an der Leipziger Uni zeigt die Kurve steil nach oben.

Dort waren 2013 rund 630 Lehrbeauftragte im Hochschulbereich, also ausgenommen der Medizin, tätig (2011 etwa 400). Spitzenreiter waren die Sportwissenschaften mit 106 Honorarkräften. Dort lag der Anteil der Lehrbeauftragten in Bezug auf alle Beschäftigen ausweislich der Statistik und ausgenommen der über Drittmittel Finanzierten bei 67,1 Prozent, 2011 waren es noch 29,6 Prozent. An den meisten Fakultäten der Alma mater zog die Quote zwischen 2011 und 2013 an - so bei den Erziehungswissenschaften von 9,8 auf 21,6 Prozent, in der Philologie von 12,1 auf 20,6 Prozent oder bei Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften von 10,9 auf 18,8 Prozent.

Auf die Frage, ob die freien Mitarbeiter auch im sogenannten Pflichtfachbereich zum Einsatz kamen und damit im Kernsektor der Lehre, bleibt das sächsische Wissenschaftsministerium (SMWK) mit Verweis auf keine konkrete Erfassung im Vagen. Zum größten Teil seien die Lehrbeauftragten zur Ergänzung des Lehrangebotes eingesetzt - überwiegend zu Krankheits- und Elternzeitvertretungen sowie bei Freisemestern fest angestellter Dozenten.

Bezüglich der Vergütung der Lehrbeauftragten an den Universitäten zieht sich das SMWK auf einen Allgemeinplatz zurück: Sie richte sich nach der jeweiligen Tätigkeit. Klar wird zumindest, dass die Leipziger Uni mit einer Staffelung von zehn bis 40 Euro pro Unterrichtsstunde am spärlichsten honoriert, die TU Dresden zahlt 15,20 bis 50 Euro, die TU Chemnitz 11,50 bis 45 Euro und die Freiberger Bergakademie 20 bis 40 Euro.

Maicher kritisiert, dass Honoraruntergrenzen von zehn Euro "weder einen auskömmlichen Lebensunterhalt noch eine soziale Absicherung zulassen". Obwohl das Problem seit Langem bekannt sei, gebe es bis heute bei der Staatsregierung offenbar kein Konzept. Sie erwarte hier von Ministerin Stange eine "neue, soziale Handschrift". Im sächsischen Hochschulfreiheitsgesetz ist nur von einer "angemessenen Vergütung" die Rede. Im Koalitionsvertrag von CDU und SPD kommt der Begriff "Lehrbeauftragte" nicht vor, es findet sich nur das allgemeine Bekenntnis, dass im Dialog mit den Hochschulen verbindliche Mindeststandards für befristete Arbeitsverhältnisse festgelegt werden sollen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.02.2015

Beck, Mario

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