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Boulevard Erfurter "Tatort"-Team löst sich nach nur zwei Folgen auf - OB Bausewein enttäuscht
Leipzig Boulevard Erfurter "Tatort"-Team löst sich nach nur zwei Folgen auf - OB Bausewein enttäuscht
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18:03 07.01.2015
Friedrich Mücke, Alina Levshin und Benjamin Kramme (l-r) bei Dreharbeiten. Quelle: Michael Reichel
Leipzig/Erfurt

Das teilte der Mitteldeutsche Rundfunk am Mittwoch in Leipzig mit. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung über das Aus berichtet. Die beiden Schauspieler äußerten sich nur zurückhaltend über ihren Ausstieg. 

Die Gründe seien intern und sollten nicht in der Öffentlichkeit diskutiert werden, ließ Levshin durch ihre Agentur verlautbaren. Sie hatte in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur im Dezember gesagt: „Ich glaube, die Zeiten, in denen für einen Schauspieler mit dieser Rolle ein Rentenanspruch verbunden ist, sind lange vorbei. Daher denke ich, von Produktion zu Produktion, von Rolle zu Rolle. Das Paket muss stimmen, da ist der „Tatort“ keine Ausnahme.“

„Wir bedauern das sehr, auch wenn wir die Entscheidung der Schauspieler natürlich respektieren“, erklärte der MDR. „Damit verabschieden wir uns nicht nur von wunderbaren Schauspielerpersönlichkeiten, sondern in der Folge auch von der Idee des Erfurter Ermittlertrios.“ Die Erfurter Episoden waren bei vielen Kritikern und Zuschauern auf wenig Begeisterung gestoßen. Beim ersten Fall waren aufgesetzte Coolness und die jugendliche Sprache zum Vorwurf gemacht worden, beim zweiten Fall eine schwache Geschichte. Neue Pläne für einen Erfurt-„Tatort“ gebe es nicht, sagte eine Sendersprecherin.

Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) erklärte: „Es ist sehr schade, dass zwei Schauspieler nach gerade mal zwei Folgen hinschmeißen. Es gibt Teams, die seit 25 Jahren ermitteln, und es braucht eben etwas Zeit, bis sich ein Team so richtig zusammenfindet.“ Zu den beiden Episoden sagte er: „Die waren vielleicht nicht so spannend wie andere und leider auch ziemlich vorhersehbar.“ Erfurt sei gut zur Geltung gekommen, „insofern lag es schon mal nicht an der Stadt.“ Was ein Format wie der „Tatort“ für Erfurt bringe, sei schwer zu ermessen. „In jedem Fall ist es schlecht, wenn er abgesetzt wird. Denn Fakt ist, dass man mit einem Tatort überregional auffällt.“ Insofern bleibe eine Resthoffnung für eine Fortsetzung. 

Trotzdem ist der MDR in Thüringen weiter präsent: Nora Tschirner und Christian Ulmen, deren Einsatz vor zwei Jahren eigentlich als einmaliges „Tatort“-Event geplant war, sollen 2015 ihren dritten Fall in Weimar lösen. Mücke und Levshin ermittelten seit November 2013 zweimal als Henry Funck und Johanna Grewel in Erfurt. Zusammen mit Benjamin Kramme (Kommissar Maik Schaffert) bildeten sie das jüngste Ermittler-Trio im „Tatort“-Reigen. Beide Episoden, „Kalter Engel“ und „Der Maulwurf“, kamen bei der Kritik allerdings nicht gut an.

Mücke erklärte laut seiner Agentur: „Als Kommissar im Tatort zu ermitteln, war eine tolle und wichtige Erfahrung für mich. Es war allerdings nicht der richtige Zeitpunkt: Ich habe gemerkt, dass diese Reihenrolle nicht zu meiner jetzigen beruflichen Lebensphase passt.“ Er wolle sich darstellerisch in ganz unterschiedlichen Facetten ausloten und ausleben. Mit dem frühen Aus für die Erfurter Ermittler kommt noch einmal neue Bewegung in das „Tatort“-Karussell, das sich auch 2015 munter dreht. Auch das Leipziger Team Saalfeld/Keppler (Simone Thomalla und Martin Wuttke) tritt ab, ebenso wie Joachim Król als Kommissar Frank Steier. Dafür schickt der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) Meret Becker und Mark Waschke als neues Berlin-Duo Nina Rubin und Robert Karow auf Verbrecherjagd. Zudem gibt es neue Ermittler in Frankfurt/Main sowie den ersten Franken-„Tatort“ aus Nürnberg.

Ein schneller Abgang ist in der „Tatort“-Geschichte übrigens keine Seltenheit. Rund 30 Ermittler verabschiedeten sich seit den frühen 70er Jahren nach ein oder zwei Fällen, darunter auch Christoph Waltz als Inspektor Passini im Wiener „Tatort“.

Birgit Zimmermann

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