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Boulevard Cheryl Shepard eröffnet im Juli ein Café in Lindenau
Leipzig Boulevard Cheryl Shepard eröffnet im Juli ein Café in Lindenau
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12:38 08.11.2016
Auf zu neuen Ufern: TV-Schauspielerin Cheryl Shepard freut sich auf den Start ihres Cafés in der Lützner Straße. Quelle: Christian Modla
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Leipzig

Nicht viel nachdenken – einfach machen! Dieses Rezept hat sich Schauspielerin Cheryl Shepard für ihren Alltag verordnet. Seit sie Anfang des Jahres den Arztkittel bei „In aller Freundschaft“ an den Nagel hängen musste, ist sie keineswegs zur arbeitslosen Schauspielerin geworden. Im Gegenteil – die 49-Jährige hat gleichzeitig so viele Projekte angepackt wie noch nie. „Die Ideen haben wohl schon in mir geschlummert. Jetzt kommen sie zum Vorschein, weil Zeit und Raum dafür sind“, erzählt sie voller Tatendrang.

Eines ihrer Herzensprojekte: Im Juli will sie die Türen aufschließen für „Cheryl‘s Café“ in der Zschocherschen/Ecke Lützner Straße in Lindenau, ganz in der Nähe der Musikalischen Komödie. Die Möbel hat sie auf dem Flohmarkt gekauft, das Aufpolieren macht sie selbst: „Ich habe schon einen Meisterbrief im Pfuschen“, lacht die Autodidaktin. Ein kleines, feines Tagescafé mit 25 Plätzen, selbst gebackenem Kuchen und frischen Obstsäften will Cheryl betreiben, in dem auch mal Kollegen aus der „Freundschaft“ auftauchen oder sogar auftreten werden. Da sie Neueinsteigerin auf der Gastronomie-Strecke ist, „frage ich Gastronomen gerade Löcher in den Bauch, wie dieses und jenes geht“.  

Sehr oft will Cheryl selbst in ihrem Café stehen und die Gäste bedienen. Sie rechnet damit, dass Studenten, Lindenauer Anwohner und Fans der TV-Serie kommen. Aber deswegen die Schauspielerei aufzugeben, käme ihr nicht in den Sinn. Über ihre Agentur bemüht sie sich um neue Rollen. Mit Studenten der Filmakademie Mitteldeutschland dreht sie gerade einen Kurzfilm im islamistischen Milieu – eine Art Kammerspiel, in dem die ehemalige Frau Doktor nun eine Polizistin spielt. „Da habe ich erstmals eine Waffe in der Hand und bediene sie auch.“ Gedreht wird in Leipzig.

Am 24. Juni steht in der Marienkirche in Rötha die Premiere für ein weiteres neues Projekt an: Gemeinsam mit ihrem Schauspielerkollegen und langjährigen Freund Bernhard Bettermann (50) liest Cheryl Shepard aus Briefen der Geschwister Felix und Fanny Mendelssohn Bartholdy: „Das sind sehr lebendige und lustige Briefe. Wir freuen uns darauf.“ Begleitet werden sie von zwei Pianisten mit Kompositionen der Geschwister. Bis vor Kurzem wohnte die Schauspielerin mit ihrer Familie selbst ganz in der Nähe des Mendelssohn-Hauses. Einige Male hat sie das Gebäude in der Goldschmidtstraße besucht, in dem der Komponist bis zu seinem Tod lebte. „Das ist schon was Besonderes. Die Dielen, die unter meinen Füßen knarren, haben auch schon unter seinen Füßen geknarrt“, schwärmt sie von der Aura des Ortes.

Mittlerweile ist die Familie allerdings – so ganz nebenbei – in den Stadtteil Eutritzsch umgezogen. Etwas zurückgestellt, aber keinesfalls aufgegeben hat Cheryl Shepard ihr Engagement als Buchautorin: Sie will zwei Bücher schreiben und veröffentlichen, zuerst eins über ihre zwölf Jahre bei „In aller Freundschaft“. Im zweiten Buch will sie sie von ihrer Patchwork-Familie erzählen, bestehend aus drei eigenen Kindern, Ehemann, Au-pair-Mädchen und Pflegekindern.

Die Schauspielerin weiß, dass sie mit zwölf Jahren Serienengagement „extremes Glück“ hatte, mehr als die meisten ihrer Berufskollegen. Dass diese Zeit nun vorbei ist, macht sie nicht unglücklich: „Jetzt führe ich die Regie für meine Projekte. Ich habe die Verantwortung, aber ich kann das Konzept auch anpassen, falls es nicht funktioniert.“

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.06.2015.
Kerstin Decker

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