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Zivilisationskrankheiten im Visier: Leipziger Forschungszentrum Life zieht positive Bilanz

Zivilisationskrankheiten im Visier: Leipziger Forschungszentrum Life zieht positive Bilanz

Einen guten Projektstart konnten die Mitarbeiter des Leipziger Forschungszentrums für Zivilisationskrankheiten (Life) den wissenschaftlichen Gutachtern am Dienstag präsentieren.

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Ronny Baber ist Koordinator der Biobank, in der die Proben der Studienteilnehmer aufbewahrt werden.

Quelle: Regina Katzer

Leipzig. Die nahmen das Zentrum für die Bewilligung weiterer Fördermittel unter die Lupe. Bereits 1200 Leipziger beteiligen sich an den gemeinsamen Studien der Universität und des Uniklinikums, in der unter anderem Allergien, Tumoren, Stoffwechselstörungen, Übergewicht oder auch Depressionen auf den Grund gegangen werden soll.

Herzstück des deutschlandweit größten Forschungsprojekts im Kampf gegen die Volksleiden ist die sogenannte Biobank, die in ihrer Form einmalig ist. Hier können in fünf Stickstoff-Tanks bis zu 80.000 Blut-, Urin-, Haar- und Gewebeproben gelagert werden. Auch die dazugehörige Datenbank, in der alle Patienten mit Strichcodes gelistet und die Standorte vermerkt sind, wurde eigens für das Zentrum entwickelt. Seit Mitte vergangenen Jahres ist die Biobank in Betrieb.

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Leipzig. Einen guten Projektstart konnten die Mitarbeiter des Leipziger Forschungszentrums für Zivilisationskrankheiten (Life) den wissenschaftlichen Gutachtern am Dienstag präsentieren. Die nahmen das Zentrum für die Bewilligung weiterer Fördermittel unter die Lupe. Bereits 1200 Leipziger beteiligen sich an den gemeinsamen Studien der Universität und des Uniklinikums.

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„Wir erzielen in den Tanks minus 143 Grad Celsius“, erklärte Koordinator Ronny Baber. Üblich sind eigentlich nur minus 100 Grad Celsius für die Aufbewahrung. „Der Vorteil unserer Lagerung ist, dass die chemischen Strukturen der Proben durch die  niedrigere Lagertemperatur weniger Schaden nehmen“, sagte der 31-jährige Biochemiker. „Dadurch erhalten wir die hohe Qualität auch für spätere Untersuchungen, die in Zukunft durch technische Entwicklungen sicher noch feiner werden.“

„Life ist nicht nur das derzeit größte Projekt der Universität Leipzig, sondern auch das größte wissenschaftliche Vorhaben der sächsischen Landesexzellenzinitiative“, hob Joachim Thiery, Dekan der Medizinischen Fakultät der Uni Leipzig und Leiter des Zentrums hervor. Das Forschungsprojekt läuft seit August 2009 und wird mit 33,3 Millionen Euro aus Mitteln der Europäischen Union und sechs Millionen Euro vom Freistaat gefördert.

Großes Vorhaben: Bis Ende 2014 sollen 26.000 Teilnehmer eingebunden werden

1200 Teilnehmer aus dem Leipziger Raum – darunter 800 Kinder – haben seit dem Start Februar 2011 bereits umfangreiche Befragungen und Untersuchungen der Forscher durchlaufen. „Wir freuen uns über die positive Resonanz in der Bevölkerung“, berichtete Markus Löffler, Vorstandsmitglied des Forschungszentrums. Mit einer Quote von 97 Prozent würden fast alle Teilnehmer das komplette Programm absolvieren. Ein Teil der Probanden wird dabei mit Unterstützung des Einwohnermeldeamtes per Stichprobe aus der Leipziger Bevölkerung ausgewählt, den anderen Teil stellen Patienten des Uniklinikums und Herzzentrums.

Bis Ende 2014 wollen sich die Forscher noch um ein Vielfaches steigern und rund 26.000 Probanden klinisch und bioanalytisch untersuchen sowie zu ihren persönlichen Lebensbedingungen befragen. „Da wir sehr sparsam wirtschaften, werden wir diese Phase mit Unterstützung der Landesregierung gut schaffen“, zeigte sich Löffler am Dienstag zuversichtlich, und auch personell sei der Umfang zu stemmen. Den Erhebungen sollen dann jahrelange Auswertungen folgen. Das Zusammenspiel von genetischen Anlagen, Stoffwechsel, Umweltbedingungen und individuellem Lebensstil an einem Standort stehen dabei im Fokus. Aus den Ergebnissen wollen die 130 Mitarbeiter des Zentrums Ansätze für künftige Therapien, neue zielsichere Medikamente und effektivere medizinische Geräte entwickeln.

Nächster Meilenstein wird Ende Mai der Abschluss der Sanierungsarbeiten am „Roten Haus“, der ehemaligen Klinik für Innere Medizin in der Philipp-Rosenthal-Straße, sein. Dort entsteht eine 2100 Quadratmeter große Nutzfläche für die Studienambulanz des Life-Zentrums, in der speziell geschulte Mitarbeiter die Teilnehmer empfangen und betreuen. Für die Untersuchungen wurden hochmoderne Geräte angeschafft, darunter ein 3D-Bodyscanner und neueste Ultraschalltechnik. Den Umbau finanzieren das Universitätsklinikum und die Medizinische Fakultät mit rund 12 Millionen Euro aus eigener Tasche.

Das erste Fazit der Gutachter des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst (SMWK) fiel positiv aus. Life-Geschäftsstellenleiter Dr. Matthias Nüchter zufolge werden die Prüfer dem Freistaat empfehlen, das Projekt über 2013 hinaus zu fördern. Sie hätten Life als innovatives Projekt zur Erforschung von Zivilisationserkrankungen gewertet, das in erheblicher Weise zur Standortsicherung von Leipzig als medizinisches Wissenschaftszentrum beitragen werde. Das Projekt sei vorbildlich organisiert und vernetzt im Verbund mit der Universitätsmedizin und außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

Franziska Seifert/rob

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