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Zentrum für Biodiversitätsforschung sucht nach einem Quartier

Zentrum für Biodiversitätsforschung sucht nach einem Quartier

Der Name verheißt Großes, die Ziele sind hoch gesteckt, aber das Domizil ist bescheiden: Die Schaltzentrale des vor zwei Jahren mit Sitz in Leipzig eingerichteten Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (Idiv) ist im Biocity-Gebäude am Deutschen Platz einquartiert.

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Das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Leipzig-Jena arbeitet nicht nur mit Hochleistungsrechnern. Nun sucht die Einrichtung ein neues Quartier. (Archivbild)

Quelle: dpa

Leipzig. Ausgewiesen war das von Beginn an als Interimslösung, denn die Einrichtung ist personell auf Wachstum programmiert und als wissenschaftliches Aushängeschild angelegt.

Nicht umsonst hatte die Deutsche Forschungsgemeinschaft nach einem bundesweiten Wettbewerb grünes Licht für das Idiv gegeben, belohnt wurde das von den Unis in Leipzig, Halle und Jena gemeinsam mit außeruniversitären Partnern eingebrachte Konzept mit einer Förderung in Höhe von 28 Millionen Euro bis 2016 und einer Aussicht auf weitere finanzielle Zuwendungen bis 2024.

Mehr als 200 Mitarbeiter wird das Zentrum perspektivisch haben. Und es soll, so schon eine der Gründungsintentionen, ein eigenes attraktives Quartier bekommen, das "als sehenswerter Bildungsort mit Forschungs- und Besucherzonen sowie einem Schülerlabor" auch architektonisch markant ist. Doch über den Nestbau für die Erkunder der Artenvielfalt und deren globaler Schwindsucht gab es hinter den Kulissen eine heftige Kontroverse. Herausgekommen ist nun eine Sparversion, bei der sich der Freistaat Sachsen "die Innovationskraft des Marktes zunutze machen will".

Auf LVZ-Anfrage erklärte der Sprecher des Finanzministeriums, Stephan Gößl, das Land habe im Umfeld der Biocity kein ausreichend geeignetes Grundstück, deshalb werde eine Miet- beziehungsweise Investitionslösung für die künftige Unterbringung des Idiv angestrebt. "Nach einer Untersuchung gehen wir davon aus, dass dies auch die wirtschaftlichere Variante sein wird."

In einer Ausschreibung des sächsischen Staatsbetriebes für Immobilien- und Baumanagement sind die Vorgaben für das Projekt umrissen. Demnach soll das Idiv ab Oktober 2016 zur Miete in einen Neubau oder ein für seine Belange hergerichtetes Bestandsgebäude im Leipziger Südosten und damit "in unmittelbarer Nähe zu anderen Forschungseinrichtungen der Universität" einziehen.

Rund 4700 Quadratmeter Nutzfläche sind veranschlagt, neben der Funktionalität müsse die architektonische Gestaltung den innovativen Charakter des Idiv widerspiegeln, heißt es in der Ausschreibung. Der Zuschlag für die Planung und Realisierung des Vorhabens erfolge nach Abschluss eines sogenannten Verhandlungsverfahrens. Für zunächst acht Jahre will der Freistaat das Objekt anmieten, mit Optionen für zwei jeweils dreijährige Verlängerungen.

"Natürlich hätten wir uns gewünscht, dass unter der Ägide des Landes ein Neubau entsteht, aber vertraglich gibt es keinen Anspruch darauf", sagte Uni-Rektorin Professorin Beate Schücking. Sie hoffe dennoch, dass das künftige Quartier auch von der äußeren Anmutung her das Idiv im Stadtbild deutlich sichtbar mache. Wie berichtet, wird die von Uni-Professor Christian Wirth geleitetete Einrichtung unter anderem mit acht Professuren ausgestattet, von denen die Mehrzahl schon besetzt ist. Seit Mai können die Experten auch auf ordentlich Computerpower zurückgreifen.

Die entsprechenden Server sind ins Rechenzentrum des Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung integriert, das zum Idiv-Konsortium gehört. Wie berichtet, steht den Biodiversitätsforschern seit Juni der Auwaldkran als wissenschaftliche Plattform wieder zur Verfügung. Das Großgerät war 2013 durch ein Hochwasser in Schieflage geraten, musste demontiert und runderneuert werden.

Durch hochkarätige Publikationen wird das Idiv international zunehmend bekannt: Gerade haben die Fachleute im Magazin der US-Wissenschaftsakademie eine neue Methode beschrieben, mit der sich die Auswirkungen des Klimawandels auf einzelne Pflanzenarten zuverlässiger als bisher vorhersagen lassen. Dabei werden fünf Schlüsselmerkmale von Bäumen genutzt - Holzdichte, Samenmasse, Wuchshöhe, Lebensdauer der Bäume sowie die spezifische Blattfläche.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.09.2014

Mario Beck

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