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500 Logos auf dem Körper – Tino Krause lässt sich Firmenwerbung tätowieren

Geschäftsidee aus Taucha 500 Logos auf dem Körper – Tino Krause lässt sich Firmenwerbung tätowieren

Es klingt wie ein früher Aprilscherz: Tino Krause aus Taucha will sich 500 Firmenlogos stechen lassen – und damit viel Geld verdienen. Seine Idee heißt Tattoo-Ads: Firmen können einen Part auf seiner Brust, Rücken oder den Armen kaufen.

Die Farbe auf Tino Krauses Haut zeigt, wo die Logos tätowiert werden können. 500 Plätze gibt es.

Quelle: Tattoo-Ads

Leipzig/Taucha. Tino Krause aus Taucha hat noch keine Tattoos – aber das soll sich nun sehr schnell ändern. Seinen Rücken, seine Brust, Arme und seinen Nacken hat er in insgesamt 500 Parts aufgeteilt – und die will er nun mit Firmen-Logos füllen. „Ich wollte schon immer ein Tattoo haben, aber ich wusste nicht, was ich mir stechen lassen will. Dann kam die Idee, das zu vermarkten und mir Firmen-Logos stechen zu lassen“, erklärt er seine Geschäftsidee. Firmen kaufen ihm die Fläche auf seiner Haut ab und er lässt sich deren Logo auf 3,5 mal 2,5 Zentimeter stechen, in Farbe und für immer. Tattoo-Ads nennt er das.

Die ersten Schock-Reaktion auf die Idee kennt der 28-Jährige schon: Das sei bei seinen Freunden auch so gewesen, aber im Nachhinein hätten sie die Idee gut gefunden. Auch bei seiner Familie schlug anfängliche Skepsis in volle Unterstützung um. Kritik dagegen lässt ihn kalt. Das sei eben Geschmackssache. „Von vielen höre ich, dass sie es selbst nicht machen würden. Aber ich lasse mich von Kritik nicht runterziehen.“

„Jetzt ist genau die richtige Zeit dafür“

Hinter dem, was ein bisschen wie eine aberwitzige und spontane Idee klingt, steckt tatsächlich viel Kalkül und Planung: Tino Krause will nicht nur den Marken eine Fläche bieten, sondern selbst eine werden. Auf Facebook, Instagram und anderen sozialen Netzwerken sammelt er Fans, die dann die Bilder seiner Tattoos in all seinen Lebensmomenten direkt auf Handy bekommen. „Das ist auf jeden Fall eine Lebensaufgabe“, fasst er treffend zusammen.

Genau in dieser Strategie sieht er auch die Stärke der Idee: „Jetzt ist genau die richtige Zeit dafür. In den 2000ern haben das schon einige gemacht. Aber nach dem Stechen war da Schluss. Heute ist das anders: Es gibt die Möglichkeit, mehr daraus zu machen, durch Social Media zum Beispiel.“ Tattoos sind für immer, doch solange sieht Krause nicht vor, diesen Job zu machen: „Das werde ich sicher nicht mein Leben lang machen“, sagt er, betont jedoch, „aber solange es sich für die Firmen lohnt, werde ich Marketing für sie machen – auch noch in X Jahren.“

Der Tauchaer hofft, in einem halben Jahr die 500 Logos zusammenzuhaben und meint: „Klar ist das ehrgeizig. Aber es ist ja auch ein Hype gerade und auf den sollen die Firmen jetzt aufspringen.“

Der Nacken ist am teuersten

Ein Tattoo und das lebenslange Marketing kommen die Firmen nicht billig. Genaue Zahlen nennt Krause nicht, doch der Nacken sei an teuersten, denn der sei ja viel häufiger zu sehen als der Rücken oder die Brust. Deswegen bewege sich der Preis dort im unteren fünfstelligen Bereich. Gerade zu Beginn sei ein Tattoo noch etwas günstiger. Doch sobald mehr Firmen Interesse anmelden würden, steige der Preis auch.

Denn nach den 500 Parts auf der oberen Körperhälfte ist Schluss. Um es exklusiv zu halten, will er die Fläche auf seinen Beinen zum Beispiel nicht mehr anbieten, auch nicht bei großer Nachfrage. „Wenn die ganze Idee funktioniert, dann kann ich davon gut leben“, prognostiziert er. Die Nachfrage der Firmen steige aktuell. Nach den ersten Medienberichten über ihn, bekomme er immer mehr Anfragen. Manche seien noch etwas ungläubig, würden die Idee aber super finden.

Als Kunden wünscht sich Tino Krause am Liebsten überregionale Firmen. Doch ein Garant für einen Platz auf seinem Körper sei das noch nicht: „Am Ende entscheide ich, welche Logos ich mir stechen lasse. Das Logo muss zu mir passen.“

Mehr zum Thema Tattoos

Lesen Sie hier noch einmal die LVZ-Mulitmedia-Reportage "Kunst unter der Haut – Leipziger und ihre Tattoos".

Auch das Grassi-Museum beschäftigt sich aktuell mit dem Thema und richtet ein Tattoo- und Piercing-Archiv ein.

Mitte April geht es los

In zwei Wochen kommt der 28-Jährige dann unter die Nadel. Das erste Logo, dass er sich stechen lässt, wird sein eigenes „Tattoo-Ads“-Logo sein. Dazu kommen noch drei bis vier Firmenlogos. Vier Stunden sind dafür eingeplant – das ist lang, gemessen daran, dass er zum ersten Mal tätowiert wird. Maximal sechs Logos sind pro Sitzung machbar. Bei 500 Logos stehen dem Tauchaer rund 250 Stunden unter der Tätowiernadel bevor: „Ich hoffe auf jeden Fall auf ein geiles Endergebnis!“

Von Paula Drope

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