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Boulevard Ein vierfacher Weltmeister zieht als Wertungsrichter die Punkte
Leipzig Boulevard Ein vierfacher Weltmeister zieht als Wertungsrichter die Punkte
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07:00 29.09.2017
Ralf Müller und Olga Müller-Omeltchenko beherrschten vor der Jahrtausendwende als viermalige Weltmeister die Weltspitze in den lateinamerikanischen Tänzen. Zur Weltmeisterschaft Ende Oktober in Leipzig ist Ralf Müller als Wertungsrichter im Einsatz.  Quelle: Fotos: privat
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Leipzig

 Profi-Tanzsport erleben, Promis bewundern und beim Publikumstanz selbst aufs Parkett gehen – das alles verspricht die Weltmeisterschaft der Profis in den fünf Lateinamerikanischen Tänzen am 21. Oktober auf der Neuen Messe. Die Lokalmatadoren Oliver Thalheim und Tina Spiesbach sind zum achten Mal Gastgeber. In einer kleinen Serie stellt die LVZ Stars des Tanzsports aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vor, die sich dieses Fest nicht entgehen lassen.

Kein bisschen sauer ist Ralf Müller, dass er und seine Frau in der LVZ für den Tanzsport von gestern stehen sollen. „Wir sind schon von vorgestern“, lacht der 50-Jährige, der als Wertungsrichter zur WM nach Leipzig kommt. Lissabon, Leipzig, Moskau – diese drei internationalen Turniere begleitet er in diesem Jahr. Seine Frau Olga Müller-Omeltchenko (45) ist selbst im Einsatz. Die beiden sind Verbandstrainer auf Bundesebene und im Land Baden-Württemberg und als Wertungsrichter an vielen Wochenenden im In- und Ausland unterwegs.

 Als „Die Müllers“ ihre großen Erfolge auf dem Tanzparkett feierten – im letzten Jahrzehnt vor der Jahrtausendwende – stand der Tanzsport noch ganz anders im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Ob German Open oder ARD Masters Gala – solche Turniere wurden live im Fernsehen übertragen. Heute ist Tanzen nur noch eine Randsportart. Dafür eroberten Unterhaltungsformate wie „Let’s Dance“ die Publikums-Herzen. „Die Show ist okay, wir schauen uns das auch ab und zu an, schließlich kennt man sich in der Tanzfamilie“, räumt Ralf Müller ein. „Gegen Joachim Llambi haben wir selbst getanzt, Motsi Mabuse und viele andere Tänzer waren unsere Schüler.“ Allerdings ist es ihm recht, dass er seine Bekanntheit durch den Sport und nicht durch das Showgeschäft erworben hat.

1990 lernten sich der Offenburger und die Moskauerin Olga Omeltchenko bei den German Open in Mannheim kennen. Am Valentinstag 1991 heirateten sie. „Ich war der erste Tänzer aus dem Westen, der mit einer russischen Partnerin angetreten ist, und habe einen Trend gesetzt“, erzählt Ralf Müller. Gemeinsam tanzten die beiden schnell an die Weltspitze, dominierten sie lange Zeit international in den Lateinamerikanischen Tänzen. Nach einer erfolgreichen Karriere als Amateure wechselten sie ins Profilager und gewannen 1998 bis 2000 dreimal hintereinander die Kür-Latein-WM. Im November 2000 traten sie vom aktiven Sport zurück, um sich auf ihren Beruf als Tanzlehrer zu konzentrieren. In Rastatt bei Baden-Baden betreiben Müllers ihre eigene Tanzschule. Sohn Tom (9) hat vor einem Jahr auch schon mit Tanzen angefangen und hat Spaß daran. Im gleichen Alter wie sein Vater, als der damals anfing. Der Jüngste der Familie, Len, ist zwei Jahre alt.

Für den Chef der Professional Division im Deutschen Tanzsportverband ist es dank seiner langen Erfahrung nicht schwierig, die 30 bis 40 Paare zu werten, die in Leipzig um den WM-Titel kämpfen. Technische Fertigkeiten, Umsetzung der Musik oder die Harmonie, die ein Paar ausstrahlt, gehören zu den subjektiven Wertungskriterien. Seit Ralf Müllers aktiver Zeit hat sich das Tanzen allerdings deutlich verändert: „Die Paare haben bessere Trainingsmöglichkeiten und bessere Trainer. Sie können sich mit dem Handy filmen und sofort überprüfen, ob sie alles richtig gemacht haben, oder bei Youtube nachschauen, wie es geht.“ Heue seien die Paare technisch besser und auf dem Parkett schneller – allerdings teilweise zu Lasten von Persönlichkeit und Ausstrahlung. „Sie berühren nicht mehr so wie früher.“

Von Kerstin Decker

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