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Boulevard "Die Tuba ist mein Steckenpferd" - Matthias Vogt baut Instrumente in Leipzig
Leipzig Boulevard "Die Tuba ist mein Steckenpferd" - Matthias Vogt baut Instrumente in Leipzig
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01:00 12.10.2013
Ein begehrter Fachmann: Instrumentenbauer Matthias Vogt in seiner Werkstatt in der Zschocherschen Straße mit einer Trompete. Quelle: Armin Kühne

Brass steht für Messing oder ein daraus hergestelltes Blechblasinstrument.

Er ist zwar als Gitarrenspieler bekannt. Gestern versuchte sich Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) aber an einer Trompete und brachte durchaus akzeptable Töne heraus. Er besuchte Vogt Instruments - Werkstatt und Geschäft in der Zschocherschen Straße 28. Jung schaut regelmäßig - auf Einladung der Kreishandwerkerschaft Leipzig - in Firmen vorbei, um sich über Pläne, Ziele und Probleme zu informieren. "Ich habe noch viel vor, brauche bald größere Räume", sagte Meister Matthias Vogt, der vor Jahren mit "letztem Geld eine Werkbank" kaufte, um sich selbstständig zu machen.

Gefördert von seiner Mutter, einer Musiklehrerin, hat der gebürtige Schkeuditzer Klarinette und Saxofon erlernt. Als 14-Jähriger absolvierte er ein Praktikum beim Leipziger Blechblasinstrumentenbauer Friedbert Syhre. Seitdem ließen ihn Trompeten und Posaunen nicht mehr los. Sogar in den Schulferien zog es ihn in die Werkstatt. Bei Syhre begann er nach dem Abitur eine Lehre als Instrumentenbauer. Und seine Leidenschaft für den Beruf wurde schließlich im November 2000 mit dem Bundessieg beim "Wettbewerb der Handwerksjugend" belohnt.

Anschließend verschlug es Vogt in die Schweiz. Dort arbeitete er bei der traditionsreichen Firma Hirsbrunner. Den jungen Mann zog es wieder auf die Schulbank. Mit dem Bundessieg war ein Stipendium für das Meisterstudium verbunden, er schrieb sich an der Instrumentenbauschule Ludwigsburg ein und machte mit 23 Jahren seinen Meisterbrief. Sein Meisterstück ist eine original Hirsbrunner Tuba mit fünf Ventilen, besteht aus Goldmessing mit einem leichten Goldsilbertrimmring. Die Wanderjahre führten ihn nach Ungarn und Italien, aber auch nach China und Frankreich.

"Die Tuba ist mein Steckenpferd", bekennt der heute 34-Jährige, der im Juni 2007 seine Manufaktur in der Zschochersche Straße öffnete. Dort fertigt er neue und repariert alte Instrumente. Professionelle Musiker vom Gewandhaus oder MDR-Orchester sind da ebenso willkommen wie der junge Trompetenanfänger, die er individuell berät, um ihnen das für sie perfekte Instrument zu verschaffen. Vogt hat mittlerweile Kunden in vielen Ländern. Einer kommt extra aus dem brasilianischen São Paulo nach Leipzig. Auch historische Instrumente restauriert der Meister, der verschiedene Preise abräumte. Mittlerweile ist er ein begehrter Fachmann in Leipzigs Musikszene.

Gemeinsam mit Matthias Dietze, einem Feinmechaniker, studierten Ingenieur und leidenschaftlichen Musiker, hat Vogt alle Hände voll zu tun, um die Aufträge zu bewältigen. Deshalb gibt es längst Pläne, die Werkstatt zu erweitern und ein, zwei Leute einzustellen. "Einen Lehrling kann ich aber nicht ausbilden, das schaffe ich zurzeit nicht", bekennt Vogt. Eins sei aber klar: Es werde aber immer schwieriger, guten Nachwuchs zu finden. Was er sich wünscht? "Einen Tipp für geeignete Räume, möglichst in Plagwitz", sagte Vogt. Denn dieser Stadtteil habe seinen Charme. Ebenso wie das Geschäft an der Hauptstraße, in das nicht nur Musiker gern hineinschauen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.10.2013

Mathias Orbeck

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