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Boulevard Abschalten vom Klinikalltag - Ronald McDonald Haus ist Zuflucht für Familien mit kranken Kindern
Leipzig Boulevard Abschalten vom Klinikalltag - Ronald McDonald Haus ist Zuflucht für Familien mit kranken Kindern
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15:58 11.01.2012
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Um ihren Sohn in dieser schweren Zeit zu unterstützen, lebt Mutti Michaela seit August im Leipziger Ronald Mc Donald Haus. 350 Familien mit ähnlichen Schicksalen finden dort jährlich ein Zuhause auf Zeit. Mit prominenten Unterstützern feierte das Haus am Dienstag sein zehnjähriges Bestehen.

„Meine Mama ist nur in der Nacht weg, wenn ich schlafe, und da merke ich es nicht", sagt Scott Meinhardt. Der 13-Jährige aus Zwickau hatte eine schwere Operation und macht zur Zeit eine Chemotherapie am Universitätsklinikum Leipzig. Um ihren Sohn in dieser schweren Zeit zu unterstützen, lebt Mutti Michaela seit August im Leipziger Ronald Mc Donald Haus. Mit prominenten Unterstützern feierte das Haus am Dienstag sein zehnjähriges Bestehen.

Hell und lichtdurchflutet ist das Ronald McDonald Haus an der Rubensstraße. Mit Whirlpool, offener Küche und Sitzecke am Kamin ist es der ideale Ort, um vom oft belastenden Klinikalltag abzuschalten. „Gemeinsam mit den anderen Eltern sitzen wir oft abends am Tisch, dann wird erzählt oder auch mal ein Rotwein getrunken", erzählt Meinhardt, „manchmal geht es abends ein bisschen länger, aber das ist dann ja auch Abschalten." Abschalten vom anstrengenden Klinikalltag, der für die Mutter von morgens um acht bis abends um acht dauert, abschalten von den Gedanken an ihre fast zweijährige Tochter in Zwickau.Frank Otte, der seinen zwölfährigen Sohn Justin begleitet und mit kurzen Unterbrechungen seit Juni im Haus lebt, kennt das nur zu gut. „Es gibt gute und schlechte Tage. Da spielt sich schon viel im Kopf ab", verrät er. Um bei seinem Sohn sein zu können, hat er seinen Job als Koch gekündigt. „Wenn es dieses Haus nicht geben würde, dann müsste ich jeden Tag fahren", sagt der Crimmitschauer. „Das ist finanziell gar nicht machbar."

Damit die Betriebskosten des Hauses gedeckt werden können, sind jährlich rund 160.000 Euro Spenden nötig. „Vor zehn Jahren hat Herr Jung gesagt, das wird die Region nicht leisten können, aber die Leipziger haben das gepackt", sagt Manfred Welzel, Vorstandsvorsitzender der McDonalds Kinderhilfe mit Anspielung auf den Oberbürgermeister. „Nach zehn Jahren können wir nun dankbar und froh zurückschauen, weil wir wissen, Leipzig ist engagiert und steht zu dieser Einrichtung." Auch Sebastian Krumbiegel, Prinzen-Sänger und Ex-Thomaner, setzt sich als Schirmherr leidenschaftlich für das Ronald McDonald Haus ein. Und das aus gutem Grund: Kurz nach seiner Geburt vor 16 Jahren habe sein Sohn selbst gesundheitliche Probleme gehabt, verrät er. „Für uns war das damals fürchterlich. Plötzlich wird das ganze Leben umgekrempelt und alle Goldenen Schallplatten sind auf einmal nichts mehr wert", sagt der Sänger. „Trotzdem sollte man nicht erst warten, bis man selbst betroffen ist", ist er heute überzeugt. Um auch andere Menschen zu dieser Einstellung zu motivieren hatte sich der Sänger zum zehnjährigen Jubiläum die Spendenaktion „Löwenstark" ausgedacht, bei der er gemeinsam mit der Schauspielerin Andrea-Kathrin Loewig - bekannt aus der TV-Serie „In aller Freundschaft" - Puzzleteile zum Preis von 2000 Euro an den Mann brachte.Auch Burkhardt Jung war am Dienstag dabei, „um Spendern und Helfern danke zu sagen", wie er betont. Als Kind habe er selbst zehn Tage im Krankenhaus verbringen müssen. „Ich hatte einen Unfall mit meinem Tretroller und meine Mutter durfte mich nur einmal in der Woche besuchen", sagt er. „Das war damals schmerzhafter für mich als meine Verletzung. Deshalb finde ich die Idee, dass Eltern bei ihren Kindern sein können, so wichtig."Bundesweit gibt es 17 Ronald McDonald Häuser, Träger ist die McDonalds-Kinderhilfe-Stiftung, die vom Deutschen Konzern sowie den Franchisenehmern und Lieferanten der Fast-Food-Kette jährlich mit rund 4,6 Millionen Euro unterstützt wird.

Stefanie Buessing

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