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Bundesverdienstkreuz für Fördervereinschef Rohrwacher vom Völkerschlachtdenkmal

Festakt beim Bundespräsidenten Bundesverdienstkreuz für Fördervereinschef Rohrwacher vom Völkerschlachtdenkmal

Zum Tag des Ehrenamtes würdigt Bundespräsident Joachim Gauck engagierte Bürger. Mit dabei ist auch Klaus-Michael Rohrwacher, der Vorsitzende des Fördervereins Völkerschlachtdenkmal. Als einer von 26 Menschen aus ganz Deutschland erhielt er im Schloss Bellevue das Verdienstkreuz am Bande.

Klaus-Michael Rohrwacher, der Vorsitzende des Fördervereins Völkerschlachtdenkmal, erhält in Berlin das Bundesverdienstkreuz. Auch TV-Moderatorin Barbara Schöneberger erhielt die Auszeichnung.

Quelle: Mathias Orbeck

Leipzig. Als die Einladung kam, hat er gleich im Bundespräsidialamt angerufen. Es könnte ja ein Scherz sein. Am Freitag war es dann soweit: Klaus-Michael Rohrwacher war ins Schloss Bellevue nach Berlin eingeladen. Dort erhielt er von Bundespräsident Joachim Gauck das Bundesverdienstkreuz. Für seine ehrenamtliche Arbeit als Vorsitzender des Fördervereins Völkerschlachtdenkmal, der 1998 mit dem Ziel gegründet wurde, den fortschreitenden Verfall des Denkmals aufzuhalten und es ebenso wie die Außenanlagen instand zu setzen. „Sie sind die Säulen unserer Bürgergesellschaft – dafür gebührt ihnen Dank“, sagte Gauck in seiner Festrede und meinte neben 26 außergewöhnlichen Menschen aus ganz Deutschland auch Rohrwacher. „Ich fühle mich überglücklich. So einen Festakt erlebt man nur einmal im Leben“, freute sich der 62-Jährige Leipziger.

Bis Oktober 2013 ist Stadt, Land, Stiftung und vielen Partnern ein gigantischer und millionenschwerer Kraftakt gelungen, das einst rußgeschwärzte Nationaldenkmal zu sanieren. Eine exorbitant gestiegene Besucherzahl ist ihr Lohn. Steinmetzmeister Rohrwacher war stets an vorderster Front dabei und hat als „oberster Spendeneintreiber“ des Fördervereins viele Leipziger und Auswärtige als Stifter für das Denkmal begeistert. So konnten beispielsweise das Stifterzimmer komplett restauriert, ein barrierefreier Zugang finanziert, die Haupttreppe erneuert werden. Derzeit kümmert sich der Förderverein um die Sanierung des maroden Wasserbeckens am Denkmal, das Wasser verliert und dringend befestigt werden muss. „Wir sind wie eine große Familie. Deshalb gebührt die Ehre mir nur stellvertretend für viele andere Mitstreiter“, wehrt Rohrwacher bescheiden ab. Immerhin haben bereits mehr als 513 Leute einen Stifterbrief fürs Denkmal erworben, dadurch wurde eine Spendensumme von 1,06 Millionen Euro akquiriert. Ein gelungenes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement, das nur im Miteinander zu schaffen ist. Auch Geschäftsstellenleiterin Irina Poldrack und Vereinsmitglied Jürgen Fechner waren am Freitag mit beim Empfang des Bundespräsidenten in Berlin.

Doch verdient hat Rohrwacher, der „steinharte Visionär“, das Verdienstkreuz am Bande zuallererst. Der mittlerweile 62-Jährige ist seit frühester Jugend mit den Denkmal verbunden. Wahrscheinlich hat er es schon im Kinderwagen besucht. Großvater Walter war als Steinmetz und Steinbildhauer zu Kaiser Wilhelms Zeiten beim Bau des Kolosses dabei. Vater Hans-Joachim half in den 1960er Jahren, das Denkmal notdürftig zu sanieren. „Mit dem Essgeschirr haben wir dann als Kinder das Mittagessen in die Bauhütte gebracht und dort auch herumgetobt“, so Rohrwacher, der immer im Südosten Leipzigs wohnte. Und jetzt als Steinmetzmeister eine eigene Firma mit 15 Angestellten betreibt. „Mit meiner Firma habe ich mich an der Sanierung aber nie beteiligt. Das habe ich erklärt, als mit der Vorsitz des Vereins angetragen wurde“, betont Rohrwacher. „Zum Glück bin ich nie in eine Situation gekommen, diese Entscheidung bereut zu haben.“

Wer Rohrwacher kennt, weiß, dass er sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen wird. „Bitte nicht innehalten!“ ist mittlerweile einer seiner Lieblingssprüche geworden, um die Sanierung der Außenanlagen weiter voranzutreiben. Bis 2017/18 soll auch das Wasserbecken, in dem sich das Denkmal spiegelt, erneuert sein. Bis dahin gibt es nicht nur für den Geehrten viel zu tun. „Wir schaffen das!“, sagt Rohrwacher und keiner zweifelt daran. Zumal er schon wieder zwei neue Stifterbriefe an den Mann bringen konnte.

Von Mathias Orbeck

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