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Bildung Zoff um Rektorwahl: Leipziger Uni ist kein Einzelfall in Sachsen
Leipzig Bildung Zoff um Rektorwahl: Leipziger Uni ist kein Einzelfall in Sachsen
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19:51 05.11.2015
Die Geschichtsprofessoren Eduard Mühle (unten) von der Uni Münster und Tassilo Schmitt von der Uni Bremen wurden vom Hochschulrat auf die Kandidatenliste für die Rektorwahl an der Leipziger Uni gesetzt, nicht aber die Amtsinhaberin Professorin Beate Schücking. Quelle: dpa/privat
Leipzig

Seit Monaten wird an der Leipziger Universität über die Kandidatenliste für die Rektorwahl gestritten, doch das ist kein Einzelfall in Sachsen. Schon drei Mal gab es richtig Zoff um den Spitzenposten an Akademikerschmieden des Freistaates – und immer mischten die Hochschulräte mit, die es seit 2010 an den hiesigen Unis und Fachhochschulen gibt.

Westsächsische Hochschule Zwickau: Als es 2010 an der kurz WHZ genannten Einrichtung ins Rennen um die Besetzung der Rektorstelle ging, schien zunächst alles klar zu sein. Dem Hochschulrat lagen vier Bewerbungen vor, drei Kandidaten wurden zum Vorstellungsgespräch eingeladen, jeder von ihnen hätte einen Platz der Nominierungsliste bekommen können, denn auf der können bis zu drei Namen stehen. Doch das Gremium sortierte zwei der Bewerber aus, darunter WHZ-Professor Christian-Andreas Schumann. Letztlich stand nur noch sein Kollege Professor Gunter Krautheim auf der Liste, den der erweiterte Senat dann wählte. Schumann strengte eine Konkurrentenklage an und das Oberverwaltungsgericht urteilte zu seinen Gunsten. Dem Wissenschaftsministerium wurde untersagt, Krautheim zu ernennen. Die „rechtswidrige Verengung“ auf einen Kandidaten habe dem Wahlorgan die nötige Entscheidungsmöglichkeit genommen, hieß es im Gerichtsbeschluss. Folge: Das Verfahren musste neu eröffnet werden, der geläuterte Hochschulrat gab drei Kandidaten seinen Segen, darunter Schumann und Krautheim. Letzterer siegte dann Anfang 2011 bei der erneuten Wahl und ist bis heute im Amt.

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig: Auch an der HTWK wurde 2010 ein neuer Rektor gesucht, vier Bewerbungen gingen ein. Unter anderem von Amtsinhaber Professor Hubertus Milke und Professorin Renate Lieckfeldt von der Fachhochschule Gelsenkirchen. Ihre Anwartschaft wurde vom Hochschulrat jedoch nicht berücksichtigt, allein für Milkes Kandidatur gab es grünes Licht – und er wurde vom erweiterten Senat für eine zweite Legislaturperiode gewählt. Lieckfeldt klagte vor dem Verwaltungsgericht wegen Fehlern im Besetzungsprozedere. Das Wissenschaftsministerium zog daraufhin die Notbremse, versagte Milke die Ernennung und empfahl, die Stelle erneut auszuschreiben. Das geschah, in der Folge kamen dann Lieckfeldt, Milke und der ebenfalls an der HTWK tätige Professor Fritz Peter Schulze auf die Vorschlagsliste. Der erweiterte Senat entschied sich Anfang 2011 für Lieckfeldt, die nach einer längeren beamtenrechtlichen Kontroverse mit dem Wissenschaftsministerium am 1. Juli ihr Amt antreten konnte und es mit Elan und Sachkunde ausfüllte – bis das Schicksal zuschlug. Sie erlag im September 2013 einem Krebsleiden. Als Interimsrektor wirkte anschließend Professor Markus Krabbes, seit gut einem Jahr wird die HTWK von Professorin Gesine Grande geleitet.

Hochschule für Musik Dresden: Als an Leipzigs Uni in diesem Jahr noch nicht der Konflikt um die Nichtnominierung von Amtsinhaberin Professorin Beate Schücking durch den Hochschulrat ausgebrochen war, ging die Rektorwahl an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ in der Landeshauptstadt über die Bühne. Am 18. Mai entschied sich der erweiterte Senat für Judith Schinker, die vormalige Prorektorin für Lehre und Studium. Doch das ging dem Hochschulrat gegen den Strich, der Amtsinhaber Professor Ekkehard Klemm auf Listenplatz eins und den externen Bewerber Professor Joachim Junghanss auf Platz zwei gesetzt hatte. Schinker wurde nur auf Position drei gelistet, was die Wahlversammlung nicht davon abhielt klar für sie zu votieren. Seitdem gibt es Missklänge. Der Hochschulrat trat am 10. Juni geschlossen zurück wegen „deutlich entgegengesetzter personeller und sachlicher Positionen im Zusammenhang mit der Rektorwahl“, wie es in einem Schreiben an Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) hieß. Schinker trat am 1. September ihr Amt an.

Von Mario Beck

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