Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Boulevard Erfunden in Leipzig: Endlich gesunde High Heels!
Leipzig Boulevard Erfunden in Leipzig: Endlich gesunde High Heels!
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:55 11.12.2013
Estrella Reynoso, David Betancur und Romina Heimburg (von links) mit ihrem Erfinderpreis. Quelle: André Kempner

Die Idee dazu stammt von David Betancur Betancur. Der 36-jährige Kolumbianer (er hat wirklich diesen doppelten Nachnamen) ist seit August mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in Leipzig. In seiner Heimat betreibt er ein orthopädisches Geschäft. "Meine Erfahrungen daraus habe ich für dieses Projekt genutzt. Es sind viele Frauen mit schmerzenden Füßen zu uns gekommen. Wir haben ihnen geraten, ihre High Heels nicht mehr anzuziehen. Das tun sie aber meistens nicht", sagt Betancur Betancur.

Also hat er sich zusammen mit Romina Heimburg (28) und Estrella Reynoso (32) etwas anderes ausgedacht: bequeme Stöckelschuhe. Die sollen gut für die Füße, aber genauso schick wie herkömmliche High Heels sein. Jedes Paar ist ein Unikat. Ein spezieller Scanner schafft ein farbliches Abbild der Füße, über das mit Hilfe einer Software die Druckpunkte benannt werden können. Daraus werden dann die optimal passenden High Heels.

Die drei haben sich im internationalen Ausbildungsprogramm "Small Enterprises Promotion and Training" der Universität kennengelernt. Auf Vorschlag ihres Professors Utz Dornberger nahmen sie am siebten Leipziger Ideenwettbewerb für Existenzgründer teil, gewannen den dritten Platz und den Publikumspreis. "Wir haben nicht erwartet, dass wir so weit kommen würden", gibt Heimburg zu. "Aber so oder so ist es für unsere Freundschaft eine wichtige Zeit gewesen."

Die eigentliche Arbeit kommt erst jetzt - ermöglicht durch das Preisgeld von 450 Euro. "Der nächste Schritt ist ein Prototyp", sagt Betancur Betancur. Eine Freundin aus Kolumbien werde in ihrer Schuhfabrik die ersten - auch von ihr selbst designten - Schuhe produzieren. Sie sollen spätestens im kommenden Februar fertig sein. "Beim deutschen Wetter sind die Schuhe leider nicht optimal", sagt Reynoso und lacht. In ihrer Heimat Mexico City würden sie aber viel getragen. Vor allem die Damenwelt sei hin und weg von der Idee, aber auch die Männer seien voller Hoffnung, dass ihre Frauen nicht mehr über schmerzende Füße klagen.

Die eigentliche Innovation ist das Geschäftsmodell der jungen Projektgruppe. Jedes Geschäft kann eine Software kaufen und über ein Programm Schuhe individuell anfertigen lassen; bei Bedarf beraten speziell geschulte Mitarbeiter. "Das Wichtigste ist dabei die Individualität des Produkts", sagt Betancur Betancur.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.12.2013

Sofia Dreisbach

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das MDR Fernsehen gestaltet den Donnerstagabend um und nimmt mit der Sendung „Lebensretter“ ein neues Format ins Programm. Vom 16. Januar an wird Moderator Marco Schreyl (39) in der Sendung wöchentlich Menschen treffen, denen ein Unglück widerfahren ist, sowie deren Retter in der Not.

10.12.2013

Fünf auf einen Streich: Vier Männer aus Stuttgart, Eilenburg und Leipzig und eine Frau aus Taucha nutzten den gestrigen Sonntag nicht nur zum Zoobesuch. Sondern auch um Paten zu werden oder ihre bestehende Tierpatenschaft zu verlängern.

09.12.2013

Wer zündete 1933 den Reichstag an? Ein linker Einzeltäter? Die Nazis? Oder doch die Kommunisten? Auf diese Fragen, die bei Geschichtsforschern leidenschaftliche Debatten auslösen, gibt Dieter Deiseroth eine verblüffend nüchterne Antwort: "Wir wissen es nicht, denn vor 80 Jahren wurde unter dem NS-Regime unzureichend ermittelt", stellt der Bundesverwaltungsrichter fest.

08.12.2013
Anzeige