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Zeugen der Super-Eruption: Forscher spüren Vulkanausbruch vor rund 40000 Jahren nach

Zeugen der Super-Eruption: Forscher spüren Vulkanausbruch vor rund 40000 Jahren nach

Als der moderne Mensch Europa besiedelte und die Neandertaler-Populationen zu schrumpfen begannen, brach vor knapp 40 000 Jahren das Unheil herein. Ein gewaltiger Vulkanausbruch verwüstete weite Teile des Kontinents.

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Forscher des Leipziger Max-Planck-Institus gingen in Rumänien auf Spurensuche eines Vulkanausbruchs.

Quelle: PHIVOLCS-DOST (Symbolbild)

Forscher vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (Eva) konnten jetzt die Dimension der Katastrophe genauer bestimmen.

Ertragreiche Untersuchungen fernab der Heimat: Kathryn Fitzsimmons vom Eva war drei Mal in Rumänien und ging in der Region Urluia auf Spurensuche in der Steppenlandschaft. Gefahndet wurde nach Zeugnissen jenes prähistorischen Ereignisses, das von den phlegräischen Feldern ausging. Jenem Supervulkan, der noch heute nahe Neapel latent aktiv ist und kräftig Gase aussendet. Einst sorgte er für eine gewaltige Eruption, deren Wolke sich weithin ausbreitete und die riesige Gebiete mit saurem Regen und Asche-Teppichen überzog. Die Befunde, die Fitzsimmons und ihre an dem Projekt beteiligten deutschen und rumänischen Kollegen im Fachmagazin Plos One vorstellen, belegen nun, dass der Vulkan damals viel mehr Material gen Himmel spuckte als bisher angenommen.

"An der unteren Donau, also 1200 Kilometer entfernt vom Ausbruchsort, sind wir auf bis zu 100 Zentimeter dicke Asche-Ablagerungen gestoßen. Computermodelle des Eruptionsgeschehens hatten nur zehn Zentimeter vorausgesagt", erklärte die Wissenschaftlerin, die am Eva entsprechende Proben unter die Lupe nahm. Genutzt wurde dafür die Luminiszenz-Methode. Mit dem Verfahren lässt sich ermitteln, wann Sedimente letztmalig dem Sonnenlicht ausgesetzt waren. Datieren ließen sich die in Urluia ausgegrabenen Schichten so auf ein Alter von etwa 39 000 Jahren. Für Anthropologen ist diese Zeit eine äußerst spannende, denn damals breiteten sich die anatomisch modernen Menschen in Europa aus, während die Neandertaler schon auf dem absteigenden Ast waren, vor rund 30 000 Jahren starben sie aus.

Welche Wirkungen der Superausbruch einst zeitigte, lässt sich zwar nicht genau rekonstruieren, aber das Team um Fitzsimmons hat ein mögliches Szenario parat. Demnach könnten die Asche-Partikel vor allem Atemwegserkrankungen hervorgerufen haben. Auch zu einer Übersäuerung des Bodens dürfte es gekommen sein - mit Folgen für die gesamte Nahrungskette. Und durch kontaminiertes Grundwasser, so schreiben die Autoren in der Studie, könnten viele der steinzeitlichen Bewohner unter Fluoridvergiftungen und damit verbundenen Knochendeformationen gelitten haben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.07.2013

Mario Beck

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