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Bildung Zumbathon: Schwitzen für einen guten Zweck
Leipzig Bildung Zumbathon: Schwitzen für einen guten Zweck
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01:00 01.08.2013
Zumbathon mit Leipzigs Zumba-Gott Louis am Nordstrand des Cospudener Sees. Quelle: André Kempner

Jüngst schwitzten am Nordstrand des Cospudener Sees viele Zumbatänzer in der prallen Sonne.

Der Sand staubt in gelben Wolken, wenn einer der sieben ausgebildeten Zumba-Trainer einen besonders schnellen Schritt zu den lateinamerikanischen Rhythmen macht und die Menge sich bemüht, ihm zu folgen. Die meisten Besucher des "Zumbathons" tragen Socken, weil der Sand an diesem Tag barfuß zu heiß ist - tanzen wollen sie trotzdem. Während die meisten Besucher am Nordstrand träge im Sand liegen und sich die Sonne auf den Pelz brennen lassen, treffen sich hartgesottene Zumba-Fans vor der Hacienda. Hinter rot-weißem Absperrband tanzen sie dort die Choreografien der Trainer nach und gönnen sich nur ab und zu eine Pause, um einen Schluck Wasser zu trinken oder zur Abkühlung in den See zu hüpfen. Dann sind Seufzer wie "Zumba macht einfach süchtig" zu hören.

Zum zweiten Mal haben Amerikanistik-Studenten der Uni den "Zumbathon" am Nordstrand des Cospudener Sees organisiert. In diesem Jahr waren Julia Rabe und Carolin Stelzer für das Benefiz-Sportfest verantwortlich. Beide sind 21 Jahre alt und studieren im zweiten Semester Amerikanistik. Der "Zumbathon" ist Teil der Prüfungsleistung eines sogenannten "Service Learning"-Moduls, das seit 2011 in Leipzig angeboten wird. "In den Vereinigten Staaten gibt es das Service Learning seit Jahrzehnten, fast jede Uni bietet diese besondere Form des Lernens an", sagt Catherine Sharpe.

Die gebürtige Amerikanerin ist seit etwa 15 Jahren Assistenzdozentin am Amerikanistik-Institut. "In diesem Modul sollen die Studenten die gelernte Theorie anwenden. Dazu haben sie außer bei einem Praktikum während des Studiums kaum Gelegenheit", sagt Sharpe. "Sie sollen ihren Berufswunsch in der Realität ausprobieren." Das besondere an den Projekten: der gemeinnützige Zweck. Dabei müssten sie im Gegensatz zum üblichen Ehrenamt alles selbst organisieren. "Das ist eine Herausforderung für die Studenten, sie müssen entscheiden: Das passt zu meinen akademischen und beruflichen Zielen", so Sharpe.

Julia Rabe und Caroline Stelzer haben sich mit dem "Zumbathon" an ihren Vorgängern aus dem Vorjahr orientiert. "So hatten wir immer jemanden, an den wir uns wenden konnten und der uns einige Tipps gab - sehr hilfreich", sagt Rabe. Auch Zumba habe sie positiv überrascht. "Eigentlich habe ich es am Samstag zum ersten Mal richtig gesehen." In Amerika ist diese Art zu tanzen schon seit Jahrzehnten Trendsportart - vielleicht wird sie ja bei ihrem Auslandsaufenthalt vom Januar des kommenden Jahres an endgültig auf den Geschmack kommen.

Mit dem Ergebnis des diesjährigen Festes sind alle zufrieden, etwa 800 Euro Spenden sind zusammengekommen. Davon geht je die Hälfte an den Verein "Mirador" aus Leipzig, der eine Krankenstation für Mütter und Kinder in Guatemala unterstützt, und an den Leipziger Eine-Welt-Verein, der autistischen Kinder in der Ukraine hilft. Alle Zumbatrainer, DJ Papito Gonzalez und die Helfer haben ehrenamtlich einen Nachmittag in brütender Hitze verbracht. Catherine Sharpe ist von diesem Engagement begeistert: "Es ist toll zu sehen, dass sie von Herzen anderen Menschen helfen wollen. Ich hoffe, dass der 'Zumbathon' immer mehr Leute dazu motivieren kann!"

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.08.2013

Ariane Dreisbach

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