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Apassionata in Leipzig: "Ich mag es, wenn in den Augen das Selbstbewusste funkelt"

Apassionata in Leipzig: "Ich mag es, wenn in den Augen das Selbstbewusste funkelt"

In der neuen Apassionata-Show "Zeit für Träume" sind Petra Geschonneck und ihre Friesen-Equipe in zwei Szenen zu sehen: einmal im winterlichen London mit einem graziösen "Eistanz" sowie beim fulminanten Schlussakkord - als Macht der Zeit.

Leipzig. Wir sprachen mit der 48-Jährigen, die im nordrhein-westfälischen Kempen lebt. Dort hat sie einen Stall gemietet, den sich ihre eigenen sieben Friesen mit zwei weiteren Pferden teilen.

LVZ:

Wie kamen Sie zu Apassionata?

Petra Geschonneck:

Der Produzent Peter Massine hatte 2003 meine Präsentation mit den Friesen bei einem meiner damaligen Auftritte gesehen und war begeistert. Er fragte mich, ob ich mir vorstellen könne, bei ihm mitzumachen. Europas erfolgreichste Familienunterhaltungsshow mit Pferden war mir natürlich ein Begriff: Ich kannte und mochte sie damals schon sehr. So habe ich nicht lange überlegt und zugesagt. Meine Entscheidung, ein Teil von Apassionata zu sein, habe ich keinen Augenblick lang bereut.

Zehn Jahre ohne Probleme?

Es ist einfach wunderschön, den Zuschauern ein Gänsehaut-Feeling zu bereiten. In der Apassionata-Familie halten wir zusammen und sind füreinander da. Diesen Zusammenhalt habe ich in der Sommerpause ganz schön vermisst.

Woran erkennen Sie, ob ein Pferd Talent hat?

Ich beurteile die Pferde nach ihrem Gebäude, ich achte auf Gangvermögen und auf die Augen als Spiegel der Seele. Ich mag es, wenn dort das Freche, Kecke, Selbstbewusste funkelt. Denn dieses Selbstbewusstsein kommt bei der Ausbildung des Pferdes als majestätische, stolze Anmutung richtig gut heraus. Außerdem ist mir ein verlässlicher Charakter sehr wichtig. Das Pferd, das mir gefällt, muss gleichzeitig freundlich und aufgeschlossen sein. Ich erkenne schnell, wie sich ein Pferd entwickeln wird. Dafür muss ich nicht unbedingt wissen, ob die Eltern Champions sind, aus welcher Zucht sie stammen oder welche Preise sie bereits bekommen haben. Wenn die Züchter mir davon berichten wollen, winke ich ab und sage: "Auf den Papieren kann ich nicht reiten."

Nach welchen Kriterien suchen Sie die Mitglieder Ihrer Equipe aus?

"Ich bekomme viele Bewerbungen von Reiterinnen, die dabei sein möchten. Grundvoraussetzung dafür ist, dass sie die Dressur bis mindestens zur Klasse L, noch lieber bis Klasse M beherrschen - und natürlich, dass sie die Pferde liebevoll behandeln. Auch der Charakter der Reiterinnen ist mir wichtig. Sie sollten teamfähig sein und loyal. Ich bringe den Mädchen dann bei, sich auf meine Friesen einzustellen, denn ich habe die Pferde sehr gut ausgebildet. Und sie sind hochsensibel. Das bedeutet jede Menge Arbeit, auch mental. Die Reiterinnen müssen deshalb die Dressur, die ich präsentieren möchte, bei mir im Training minuziös erlernen. Dazu gehören Teamarbeit und viel Disziplin. Das Wichtigste beim Training sind zirzensische Lektionen und deren Feinheiten.

Woran erkennen Sie, in welcher Stimmung Ihr Pferd ist?

Genau wie wir Menschen haben Pferde ihre Eigenarten, auf die ich aber natürlich gern Rücksicht nehme. Mein Hessel zum Beispiel ist ein ausgemachter Langschläfer und Morgenmuffel, mit dem in der Frühe nicht viel los ist. Nach dem morgendlichen Füttern legt er sich am liebsten wieder hin und döst noch ein bisschen. Es hat überhaupt keinen Sinn, ihn dann aus dem Stall holen und trainieren zu wollen, weil er übellaunig sein und überhaupt keine Lust haben würde. Stattdessen fange ich morgens lieber mit einem anderen Pferd an und bewege Hessel erst gegen Mittag, wenn er ausgeruht und gut drauf ist.

Was tun Ihre Friesen gern?

Sie präsentieren sich gern, und es macht ihnen besonderen Spaß, das in spielerischer Form zu tun. Sie haben mich schon öfter damit überrascht, dass sie auf der Weide in einem schwungvollen spanischen Schritt auf mich zugekommen sind wie in einer Freiheitsdressur - das finde ich großartig. Einer meiner Hengste richtet sich sogar zwischendurch gern mal unaufgefordert kontrolliert auf die Hinterbeine auf, um zu zeigen, dass er diese Lektion der Hohen Schule perfekt beherrscht.

Wie sind Sie ausgerechnet bei den Friesen gelandet?

Als ich das erste Mal auf einem Friesenhengst saß, war es um mich geschehen. Ich liebe die schwungvollen Gangarten dieser majestätischen Tiere und schätze ihre Leichtrittigkeit. Friesen sind sehr freundliche und aufgeschlossene Pferde, die gern lernen. Auch das mag ich natürlich an diesen traumhaft schönen Schwarzen.

Welches sind die glücklichsten Momente, die Ihnen die Pferde bescheren?

Ich genieße es, wenn mich meine Pferde schon morgens mit einem fröhlichen Wiehern begrüßen - da geht mir das Herz auf. Jeder der Friesen hat einen anderen Charakter und zeigt mir seine Zuneigung auf seine persönliche Weise. Deshalb versuche auch ich, allen immer die gleiche Liebe und Zuwendung zu schenken. Das fällt mir nicht schwer, denn jedes meiner Pferde hat besondere Eigenarten oder Vorzüge, die ich an ihm schätze.

Was, würden Sie sagen, ist das Anstrengendste an Ihrer Arbeit?

Bei angenehmem, warmem Wetter ist es einfach wunderschön, mit den Pferden zu arbeiten. Aber wehe, es wird richtig kalt! Bei -20 Grad Celsius komme ich nicht wirklich gut aus dem Bett. Ich bin eine ziemliche Frostbeule. Außerdem muss man da immer besonders aufpassen, dass man sich nicht erkältet. Das kann echt anstrengend sein. Denn eins ist klar: Bei der Arbeit mit den Pferden gibt's kein Kneifen. Sie wollen Futter, Wasser und Beschäftigung. Zum Glück ist unser Stallzelt bei der Tournee immer gleichmäßig beheizt, und man kann sich außerdem ins Fell kuscheln. Da geht gleich alles wieder viel besser.

Was passiert in den Sommermonaten - also während der showfreien Zeit?

Jedes Pferd wird täglich etwa 45 Minuten trainiert, dazu natürlich gefüttert, geputzt, auf die Wiese gebracht oder zu einem entspannenden Ausritt mitgenommen. Ich bin jeden Tag zehn bis zwölf Stunden mit meinen Pferden beschäftigt - da gebe ich alles. Abends falle ich dementsprechend todmüde ins Bett. Der Job ist zwar oft sehr anstrengend, macht aber auch wahnsinnig glücklich. Ich möchte wirklich nichts anderes tun.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.12.2013

Inka Thaysen

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