Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Dirk von Lowtzow: Liebe geht nicht ohne Kollateralschaden

Musik Dirk von Lowtzow: Liebe geht nicht ohne Kollateralschaden

Ein Album über Liebe: Die neuen Songs von Tocotronic drehen sich um ein Gefühl, das wahrscheinlich jeder schon mal hatte - und jeder anders definieren würde.

Voriger Artikel
Hüte, Hüte, Hüte auf der Leipziger Rennbahn - Hauptsache spektakulär
Nächster Artikel
Echo-Siegerin Oonagh: Der Erfolg ist wie ein Kumpel

Ein Album über die Liebe - da musste das Cover natürlich rot sein.

Quelle: Britta Pedersen

Berlin. Sänger Dirk von Lowtzow (44) erklärt im Interview der Deutschen Presse-Agentur, warum es schwer war, "Das rote Album" zu machen und was er interessant am Thema Liebe findet.

Frage: Eigentlich kann man gar nicht über Liebe singen ohne über sich selbst zu sprechen, oder? Antwort: Ganz genau. Beim Thema Liebe kommt man immer wieder bei sich selbst raus. Man kann da nicht so leicht um den heißen Brei herumreden, man kann auch nicht so leicht, collagenhaft, zitathaft oder referenziell arbeiten, wie wir das sonst bei Alben gerne getan haben. Insofern war das auch gar keine ganz leichte Sache, weil man ziemlich viel von sich preisgeben muss.

Frage: Was ihr eigentlich gar nicht so gern macht.

Antwort: Ja, was wir eigentlich nicht so machen. Man macht das nicht nicht, weil man ein Geheimnis aus sich machen will, sondern weil man die Leute auch oft nicht mit seinem persönlichen Kram belästigen will. Frage: In einem Song beschreibt ihr das Heilsversprechen, das eine neue Liebe auslöst - warum glauben wir, dass Liebe alles verändern kann? Antwort: Das ist ja das Interessante an dem Album, dass es uns auch untereinander zum Diskutieren gebracht hat. Woran liegt das eigentlich, woher kommt dieses Versprechen? Aber uns als Band widerstrebt es immer so ein bisschen, da eine Realdefinition zu geben. Wir können nur die Hörer an unseren Forschungen teilhaben lassen anstatt zu sagen 'Liebe ist das oder das'. Da wären wir auch wieder in dem Bereich Belästigung, das wäre mir zu autoritär. Man kann darüber auch nur Mutmaßungen anstellen oder verschiedene Aspekte beleuchten. Frage: So singt ihr zum Beispiel von "verwohnter Liebe" oder Paaren in Haft. Antwort: Bei dem Song 'Haft' war die Idee, ein Stück über Liebe und Zusammenhalt zu schreiben, ohne das Wort Liebe zu benutzen. Vielleicht kann man das Wort Liebe, was ja auch ein bisschen abgenudelt ist vor allem im Popbereich, ersetzen durch einen viel profaneren Begriff, der vielleicht auch ehrlicher ist. Frage: Und wen hattet ihr da im Sinn? Langzeitpaare, die sich nicht trennen können? Menschen, die nicht alleine sein wollen? Eure Eltern? Antwort: Eigentlich war das gar nicht in dem Sinn gemeint. Eher, dass man versucht, zu sagen, Liebe ist eben nicht das Heilige, sondern es ist vielleicht etwas ganz Profanes und das reicht vielleicht schon - dieses Gefühl, dass man sagt, ich kann jemanden nicht so einfach eintauschen. Vielleicht ist Haft nicht unbedingt Liebe, aber vielleicht reicht es schon. Natürlich hat Haft auch die Doppelbedeutung, aber ein Gefängnis kann auch schön sein. Frage: Gibt es überhaupt Liebe ohne Schmerz? Antwort: Das Interessante an Liebe ist ja, dass es nicht nur was Schönes ist, sondern was sehr Gefährliches an sich hat. Das ist ja vielleicht auch das Revolutionäre an Liebe. Hier gibt es auch die Verbindung zum roten Album und dem Erscheinungsdatum 1. Mai, dass man sagen kann, von der Liebe getroffen werden, das hat durchaus ein revolutionäres Moment - und es geht vielleicht auch nicht ohne Kollateralschaden.

ZUR PERSON: Dirk von Lowtzow stammt aus Offenburg und ist Sänger und Gitarrist bei der Band Tocotronic, die er Mitte der Neunziger Jahre mit Bassist Jan Müller und Schlagzeuger Arne Zank in Hamburg gründete. Der 44-Jährige schreibt außerdem Beiträge für das Magazin "Texte zur Kunst" und hat musikalische Nebenprojekte wie Phantom/Ghost.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Boulevard
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr

LVZ-Reportage zu Crystal Meth in Sachsen

Die große Multimedia-Reportage berichtet über Crystal-Abhängige, Suchtberater und Drogenfahnder. mehr

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Probieren Sie es aus im Spieleportal von LVZ.de. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2016

    Sport frei!, heißt es auch 2016 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr