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Bildung Zelten hat ein Ende: Leipziger Studenten nehmen Cafeteria an der Jahnallee in Besitz
Leipzig Bildung Zelten hat ein Ende: Leipziger Studenten nehmen Cafeteria an der Jahnallee in Besitz
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14:25 08.08.2011
Lutz Frommhold und Claudia Schütze Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Studenten und Mitarbeiter erhalten warme Speisen nun wieder zwischen solidem Mauerwerk. „Das Zelt ist nicht mehr in Betrieb und wird demnächst zurückgebaut“, sagte Volker Witt vom Studentenwerk. Die große Mensa im Obergeschoss startet mit der Essensausgabe jedoch erst am 26. September – etwa ein Jahr später als geplant.

Zumindest was die Dekoration anbelangt, war das Team der neuen Cafeteria zum Start des Mittagsgeschäfts um 11 Uhr noch nicht ganz fertig. Eilig drapierte eine Mitarbeiterin noch schnell künstliche Blümchen auf den Tischen. Übermäßig hasten musste sie dabei nicht. Erwartungsgemäß fanden zur Eröffnung nur wenige Studenten den Weg an die Essenstheke. „Es ist noch ruhig, wir haben ja noch vorlesungsfreie Zeit“, erklärte Lutz Frommhold, stellvertretender Leiter der Mensa. Aber: „Es sieht ja schon mal bedeutend besser aus als vorher.“

Leipzig. Seit zwei Jahren mussten die Leipziger Uni-Studenten auf die neue Mensa an der Jahnallee warten. In dieser Woche hat der Speisetempel unter einem neuem Namen seine Türen geöffnet. Die für 8,6 Millionen Euro sanierte "Mensa am Elsterbecken" werde bereits rege genutzt, berichtete Studentenwerk-Sprecherin Angela Hölzel am Mittwoch. Gleichzeitig droht den Studenten jedoch eine Erhöhung des Semesterbeitrags.

Dies dürfte als gesichert gelten. Immerhin investierten das Studentenwerk und der Freistaat Sachsen zu gleichen Teilen insgesamt 8,6 Millionen Euro in den kompletten Neubau. Geld, das sich bei Design, Ausstattung und Technik bemerkbar macht. Der Standard ist vergleichbar mit der zentralen Mensa am Park am Augustusplatz. „Mir gefällt vor allem die Mechanik, weil vieles jetzt automatisiert abläuft und dementsprechend schneller geht. Und das Ambiente für unsere Gäste ist natürlich wesentlich hochwertiger“, sagt Cafeteria-Verantwortliche Claudia Schütze. Bis zu 2400 Mahlzeiten sollen an der Jahnallee täglich zubereitet werden, wenn alles fertig ist.

Etwa gegen halb zwölf begutachtete eine Delegation des Studentenwerks das renovierte Schnellrestaurant. „Es gibt noch einige kleinere Mängel. Die Tische wackeln beispielsweise noch. Aber das werden wir bald alles gelöst haben“, sagte Frank Kießling, Leiter des Sachgebiets Investitionen beim Studentenwerk. Am großen Speisesaal eine Etage höher würden lediglich noch Restarbeiten durchgeführt. Küchengeräte seien installiert, Stühle stehen auch schon. Von außen sticht noch das Gerüst ins Auge, dass das Gebäude noch immer umrahmt, sowie die fehlenden Geländer an den Außentreppen. „Aber das Ziel war es ja erstmal, raus aus dem Zelt zu kommen“.

Studenten und Mitarbeiter bestätigen dies. Sie sind froh, nicht mehr im großen Zelt auf der Wiese neben dem Gebäude essen zu müssen. „Im Sommer ist es da drin zu warm, im Winter zu kalt“, weiß Jens Grosche, der am Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung arbeit, aus eigener Erfahrung. „Es wurde auch Zeit, dass es fertig wird“, findet Sascha Kreibich. Das Zelt habe er „weitgehend ignoriert“, so der Mitarbeiter des Instituts für angewandte Trainingswissenschaft. Alleine ist er mit dieser Einstellung nicht. Im Jahr 2010 nutzten deutlich weniger Kunden das Angebot. Das Studentenwerk verbuchte wegen des Provisoriums Umsatzeinbußen von rund 300.000 Euro. Dies entspricht annähernd 50 Prozent der Erlöse.

Derweil ist bislang noch keine Entscheidung über eine Erhöhung des Semesterbeitrags gefallen. Wie LVZ-Online Ende Juli berichtet hatte, soll der Anteil am Semesterbeitrag, der direkt dem Studentenwerk zufließt, 2012 von derzeit 55 auf 70 Euro steigen. „Hierüber entscheidet der Verwaltungsrat der Uni auf seiner nächsten Sitzung im Oktober“, sagte am Montag eine Sprecherin des Studentenwerks auf Nachfrage.

Im kommenden Jahr sinken die Zuschüsse des Freistaates an das Studentenwerk um rund 100.000 auf dann 1,4 Millionen Euro. Eine Steigerung der Einnahmen sei deshalb unumgänglich. Die Alternative sei laut Studentenwerk eine Erhöhung der Essenspreise.

Alexander Laboda

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