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Boulevard Filmdreh im fahrenden Bus: In Leipzig entsteht „Besonderer Kinderfilm“
Leipzig Boulevard Filmdreh im fahrenden Bus: In Leipzig entsteht „Besonderer Kinderfilm“
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11:11 09.02.2018
Regisseur Marcus H. Rosenmüller mit seinen Darstellern Marie Leuenberger, Luis Vorbach (12) und Serkan Kaya (von links). Quelle: Andre Kempner
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Leipzig

Ein „Uhringer Stadtbus“ mit Leipziger Kennzeichen fährt normalerweise nicht um den Ring. Am Donnerstag fuhr er stundenlang viele Runden, hielt sogar mitten im Stadtverkehr immer wieder rechts an, fuhr dann weiter. Grund: Der fahrende Bus ist Teil eines Filmsets. Bei den Insassen handelte es sich nicht um gewöhnliche Fahrgäste, sondern um Filmcrew, Hauptdarsteller und Komparsen. In Leipzig laufen derzeit Dreharbeiten für den Kinofilm „Unheimlich perfekte Freunde“, der im Rahmen der Initiative „Der besondere Kinderfilm“ entsteht.

Kamera baumelt an Haltestange

So ein Dreh in einem fahrenden Bus ist für alle Beteiligten nicht ganz einfach. Tonmeister Michael Gerlach arbeitet mit seinem Aufnahmegerät stehend auf einem Bus-Doppelsitz. Tonassistent Klaus Hobby stemmt sich fest an einen Ticketautomaten und hält die Mikrofon-Angel eisern über seinem Kopf in Richtung Hauptdarsteller. Neben Regisseur Marcus H. Rosenmüller sitzt der Kameramann auf einem Bussitz, mit einem extra Podest unterm Hintern. Die Kamera ist mit zahlreichen Spanngurten an einer Haltestange für die Fahrgäste befestigt. Die Businsassen bringen unbeteiligt die Fahrt hinter sich – in Wirklichkeit sind es Komparsen. Sie scheinen keine Notiz davon zu nehmen, dass ein Ehepaar während der Fahrt lautstark seinen Zoff austrägt. Die Erwachsenen streiten sich so lange, bis der Sohn der beiden, der gerade noch ein Bild an die Fensterscheibe gemalt hat, plötzlich aufspringt und aus dem haltenden Bus davonstürmt.

Aufnahmeleiter Dirk Eberling beim Filmdreh für "Unheimliche perfekte Freunde". Quelle: Andre Kempner

In Leipzig abfahren, in Wien ankommen

Die Dreharbeiten für „Unheimlich perfekte Freunde“ haben im Dezember in München begonnen. Nach 20 Drehtagen in München folgen jetzt zwölf weitere in Leipzig und zum Schluss noch zwei in Wien. „Die Geschichte spielt in einer fiktiven Großstadt in Deutschland“, erklärt Produzent Benedikt Böllhoff. Leipzig wird nicht ausdrücklich eine Rolle spielen. Nur Eingeweihte werden später erkennen, dass die Insassen in Leipzig in den Bus einsteigen und in Wien wieder aussteigen. Aber Leipzig ist für den Film ein ganz wichtiger Ort: „Wir drehen hier alle Schulszenen“, erklärt der Produzent. Viele Leipziger Kinder und Eltern hatten sich beworben, so dass die Filmcrew eine große Auswahl hatte. Gedreht wird in den nächsten Tagen an der 78. Schule in der Binzer Straße sowie an der 24. Schule in der Döllingstraße.

Am Georgiring wartet Kameramann Holger Fleig für Außenaufnahmen auf den Bus, der stundenlang seine Runden um den Ring dreht. Quelle: Andre Kempner

Ein Lehrer für die Kinderdarsteller

Hauptdarsteller Luis Vorbach ist trotz seiner zwölf Jahre nicht neu im Filmgeschäft. Der Sechstklässler, der in Kaufbeuren im Allgäu lebt, hat schon in mehreren Filmen mitgespielt. Für „Auf Augenhöhe“ wurde er mit einem Kinderfilmpreis ausgezeichnet. Ganz aktuell läuft in den Kinos „Die kleine Hexe“, wo der an der Seite von Karoline Herfurth zu sehen ist. Luis’ Mutter ist bei den Dreharbeiten immer dabei. Um den Jungen sowie die anderen Kinderdarsteller kümmern sich während der Dreharbeiten Sozialpädagogen sowie ein Lehrer, der mit ihnen schulische Aufgaben erledigt.

Kinostart Anfang 2019

In die Kinos kommen soll „Unheimlich perfekte Freunde“ im Januar 2019. Es ist die fünfte Produktion im Rahmen der Initiative „Der besondere Kinderfilm“, die 2012 von insgesamt 25 Partnern, darunter MDR-Intendantin Karola Wille, gegründet wurde. Ziel ist es, Filmstoffe zu entwickeln, die nah an der Lebenswelt von Kindern, deren Gedanken und Problemen sind und die auf Augenhöhe von Kindern erzählt werden.

Von Kerstin Decker

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