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13:49 19.05.2015

Für das Jahr 1696 sind 27 namentlich benannte Gassen und Straßen innerhalb der Stadtmauern und 20 vor den Stadttoren bekannt. Darüber hinaus gab es Bezeichnungen wie die "Gasse hinterm Schloße". Daraus wurde die Schloßgasse.

Als Leipzig 1870 die Einwohnerzahl von 100 000 erreichte und zur Großstadt wurde, gab es den ernst gemeinten Vorschlag, alle elf Straßennamen, die das Wort Gäßchen (wie Sporergäßchen) enthielten, in Gasse zu ändern, um vermeintlich kleinstädtisch klingende Straßennamen abzulegen.

1873 wurde mit der Sebastian-Bach-Straße erstmals auch ein Vorname der zu ehrenden Person in den Straßennamen aufgenommen.

1898 beklagte der Ratsarchivar und Stadthistoriker Gustav Wustmann, dass durch Straßenumbenennungen "Pleißathen" zwar eine Elsterstraße und eine Parthenstraße, aber keine Pleißenstraße mehr habe.

In seltenen Fällen wurden noch lebende Personen durch Straßenbenennungen geehrt: So der erste Präsident des 1879 gegründeten Reichsgerichts Eduard von Simson und der Chordirigent Barnet Licht.

Bei den Mehrfachbenennungen steht der deutsche Turnvater Friedrich Ludwig Jahn mit fünf Straßennamen unangefochten vorn: Jahnallee (Lindenau/Zentrum), Jahnstraße (Liebertwolkwitz), Jahnweg (Engelsdorf), Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße (Miltitz) und Ludwig-Jahn-Straße (Böhlitz-Ehrenberg).

Die erste Straßenbenennung nach einem jüdischen Bürger, der nicht getauft und Mitglied der Jüdischen Gemeinde gewesen war, erfolgte 1908: Gewürdigt wurde der 1901 gestorbene Bankier und Stifter Jakob Plaut.

Nicht vordergründig die Errichtung des Alten Gewandhauses und des Konservatoriums für Musik, sondern vor allem der 1889 gefasste Ratsbeschluss, die Straßen nach Komponisten und Musikern zu benennen, ließ die Bezeichnung Musikviertel aufkommen.

Straßenschilder wurden lange Zeit aus Emaille gefertigt. Geblieben ist die weiße Schrift auf dunkelblauem Grund.

Seit 1907 gibt es Erläuterungstafeln an Straßenschildern. Steffen Held

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.10.2014
Steffen Held

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